Thomas Piketty und die Bedeutung des Kapitals für die ärmere Hälfte der Bevölkerung

Während meines diesjährigen Urlaubs in Griechenland habe ich mir nun endlich einmal Das Kapital im 21. Jahrhundert von Thomas Piketty vollständig als Lektüre zu Gemüte geführt. Kein wirklich leichter Lesestoff für eine solche Verschnaufpause, trotzdem fand ich das Buch sehr anregend.

Thomas Piketty at Festival of Economics in Trento, Italy (2015)
Der französische Ökonom Thomas Piketty

Inhaltlich hatte ich mich schon einmal mit diesem Werk auseinandergesetzt, im letzten Jahr mit meiner Abhandlung über die Kritik von Hans-Werner Sinn an Pikettys Veröffentlichung.

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Die Grippewelle hat nun auch mich kalt erwischt…

Tja, diesmal kann es leider keine aktuellen Blogbeiträge zu Schalkes Heimsieg am Freitag gegen Hannover oder eine Vorschau auf die Baseball-Wintermeetings in dieser Woche geben (der Beitrag über den japanischen Keynes war schon vorher fertig und kommt somit aus der „Retorte“).

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Stattdessen hat mich eine Erkältung am Wochenende so richtig platt gemacht. Ans Artikel-Schreiben war da leider nicht zu denken. Doch sobald es mir besser geht, werde ich auch wieder für neues Blog-„Futter“ sorgen, versprochen…

Takahashi Korekiyo – der japanische Keynes

Um fünf Uhr morgens am 26. Februar 1936 brachen rebellierende Soldaten im Schneetreiben die Türen des Hauses des japanischen Finanzministers Takahashi Korekiyo in Tokio auf. Zwei ihrer Offiziere gingen in den Raum, in dem Takahashi schlief und ermordeten ihn mit mehreren Pistolenschüssen. Anschließend wurde sein Körper von den Soldaten unter „Verräter“-Rufen förmlich zerhackt.

Series B 50 yen Banknote
Japanische 50-Yen-Banknote aus den 1950er Jahren mit dem Porträt von Takahashi Korekiyo

So endete das Leben eines der damals populärsten und beliebtesten Politikers und Ökonomen der japanischen Vorkriegsära. Einer seiner Mörder sagte später vor Gericht aus, er hätte sterben müssen, weil er eine radikal andere Wirtschafts-, Außen- und Militärpolitik als die japanische Armee befürwortete.

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Treiben höhere Mindestlöhne Produktivität und Innovation an?

Vor der Einführung eines gesetzlichen Mindestlohnes habe ich hier mehrfach über die Vorteile einer solchen Lohnuntergrenze geschrieben. Nun stieß ich auf einen sehr interessanten Artikel des amerikanischen Ökonomen Noah Smith zu dieser Thematik. Er stellte sich die Frage, ob Mindestlöhne in der langen Frist nicht sogar die Produktivität und Innovation steigern würden.

Jobboom nach der Mindestlohneinführung
Grafik: Hans-Böckler-Stiftung

Normalerweise wären es ja die Gegner von Lohnuntergrenzen, die über die Auswirkungen von Mindestlöhnen über längere Zeiträume reden würden, so Smith. Ihrer Ansicht nach hätten Erhöhungen der Mindestlöhne keine oder nur geringe Konsequenzen für das Beschäftigungsniveau einer Volkswirtschaft. Langfristig aber würden sie angeblich doch zu negativen Folgen für den Abbau der Erwerbslosigkeit führen.

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Ein pragmatischer Ansatz bei der Auslandsverschuldung: Die Abschreibung der deutschen Schulden 1953

Hermann Josef Abs - LSA 1953 Unterzeichnung
Hermann Josef Abs bei der Unterzeichnung des Londoner Schuldenabkommens 1953

Die Krise Griechenlands fordert Vergleiche mit dem Londoner Schuldenabkommen von 1953 heraus, welches eine lange Zeit sehr hoher Auslandsverschuldung Deutschlands beendete. Dieser Beitrag legt nahe, dass im Rückblick diese Vereinbarung unnötig großzügig war, da das schnelle Wachstum in Deutschland die Rückzahlung der Schulden erheblich erleichterte. Für Griechenland fehlen dagegen heute unglücklicherweise nahezu alle Beweggründe, die 1953 den Antrieb zu dieser Vereinbarung gaben.

