Warum eine etwas höhere Inflation der Wirtschaft zugute käme

Sowohl die amerikanische Federal Reserve als auch die Europäische Zentralbank haben in den letzten vier bzw. drei Jahren ihre Inflationsziele von knapp unter zwei Prozent entgegen ihren eigenen Vorgaben nicht mehr erreicht.


United States Personal Consumption Expenditures (PCE) Price Index

Nachdem sich inzwischen die Leizinssätze beider Zentralbanken nahe Null Prozent bewegen, wäre es vielleicht an der Zeit, neu über die Höhe der Zielraten nachzudenken. Warum nicht für eine etwas höhere Inflationsrate plädieren, sagen wir so um die 4 Prozent? Damit könnten die inflationsbereinigten Zinsen noch weiter unter Null sinken, um das Wirtschaftswachstum auch in einem zukünftigen Abschwung steigern zu können.

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Blick über den großen Teich: „Der Dollar wird an Wert verlieren und die Inflation ihr hässliches Gesicht zeigen…“

So sprach Donald Trump überzeugt am 13. September 2012.


Realer Wert des US-Dollars gegenüber einem breiten Korb von Währungen, 2012M09=0 (blau, linke Skala) und Consumer Price Index (CPI) Inflation Jahr für Jahr in % (rot, rechte Skala). Quelle: Federal Reserve Board, BLS und Berechnungen des Autors.

Es ist mehr als offensichtlich, dass diese Prognosen bisher in keinster Form eingetreten sind. Doch Trump befindet sich mit den republikanischen Politikern Paul Ryan, John Boehner, Ron Paul und anderen offenbar in bester Gesellschaft.

(Eigene Übersetzung eines Blogbeitrages des amerikanischen Ökonomen Menzie Chinn)

Fed St. Louis: Tragen steigende Aktienkurse zur Ungleichheit der Einkommen bei?

Die Einkommensungleichheit in den USA begann in den 1970er Jahren zu steigen und Gewinne am Aktienmarkt haben diese Entwicklung begleitet, so das Ergebnis eines aktuellen Essays der Economic Synopses der Fed St. Louis.


Langfristiger Vergleich des Gini-Koeffizienten der USA und des S&P 500 Index

Deren Assistant Vice President und Ökonom Michael Owyang sowie Senior Research Associate Hannah Shell haben festgestellt, dass die Reichen von dem Anstieg der Aktienkurse und Kapitalerträge mehr als andere profitieren konnten, da sie einen besseren Zugang zu den Märkten haben.

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Richard Koo: das Sparparadoxon war bis zur industriellen Revolution die eigentliche Regel

Wenn man in der Geschichte weiter (als allgemein üblich) zurückblickt, kann man feststellen, dass die wirtschaftliche Stagnation aufgrund eines Mangels an Kreditnehmern für Tausende von Jahren vor der industriellen Revolution in den 1760er Jahren als die Norm angesehen werden kann.


Bild 1: Das Wirtschaftswachstum wurde erst nach der industriellen Revolution zu einer allgemeinen Regel

Wie in Bild 1 gezeigt, fiel das Wirtschaftswachstum in den Jahrhunderten davor verschwindend gering aus. Wahrscheinlich gab es trotzdem viele Individuen, die in dieser Zeit des Nullwachstums versuchten zu sparen, da die Menschen sich schon immer Sorgen über eine ungewisse Zukunft gemacht haben.

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Frank Schirrmacher † am 15.08.2011: „Ich beginne zu glauben, dass die Linke recht hat“

Vor mittlerweile fünf Jahren schrieb der im Juni 2014 verstorbene Journalist und Mitherausgeber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) Frank Schirrmacher über seine zunehmenden Zweifel an konservativer Politik:

Ein Jahrzehnt enthemmter Finanzmarktökonomie entpuppt sich als das erfolgreichste Resozialisierungsprogramm linker Gesellschaftskritik. So abgewirtschaftet sie schien, sie ist nicht nur wieder da, sie wird auch gebraucht.

Frank Schirrmacher
Frank Schirrmacher im Jahre 2007

„Die Stärke der Analyse der Linken“, so schreibt der erzkonservative Charles Moore im „Daily Telegraph“, „liegt darin, dass sie verstanden haben, wie die Mächtigen sich liberal-konservativer Sprache als Tarnumhang bedient haben, um sich ihre Vorteile zu sichern.

