„Die Fiskalpolitik eines Landes spielt eine zentrale Rolle bei der Stabilisierung seiner Wirtschaft. Ihre Wirksamkeit hängt von der Wahl der Maßnahmen und der Reaktion der Geldpolitik ab.
DIW-Chef Marcel Fratzscher auf der re:publica 2026
Dieser Bericht vergleicht vier fiskalpolitische Maßnahmen für ein typisches Euroraumland: Erhöhung der öffentlichen Investitionen und des staatlichen Konsums, Senkungen der Konsumsteuern und Einkommenssteuern.
Sowohl das theoretische Modell als auch die empirischen Ergebnisse für den Euroraum zeigen, dass Staatsausgaben eine stärkere Wirkung haben als Steuersenkungen. Empirisch erhöht jeder zusätzliche Euro öffentlicher Investitionen oder staatlicher Konsum das BIP im ersten Jahr um bis zu 1,30 Euro, verglichen mit etwa 0,30 bis 0,40 Euro pro Euro entgangener Steuereinnahmen.
Da die Europäische Zentralbank (EZB) im Allgemeinen nicht auf nationale fiskalische Schocks mit Anpassungen ihrer wichtigsten Zinssätze reagiert, bremst die Geldpolitik den fiskalischen Stimulus nicht. Um die Wirtschaft kurzfristig zu stabilisieren, sollten Regierungen gut durchdachte Ausgaben-maßnahmen bevorzugen.“
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