Fatale Irrtümer des finanziellen Fundamentalismus – die Inflation als unbarmherzige Steuer

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Eine Abhandlung über die Ökonomie der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage
Teil 4

Irrtum Nr. 4: Inflation ist die unbarmherzigste aller Steuern
Inflation wird allgemein gern als die „grausamste Steuer“ verunglimpft. Die Wahrnehmung scheint dabei zu sein, dass, wenn nur die Preise aufhören würden zu steigen, das eigene Einkommen doch noch viel weiter reichen könnte, ohne jedoch indes die gleichzeitigen Auswirkungen auf die Einkünfte Anderer zu berücksichtigen.

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Das Konzept der Opportunitätskosten

Bedenke, dass Zeit Geld ist; wer täglich zehn Schillinge durch seine Arbeit erwerben könnte und den halben Tag spazieren geht oder auf seinem Zimmer faulenzt, der darf, auch wenn er nur sechs Pence für sein Vergnügen ausgibt, nicht dies allein berechnen, er hat neben dem noch fünf Schillinge ausgegeben oder vielmehr weggeworfen.

Benjamin Franklin, Advice to a Young Tradesman, 1748

Zwei Wege trennten sich in einem Wald, und ich-
ich nahm den, auf dem nur wenige reisten,
Und das allein hat alles verändert.

Robert Frost, The Road Not Taken, 1916

Joint production possibilities in the Robinson Crusoe Economy
Gemeinsame Produktionsmöglichkeiten von Crusoe und Freitag in der Robinson-Crusoe-Wirtschaft

Was sind Opportunitätskosten?
Ökonomen sind berühmt dafür, untereinander uneins zu sein. Keynesianer diskutieren mit Monetaristen über Fiskalpolitik. Mitglieder der Chicago School, einschließlich einer Reihe von „Nobelpreisträgern“ befürworten ungehinderte freie Märkte, während das Argument für staatliche Eingriffe in die Wirtschaft von Ökonomen wie Paul Krugman, Amartya Sen und Joseph Stiglitz verfochten wird, die ebenfalls alle diesen Preis erhalten haben.

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Der volkswirtschaftliche Wert ist NICHT gleich dem Preis einer Sache

Einer der Bereiche, in denen sich die (neo-)klassische Ökonomie bisher als eher unzureichend erwiesen hat, ist der von der Modellierung und dem Verständnis für den Wert von Waren und Dienstleistungen.

Gleichgewichtspreis

Überwiegend wird davon ausgegangen, dass der Preis ein gutes Äquivalent für den Wert darstelle – das macht die Dinge erheblich einfacher. Nach kurzem Nachdenken erscheint diese Formulierung jedoch eindeutig als unzureichend, denn wenn der Preis tatsächlich den Wert einer Sache darstellt, würde sich niemand die Mühe machen, etwas zu verkaufen, da der Wert, der dabei gewonnen wird (direkt oder indirekt über das „IOU“-Geld) genau dem entspräche, den man dabei gleichzeitig verlieren würde.

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Die gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen an die Gewerkschaften – Teil 2: Schutzwall gegen menschenunwürdige Unterbietungskonkurrenz

In Teil 1 dieser Serie über die volkswirtschaftlichen Aufgaben der Gewerkschaften identifizierten wir anhand des Buches „Marktpreis und Menschenwürde“ von Wolfgang Stützel die Beschränkung der Individualkonkurrenz der Arbeitnehmer untereinander als eine fundamentale Basis ihrer ordnungspolitischen Legitimation.

Nürnberg verdi Stepro

Sicherlich waren es zunächst die Gesetzgeber, die mit entsprechenden Arbeitszeitregeln Schutzvorkehrungen gegen die Gnadenlosigkeit der unmenschlichen Unterbietungs- konkurrenz einrichteten. Doch nach der Ächtung der Möglichkeiten zum Mehrangebot an Arbeitszeit blieb es den konkurrierenden Arbeitnehmern jedoch selbst überlassen, etwas gegen die nächste Eskalationsstufe bei der Vermeidung der Erwerbslosigkeit zu unternehmen.

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Fatale Irrtümer des finanziellen Fundamentalismus – Staatsverschuldung und die angebliche Verdrängung privater Investitionen

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Eine Abhandlung über die Ökonomie der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage
Teil 3

Irrtum Nr. 3: Staatsverschuldung soll vermeintlich private Investitionen „verdrängen“

Die aktuelle Realität stellt allerdings das genaue Gegenteil dar, durch die Verwendung der geliehenen Fremdmittel (im Gegensatz zu den Ausgaben durch Steuereinnahmen) werden nämlich zusätzlich verfügbare Einkommen erzeugt, die die Nachfrage nach den Produkten der Privatwirtschaft erhöhen und private Investitionen erheblich rentabler machen.

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Griechenland – Reformieren oder untergehen?

Vor einigen Tagen schrieb Francesco Saraceno einen interessanten Blog-Beitrag über seine Schwierigkeiten, das lästige tägliche Auf und Ab der Verhandlungen zwischen Griechenland und der Troika (aka den Institutionen) zu verfolgen.