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Der Wohlfahrtsstaat und seine Relevanz für den Kapitalismus

Der Aufbau des Wohlfahrtsstaats war eine „Investition“, die für die Entwicklung des Kapitalismus eine immense Bedeutung hatte.

Share top 1 percent
Anteile an den Vorsteuereinkommen der obersten 1%, 0,1% und 0,01% der Haushalte

Er stand niemals nur für ein politisches Arrangement, das die Gewerkschaften und Arbeiter ruhigstellen sollte und konnte. Vielmehr hätte es ohne den Wohlfahrtsstaat die „dreißig glorreichen Jahre“ (1945-1975) schlicht nicht gegeben. Es gibt gute Gründe, warum diese Ära „the golden age of welfare capitalism“ genannt wurde. In keiner Zeit davor oder danach prosperierte der Kapitalismus in vergleichbarer Art und Weise.

Will Denayer im Makroskop

Krisenlösung Marke Europa: Massenexodus junger Menschen aus Griechenland, Spanien, Portugal und Irland

Fast eine halbe Million junger Griechen seit 2008, nahezu die gleiche Anzahl Spanier zwischen 2011 und 2014, 200.000 Portugiesen in den letzten vier Jahren, mehr als 120.000 Iren seit 2010, so sieht die neue „Völkerwanderung“ in Europa aus.


Straßenszene in dem kleinen Dorf Metamorfosi auf der Halbinsel Chalkidiki/Griechenland

Rückblende, Oktober 2015 auf der „Autobahn“ A67 von Thessaloniki Richtung Halbinsel Kassandra: rund um den Flughafen der zweitgrößten Stadt Griechenlands erscheint die Infrastruktur noch in Ordnung, Mietwagenfirmen, Airline-Catering, Hotels und Schnellrestaurants erwecken den Eindruck einer ganz normalen Tourismus-Region.

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Die Erhöhung des Mindestlohns in Seattle: ein Desaster?

Dunkle Warnungen wurden im Zuge der Verabschiedung der Mindestlohn-Verordnung in Seattle geäußert. „Minimum-Lohn-Erhöhung von Seattle endet sicher in einem Desaster“ und „Seattle erlebt Ausnahmen vom $ 15 Mindestlohn“.


Mindestlohn pro Stunde in Seattle (blau), als Ansatz 1 (dunkelblau ) und als Ansatz 2 (hellblau) sowie auf Bundesebene (rot). Quelle: BLS und City of Seattle

In einer frühen und inzwischen längst entzauberten Einschätzung schrieb der Ökonom Mark J. Perry: „Neuere Untersuchungen legen nahe, dass Seattles ‚radikales Experiment‘ ein Modell für den Rest der Nation sein könnte, dem man nicht folgen sollte“.

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Thomas Piketty: Exportüberschuss heißt nichts anderes als an der Stelle anderer Länder produzieren zu wollen

Starökonom Thomas Piketty in der Welt:

Deutschland führt sich allerdings als Besserwisser auf, was für den Rest der Europäer schlicht unerträglich ist.

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Thomas Piketty 2014 in Paris

Es ist auch irrational, denn dadurch, dass man die Länder Südeuropas in den Würgegriff nimmt, werden die Kredite nicht schneller zurückgezahlt. Man spürt dahinter die Lust, bestrafen zu wollen, die mit Nationalismus zu tun hat.

Denn wenn alle Länder wie Deutschland ein positive Handelsbilanz hätten, könnte es nicht so funktionieren. Niemand könnte dann einen derartigen Handelsbilanzüberschuss absorbieren.

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Die NAIRU (inflationsstabile Arbeitslosenquote) – ein perfides Schauermärchen

Die Geschichte der Non-Accelerating Inflation Rate of Unemployment (NAIRU) hatte von Anfang an immer eine sehr klare politische Implikation – jegliche Versuche Vollbeschäftigung zu erreichen sollten von vornherein zum Scheitern verurteilt sein, weil Regierungen und Zentralbanken die Arbeitslosigkeit nicht unter die kritische NAIRU-Schwelle drücken könnten, ohne dass dabei eine schädliche galoppierende Inflation entsteht.

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Kurzzeit-Phillips-Kurve vor und nach expansiver Politik, mit Langzeit-Phillips-Kurve (NAIRU)

Obwohl viele Mainstream-Ökonomen und Politiker einem rührenden Glauben an dieses NAIRU-Märchen anhängen, hält es einer genaueren Überprüfung nicht stand.

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