Kansas: Der Kollaps eines republikanischen Experiments

Der Zusammenbruch in Kansas geht weiter, genauso wie das „Real live Experiment“ von Gouverneur Sam Brownback:


Kansas: nicht-landwirtschaftliche Lohnbeschäftigung (blau), zivile Erwerbstätige (rot), saisonbereinigt

Im Mai 2012 unterzeichnete der republikanische Gouverneur von Kansas Sam Brownback die Kansas Senate Bill Substitute HB 2117, eine der größten Einkommensteuersenkungen in der Geschichte dieses US-Staates. Der Gesetzesentwurf wurde im Januar 2011 erstmals vorgestellt, von Brownback im Mai 2012 genehmigt und trat am 1. Juli desselben Jahres in Kraft.

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Die Belohnungen fürs harte Arbeiten sind zu groß für Keynes‘ Visionen

Der berühmte Ökonom lag richtig mit seiner Annahme, dass es uns heute besser geht als den Menschen in seiner Epoche, doch nur auf Kosten unserer Freizeit. Lange Arbeitszeiten zahlen sich in finanzieller Hinsicht aus, bedeuten aber auch, dass wir weniger Zeit für sonstige Beschäftigungen haben.

Keynes 1933
John Maynard Keynes im Jahre 1933

Sollte Keynes nun auf die heutige Situation herabschauen – er würde sicherlich auch einen guten Schutzengel für Wirtschaftswissenschaftler abgeben – dann würde er den Autor dieser Zeilen sicherlich fragen, warum er überhaupt diesen Artikel schreibt anstatt im Liegestuhl am Pool zu sitzen.

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Island steckte die Banker ins Gefängnis anstatt sie zu retten – und es funktionierte

Anfang Juni kündigte Islands Premierminister Sigmundur Gunnlaugsson ein Vorhaben an, mit dem sein Land im wesentlichen die Bücher über sein besonderes Herangehen an die Folgen der Finanzkrise schließen will – einem Ansatz, der stark von den Präferenzen der globalen Finanzeliten abwich und dabei auch noch ganz gut gelang.

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Ausbruch eines Geysirs auf Island

Anstatt der Orthodoxie von Bankenrettungen, Austerität und niedriger Inflation zu folgen, tat Island genau das Gegenteil. Und auch wenn seine Wirtschaft durch die Bankenkrise vielleicht härter als jede andere in der Welt getroffen wurde, erging es seinen Arbeitskräften nicht sehr viel schlechter, und es erlebte zudem einen eindrucksvollen Aufschwung.

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Porto – Austerität aus erster Hand

Der australische Ökonom Bill Mitchell beschreibt auf seinem Blog einen Kurzbesuch in Porto und seine persönlichen Eindrücke der europäischen Austeritätspolitik in Portugal:

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Geschlossene Außenstelle des Finanzministeriums in Porto 2014

Er gab an, ein paar Tage am Strand verbringen zu wollen, als eine Art kleiner Auszeit von seiner Arbeit. Das südliche Ufer des Flusses Douro sei dabei nicht anders als die Strände irgendwo sonst. Es würde nur wenige Hinweise darauf geben, was die Sparpolitik der Europäischen Union diesem Land angetan habe.

Porto ist eine nördliche Bezirkshauptstadt in Portugal mit etwa 240.000 Einwohnern (im Jahr 2012) in einer Region mit weiteren rund 1,4 Millionen Menschen. Es gilt als eines der „großen städtischen Zentren von Südwesteuropa.“

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Fatale Irrtümer des finanziellen Fundamentalismus – Eine chronische Inflation bedeutet ein ständiges Leben über „unseren“ Verhältnissen

Eine Abhandlung über die Ökonomie der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage
Teil 5

US Annual Unemployment Rate
Jährliche Arbeitslosenquoten in den USA von 1890 bis 2013

Irrtum Nr. 5: Eine chronische Inflation bedeutet ein ständiges Leben über „unseren“ Verhältnissen
„Der permanente Trend zur Inflation ist ein Spiegelbild einer Gesellschaft, die unablässig über ihren Möglichkeiten lebt.“ Alfred Kahn, 1993 in einer Veröffentlichung der Cornell University.

