Automatisierung und Arbeitslosigkeit: die Ängste von 1927

Immer wieder hat es in den vergangenen Jahrzehnten sorgenvolle und beunruhigte Wortmeldungen dazu gegeben, wie die Automatisierung die Zahl der Arbeitsplätze verringern würde.

Railway and locomotive engineering - a practical journal of railway motive power and rolling stock (1925) (14755312391)
Automatisierte Entladung eines Erz-Frachters, New Jersey, USA, ca. 1925

Der amerikanische Ökonom Timothy Taylor erinnerte beispielsweise zuletzt an seinen Blogpost „Automatisierung und Job-Verlust: Die Furcht von 1964“ (1. Dezember 2014), in dem er über einen Zeitungsartikel von 1961 mit der Überschrift „Die automatisierte Erwerbslosigkeit“ berichtete.

Weiterlesen…

Warum Glück wichtiger ist als man vielleicht denken sollte

…Der Zufall hat einen sehr viel größeren Einfluss auf die Entwicklung der Lebensbiographien als es den meisten Menschen bewusst ist. Und dennoch schreiben überwältigend viele wohlhabende Menschen ihre eigenen Erfolge harter Arbeit zu und nicht Faktoren wie Glück oder zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.

Graduated!

Das ist beunruhigend, weil es eine wachsende Zahl von Hinweisen dafür gibt, dass wir uns eher mehr als „self-made“ sehen, und weniger nur als talentiert, fleißig und glücklich. Und diese Einstellung sogar dazu führt, dass wir uns weniger großzügig und gemeinwohl-orientiert zeigen.

Weiterlesen…

Kansas verliert langsam die Geduld mit den Steuersenkungen von Gouverneur Brownback

Das Experiment geht weiter und weiter…


Außerhalb der Landwirtschaft unselbstständig privat Beschäftigte in Kansas (rot), in den USA (blau), 2011M01 normalisiert = 0. Die gestrichelte Linie in 2011M01 zeigt zudem den Beginn der Amtszeit von Gouverneur Sam Brownback.

Brownback übernahm sein Amt mit dem Versprechen, Kansas wirtschaftsfreundlicher zu machen und so kürzte er erfolgreich den Spitzensteuersatz bei der Einkommensteuer um 29 Prozent und befreite mehr als 330.000 Farmer und Unternehmer gänzlich von diesen Steuern.

Weiterlesen

Hans-Werner Sinn über Mindestlöhne, die Eurokrise, Say’s Law und die absurde Logik der neoklassischen Theorie

Man ist ja eigentlich von den neoliberalen Apologeten gewohnt, dass sie gerne bei ihren Aussagen im Ungefähren bleiben, dafür Schlagworte heraushauen (wie etwa der neue Ifo-Chef Clemens Fuest in einem Interview: „Mehr Mindestlohn, mehr Arbeitslosigkeit“ oder „Höhere Unternehmensteuern oder Netto-Vermögensteuern kosten Arbeitsplätze“), ohne aber wirklich bei den Begründungen in die Tiefe gehen zu müssen.

Prof. Hans-Werner Sinn
Der ehemalige Präsident des Ifo-Institutes Hans-Werner Sinn

Das ist natürlich an sich schon oft problematisch, weil in solchen Zwiegesprächen meist die Zeit knapp bemessen wird, viele Themen auf einmal abgehandelt werden sollen oder aber, was ebenso häufig vorkommt, die Interviewer mangels fundiertem Wissen nicht nachhaken können oder wollen.

Weiterlesen…

Welthandel und Jobs: Können wir den ökonomischen Modellen überhaupt noch vertrauen?

Das Center for Economic and Policy Research (CEPR) stellte in einer neuen Untersuchung die schlechte Erfolgsbilanz der auch von der International Trade Commission (ITC) sowie dem Peterson Institute verwendeten berechenbaren allgemeinen Gleichgewichtsmodellen (CGEModelle) zur Projizierung der Veränderungen des internationalen Warenverkehrs nach den jüngsten Handelsabkommen fest.