Übersetzung aus VoxEU.org: A pragmatic approach to external debt: The write-down of Germany’s debts in 1953

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Doch, es gibt tatsächlich so etwas wie ein „Free Lunch“

Während der laufenden Kampagne zur Präsidentschaftswahl in den USA haben eine Reihe von aussichtsreichen Kandidaten ihre Standpunkte zu den monetären Kosten von verschiedenen staatlichen Programmen dargelegt.

Portrait of Milton Friedman
Portrait von Milton Friedman,
der den Ausspruch „There is no such thing as a free lunch“ populär machte

Einige haben dies im Rahmen einer Vorstellung der möglichen Finanzierung ihrer eigenen Ideen getan, während andere diese Gelegenheit dazu genutzt haben zu behaupten, dass noch nicht einmal die heute bereits vorhandenen Programme bezahlbar seien.

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Erschreckend – das „Sterbehaus“ der Deutschen Bank

Manchmal gibt es Artikel, die mich extrem ins Grübeln bringen. Einen solchen fand ich vor einiger Zeit durch den Real-World Economics Review Blog, einen bestürzenden Beitrag auf Zeit-Online über den „Unruhestand“ ehemaliger Vorstände der Deutschen Bank.

Deutsche Bank neue Fassade

Der niederländische Ökonom Merijn Knibbe fand dafür folgende Worte:

Ein schockierendes Porträt über den Ruhestand ehemaliger Deutsche Bank-Manager, die gemeinsam nutzlos in „Schein“-Büros langsam „verblassen“, in einer Nebenstraße hinter dem offiziellen Gebäude der Deutschen Bank. Am auffälligsten: der Mangel an unabhängigem Denken.

Was in aller Welt mag diese Leute dazu veranlassen, ein solches Trugbild weiterzuleben, sich dabei noch erniedrigen zu lassen und trotzdem nicht aufhören zu können?

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Kriminelle Brandmale: Können Rezessionen Verbrechens- karrieren hervorrufen?

Rezessionen und Krisen erhöhen in der Regel die Jugendarbeitslosigkeit und hinterlassen langfristig „Wunden“ am Arbeitsmarkt für die betroffenen Jugendlichen.

Bushaltestelle Breitscheidstraße Ilmenau
Graffiti an einer Bushaltestelle

Aktuelle Forschungsergebnisse von Brian Bell, Anna Bindler und Stephen Machin belegen zudem, dass sie auch erheblichen und beunruhigenden Einfluss auf den Start von kriminellen Karrieren haben.

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Keynes über Menschen, deren Verstand durch Unsinn verwirrt wurde

Die konservative Überzeugung, dass es ein Gesetz der Natur gibt, welches verhindert, dass Menschen eingestellt werden, dass es „unvorsichtig“ ist, Menschen zu beschäftigen, und dass es finanziell „gesund“ sei, etwa ein Zehntel der Bevölkerung auf unbestimmte Zeit in Untätigkeit zu halten, ist unglaublich verrückt.

Keynes Low

Eben die Art von Dingen, die eigentlich niemand glauben kann, dessen Kopf nicht Jahr für Jahr mit Absurditäten vernebelt wurde…

Unsere Hauptaufgabe wird es daher sein, den Instinkt des Lesers zu bestätigen, dass das, was sinnvoll erscheint auch sinnvoll ist, und das was wie Unsinn erscheint auch Unsinn ist.

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Das Problem mit den Elterntaxis – und die Analogie zu den gesamtwirtschaftlichen Zusammenhängen

Sein Kind in die Schule zu fahren ist gefährlicher, als es selbst gehen zu lassen. Eine wissenschaftliche Studie im Auftrag des ADAC zeigt: Auch die Kinder vor der Schule sind in Gefahr, wenn Eltern ihre Kleinen bis vor die Schultüre fahren.

Zitat aus einer vom ADAC beauftragten Studie

Barn i trafikken, Karin Beate Nosterud

Immer mehr wird demnach der elterliche Begleitverkehr, hauptsächlich mit dem PKW bis möglichst vor das Schultor, zu einem eminenten Sicherheitsrisiko und auch einer gesellschaftlichen Frage.

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