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Die gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen an die Gewerkschaften – Teil 3: „Haltepflöcke von Papier-Währungen bei freien Wechselkursen“

Nachdem wir in Teil 1 dieser Serie die Beschränkung der Individualkonkurrenz der Arbeitnehmer untereinander sowie in Teil 2 die Funktion des Schutzwalles gegen menschenunwürdige Unterbietungskonkurrenz als wichtige fundamentale Grundpfeiler der ordnungspolitischen Legitimation der Gewerkschaften identifiziert hatten, soll hier nun auf eine sehr bedeutende makroökonomische Aufgabe der Arbeitnehmervertreter eingegangen werden.

Gewdemonstration

Jeder Student der Volkswirtschaftslehre lernt schon immer, dass in Märkten mit einem freiem Spiel von Einzelpreisen durch die Veränderungen realwirtschaftlicher Knappheits-relationen lediglich die Beziehungen zwischen den Geldpreisen der einzelnen Waren und Leistungen festgelegt werden.

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Die beiden größten Fehler der ökonomischen Politik, über die John Maynard Keynes heute enttäuscht wäre

Der Keynes-Biograph Robert Skidelsky in einem Interview über die möglichen Gedanken des großen Ökonomen zu den Irrtümern der heutigen Wirtschaftswissenschaften:

Skidelsky, Morel, IEIS conference «The Politics of Virtue, the crisis of liberalism and the post-liberal future»

Zunächst wäre [Keynes] wohl frustriert aufgrund des Mangels an getroffenen Vorkehrungen, um einen enormen finanziellen Absturz, wie wir ihn im Jahr 2008 erlebten, zu verhindern. Zweitens glaubt Herr Skidelsky, dass Keynes nicht glücklich über die getroffenen politischen Maßnahmen nach dem Crash sein würde. Keynes hätte eine „tragfähigere Antwort“ haben wollen…

Julie Verhage über Skidelskys Gedanken in einem Artikel auf Bloomberg.com

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„Solide Finanzen“ – ein Kennzeichen hartnäckiger Ignoranz

Zu vielen konservativen und neoliberalen Politikern und Ökonomen scheint heute erneut ein Gespenst in den Vereinigten Staaten und Europa umzugehen – Regierungen verfolgen keynesianische Ideen, um eine Politik der Erhöhung der effektiven Nachfrage und der Förderung der Beschäftigung zu erreichen.

Michal Kalecki

Zu den beliebtesten Argumenten, um diese „Keynesophobics“ zu bekämpfen, gehören das Argument des „Vertrauens“ (siehe auch Die unsägliche Vertrauens-Fee) sowie die Lehre von den „Soliden Finanzen“.

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Die Geschichte wiederholt sich doch, nur die Ökonomen lernen offenbar nichts daraus

Es lief alles ganz hervorragend für die Reichen, die jeden Kredit bekamen, den sie dazu benötigten, um das Wirtschaftssystem nach den napoleonischen Kriegen zwischen rigider Deflation und monetärer Orthodoxie einzuklemmen: es war dagegen stets der kleine Mann, der weiterhin litt, und der in allen Ländern und zu allen Zeiten des neunzehnten Jahrhunderts leichteren Zugang zu Krediten und eine andere Finanzpolitik forderte.

E. J. Hobsbawm, in seinem Buch „The Age of Revolution 1789 – 1848“, S. 39

Baines 1835-Mule spinning

Die schwersten Konsequenzen [der ersten kapitalistischen Wirtschaftskrisen] waren sozialer Art: die Umstellung auf die neue Ökonomie schuf Elend und Unzufriedenheit, und damit die Materialien für eine soziale Revolution. Und in der Tat, die soziale Revolution in Form von spontanen Aufständen der städtischen und industriellen Armen brach aus und gebar die Revolutionen von 1848 auf dem Kontinent sowie die gewaltige Chartisten-Bewegung in Großbritannien.

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