XA-ZIM-2008-09-13-YVR
Landung einer Boeing 737 der mexikanischen Fluggesellschaft Aeroméxico
auf dem Vancouver International Airport

Diese Modelle konnten den großen Anstieg des US-Handelsdefizits mit Mexiko im Anschluss an die Umsetzung des NAFTA-Abkommens sowie mit Südkorea nach der Realisierung von KORUS nicht vorhersehen.

Weiterlesen…

Prekariat auf Abwegen

Bettler IMGP4637 wp
Bettler in Deutschland

…Zum anderen führt sie den Abgehängten einmal mehr die Verachtung vor Augen, die die „besseren Kreise“, einschließlich ihrer vormaligen Interessenvertreter, für sie empfinden. Dieses Gefühl wird nicht einfach verschwinden, wenn die Flüchtlingsströme abebben, so wie die Verachtung und Ausgrenzung nicht verschwindet. Das Nach-unten-Treten haben die Armen in unserer Gesellschaft nicht exklusiv. Entsolidarisierung ist keine Erfindung der AfD, sondern längst Realität.

Telepolis: Prekariat auf Abwegen

Die Einschränkungen des neoklassischen Grenzproduktes am Beispiel des englischen Fußballclubs Aston Villa

Es passte schon irgendwie, dass der Ökonom und ehemalige Notenbanker Mervyn King nur kurz zur Führungsriege von Aston Villa gehörte – denn dieser Job hätte ihm, wie seine vorherigen, eine Nahansicht des Scheiterns der Mainstream-Ökonomie geben können.

Chelsea 3 Aston Villa 0 (15185655599)
Premier-League-Spiel zwischen Chelsea und Aston Villa am 27. September 2014

So beispielsweise bezogen auf die Idee, dass die Löhne und Gehälter immer dem Grenzprodukt der Arbeit entsprechen würden. Die Gehaltssumme von Aston Villa war in dieser Saison höher als die von Leicester City. Dieser Unterschied spiegelte sich jedoch in ihrem Grenzprodukt nicht wieder. Und in der Tat sitzt Villa-Besitzer und Hauptaktionär Randy Lerner nun auf einem Verlust von über 200 Millionen Pfund.

Weiterlesen…

CETA: Erfahrungen Kanadas aufgrund ähnlicher Verträge

Der Kampf gegen TTIP, CETA und ISDS: Erfahrungen aus Kanada
Dieser Artikel dient zur Warnung an die Europäer, denen die Gesundheit ihrer Bewohner, Widerstandfähigkeit ihrer Gemeinschaften, das Schicksal ihrer öffentlichen Dienstleistungen und der Schutz ihrer natürlichen Ressourcen wichtig ist.

The Council of Canadiens: CETA – Erfahrungen aus Kanada

Die Logik und das Heckscher-Ohlin-Samuelson-Modell

Im Jahr 1817 präsentierte David Ricardo in den Grundsätzen der politischen Ökonomie eine Theorie, die darlegen sollte, weshalb Länder miteinander handeln und, basierend auf dem Konzept der Opportunitätskosten, wie das Verhältnis von Export und Import von Ländern bestimmt wird die Waren ausführen, bei denen sie einen komparativen Vorteil besitzen und Waren importieren, bei denen sie einen komparativen Nachteil haben.

Heckscher-Ohlin 3
Heckscher-Ohlin-Modell: 2-Güter-Welt. Transformationskurven zweier Länder mit unterschiedlicher Faktorausstattung und deren optimale Autarkielösungen.

Ricardos Theorie der komparativen Kostenvorteile erklärte allerdings nicht, wie der komparative Vorteil überhaupt zustande kommen sollte und warum er dann so ausfällt wie angenommen. Am Anfang des 20. Jahrhunderts präsentierten daher zwei schwedische Ökonomen – Eli Heckscher und Bertil Ohlin – ein eigenes Modell, nach dem die komparativen Vorteile aus Unterschieden in den Faktorausstattungen zwischen den Ländern entstehen sollen.

Weiterlesen…