Athens Streit-Street

Dabei fiel ihm vor allem auf, wie nahe sich die beiden Seiten in Bezug auf die umstrittenste Frage, nämlich die nach dem Primärüberschuss, eigentlich sind. Griechenland gab schon dem Verlangen der Gläubiger nach einem 1% igen Überschuss im Jahr 2015 weitestgehend nach, und beim Ziel für 2016 existiert noch ein Unterschied von etwa 0,5% (rund 900 Millionen Euro).

Zieht man aber nun in Betracht, wie oft die meisten Länder, nicht nur Griechenland, ihre Ziele in der Vergangenheit nicht vollkommen präzise erreicht haben, so sollte diese geringe Differenz eigentlich kein unüberbrückbares Hindernis darstellen.

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Bevor sein Stern aufging – Adam Smith, die Ayr Bank, sein unbekannter Rivale und das verlorene Wissen

Douglas, Heron & Company, im Volksmund als Ayr Bank bekannt, musste seine Türen aufgrund eines Bank Runs im Juni 1772 schließen.

Royal Bank of Scotland - geograph.org.uk - 611815
Früheres Hauptquartier der Royal Bank of Scotland

Eine Handvoll lokaler Adliger und Großgrundbesitzer hatte sie ein paar Jahre zuvor gegründet, um Modernisierungen in der im Südwesten Schottlands boomenden Leinenindustrie und im Tabakhandel finanzieren zu können.

Allerdings waren sie dabei sehr leichtsinnig und töricht bei der Kreditvergabe gewesen. Nachrichten, gemäß denen der Agent der Bank in London sich mit Aktien der East India Company verspekuliert hatte und nach Europa geflohen war, lösten einen Ansturm auf die Bank aus, der darüber hinaus zu einer landesweiten Panik führte.

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Fatale Irrtümer des finanziellen Fundamentalismus – Sparen als Voraussetzung für Investition und Wachstum

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Eine Abhandlung über die Ökonomie der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage
Teil 2

Irrtum Nr. 2: Sparen als Voraussetzung für Investitionen und Wirtschaftswachstum
Dem Drängen auf die Schaffung von Anreizen für den Einzelnen, mehr zu sparen, wird allgemein nachgesagt die Investitionen und das Wirtschaftswachstum zu stimulieren. Dabei scheint man von der Annahme einer unveränderten volkswirtschaftlichen Gesamtleistung auszugehen, so dass das, was nicht verzehrt wird zwangsläufig und automatisch zur Kapitalbildung verwendet wird.

Auch hier ist eigentlich das genaue Gegenteil der Fall. In einer Geldwirtschaft bedeutet für die meisten Menschen der Versuch, mehr zu sparen gleichzeitig die Entscheidung dafür, weniger auszugeben.

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Rechte Tasche, linke Tasche der europäischen Zentralbanken: das Unverständnis über die TARGET2-Salden geht weiter

Hans-Werner Sinn hat es wieder getan. Obwohl er bereits vor vier Jahren in der Diskussion um die TARGET2-Salden im Wesentlichen gescheitert war und eigentlich längst in den wichtigsten Punkten hätte zurückrudern müssen, wärmte er seine Thesen nun in einem ziemlich wirren Beitrag zur aktuellen griechischen Schuldendebatte wieder auf.

Frankfurt EZB.Nordwest-2.20141228
Frankfurt am Main: Gebäudekomplex der Europäischen Zentralbank

Das Prinzip der TARGET2-Salden ist nicht ganz einfach zu verstehen. Auch Wikipedia hilft da nicht recht weiter, weil dieser Beitrag hauptsächlich von den (falschen) Ansichten von Hans-Werner Sinn geprägt ist, worauf aber nur in der etwas anderen englischen Version hingewiesen wird. Selbst die Bundesbank sorgt mit nebulösen Erläuterungen eher für weitere Verwirrung denn für echte Aufklärung.

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Die gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen an die Gewerkschaften – Teil 1: Festlegung der Lohnsätze und Arbeitszeiten

Eine vor kurzem vom IWF vorgestellte Studie thematisierte den sinkenden Einfluss der Gewerkschaften in den Industrieländern und analysierte ihre Schwächen bei den Versuchen, eine gerechtere Einkommensverteilung zu erreichen.

Hamburg 1. Mai 2014 01

Diese Beurteilung der gewerkschaftlichen Arbeit durch eine eher als neoliberal bekannte internationale Institution möchte ich nun zum Anlass nehmen, einmal ein wenig zurückzublättern und anhand des 1982 erschienen Buches „Marktpreis und Menschenwürde“ von Wolfgang Stützel einen anderen Blick auf die Aufgaben der Gewerkschaften zu werfen.

Denn so manche damals gewonnene Erkenntnis ist heute nahezu verschollen und sollte vielleicht wiederbelebt werden, um in der aktuellen Diskussion über den Sinn und Zweck von Gewerkschaften neue Gesichtspunkte einzubringen.

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