Sollte eine Regierung versuchen das Glück zu maximieren?

„Money can’t buy me love (Geld kann mir keine Liebe kaufen)“, sangen die Beatles früher einmal, obwohl es zweifelhaft erscheint, dass dies wirklich ein strenger empirischer Anspruch war.

Paul, George & John
Paul McCartney, George Harrison und John Lennon performen
„Can’t buy me love“ (1964)

Dennoch bestreitet niemand, dass es mehr im Leben gibt als Geld und ein neues Buch, The Origins of Happiness argumentiert, dass Glück und Zufriedenheit ein Leitfaden für die Regierungspolitik sein sollten.

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S04: Mit viel Dusel drei Punkte gegen Hertha BSC, in Mainz soll die Sieges-Serie dennoch weiter halten…

7:11 Torschüsse, nach dem Pausentee aber ohne eine einzige ernsthafte Torchance: Obwohl die Schalker stark verteidigten, war der 1:0-Erfolg über Hertha BSC Berlin am Ende doch etwas glücklich.

Pál Dárdai
Ärgerte sich zurecht über den Punktverlust seiner Mannschaft:
Hertha-Coach Pal Dardai

Der erste Eindruck nach der Begegnung trog auch in den Statistiken nicht, das mulmige Gefühl über den äußerst knappen Sieg gegen die Hauptstädter erwies sich als richtig. Trotz eines immensen Aufwandes in der Defensive schafften die Mannen von Coach Domenico Tedesco keinen zweiten Treffer mehr, da sie schlicht alle Angriffsbemühungen mehr oder weniger einstellten.

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Elsner: Neoliberalismus vs. Demokratie – die Notwendigkeit der zyklischen Krise

Weltwirtschaftswachstum
Reales Wirtschaftswachstum der Welt von 1950-2014
(schwarze Linie: 5-jährlicher laufender Durchschnitt)

…Und die traditionelle zyklische Krise ist lebenswichtig für den Kapitalismus: Nur in der zyklischen Krise konnte die aufgeblasene (überakkumulierte, dabei zum guten Teil auch immer rein „umverteilte“) Kapitalmenge, die sich klassischerweise im investierten Sachkapital und heute überwiegend im fiktiven nominalen Spekulationskapital aufhäuft, so radikal entwertet werden, dass die Profitrate wieder auf normale Werte steigen konnte und für die übriggebliebenen und einige neue Kapitalisten sich das Investieren und Produzieren, und heutzutage: das Spekulieren („Finanzinvestitionen“) wieder lohnten.

Eine neue Dynamik des Kapitalismus konnte nach sozial mehr oder weniger schlimmen, mehr oder weniger lang anhaltenden und mehr oder weniger gewalttätigen Krisen (mit oder ohne Kriegen) beginnen. Die ersten investieren dann schon wieder, wie es in Spekulantenkreisen heißt, „wenn das Blut auf der Straße liegt“.

aus dem Vortrag „Neoliberaler“ Kapitalismus versus Demokratie von Wolfram Elsner, gehalten in Linz 2011

Matt Kemp ist zurück bei den L. A. Dodgers auf der Suche nach einem Neuanfang

Es war wie ein Flashback zum Trainingsauftakt auf der Camelback Ranch, mit dem alten Kumpel Matt Kemp zurück im Dodgers-Clubhaus, in dem er aufwuchs und nun offenbar trotz aller Widrigkeiten noch etwas zu beweisen hat.

Matt Kemp Home Run
Nun wieder öfter auf der Anzeigetafel im Dodger Stadium: Matt Kemp

„Ich bin genauso überrascht wie ihr auch“, so Kemp zu Reportern vor seinem neuen Spind. Er war einer von mehreren Positionsspielern, die recht früh vor dem Meldeschluss im Camp erschienen. Dass er überhaupt noch einmal in einer Dodgers-Uniform auftreten würde, hatte eigentlich niemand mehr erwartet.

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Neoliberale Beharrlichkeiten im Tafel-Skandal

Unfassbar, was da momentan in der Debatte um die Verteilungsregeln der Essener Tafeln abgeht. Unglaublich, dass der eigentliche Skandal, nämlich die bloße Existenz solcher ehrenamtlicher „Essensversorger der letzten Instanz“ in einem der reichsten Länder der Welt dabei überhaupt nicht thematisiert wird.

Die Tafeln
Logo von „Die Tafeln“

Ganz im Gegenteil hat man den Eindruck, dass unsere sogenannten „Eliten“ alles tun, um gerade diese Diskussion überhaupt nicht aufkommen zu lassen. Kein Wunder, würde doch damit an einem der Grundsätze neoliberaler Politik gerüttelt: „Jeder ist zuerst einmal seines eigenen Glückes Schmied!“

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Die Schalker Erfolge gegen die Werksmannschaften als Zeichen gnadenloser Effizienz?

Nach dem 2:1 über SAP-Hoffenheim nun das 2:0 in Leverkusen: der S04 zeigte sich brutal ergebnisorientiert in den Sechs-Punkte-Spielen. Und überzeugte trotzdem durch gute Leistungen.

Meyer Schalke 2015
Gegen die Bayer-Elf wieder einer der Besten: Max Meyer

Bereits nach der Auswärtsbegegnung in Stuttgart hatte ich ja schon einmal die Hohe Taktikschule a la Tedesco hervorgehoben, die meiner Ansicht nach maßgeblich für den Sieg im Schwabenländle verantwortlich zeichnete.

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Die Lehren aus einer Roboter-Übernahme in Zeitlupe

Die Baumwollernte wird heute von Maschinen dominiert. Aber bis es soweit war, hat es Jahrzehnte gedauert.

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Eine Baumwoll-Erntemaschine von John Deere bei der Arbeit in den USA

Aus der Kabine eines hochmodernen Cotton-Ernters Marke John Deere erscheint das Pflücken von Baumwolle heute als der einfachste Job der Welt. Man tuckert mit vier oder fünf Meilen pro Stunde herum und sieht zu, wie die leuchtend gelben Finger der riesigen Maschine acht Reihen von Kapseln gleichzeitig verschlingen.

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L. A. Dodgers Rückblick 2017: Chris Taylor

Trotzdem Chris Taylor 2017 denkbar knapp den Saisonauftakt der Dodgers verpasste, da er bis dahin zumeist lediglich als Ergänzungsspieler von der Bank eingesetzt wurde, entwickelte er sich dennoch zu einem unverzichtbaren Teil des Clubs, der seine ersten World Series Finals seit 29 Jahren erreichte.

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Dodgers-Outfielder Chris Taylor

Was 2017 gut lief:
Obwohl er aufgrund seiner relativen Unerfahrenheit im Outfield am ersten Spieltag nicht dabei war – seine gesamte Profikarriere von 2012-16 spielte er ausschließlich im Infield – kam Taylor im Centerfield auf 47 Spiele und im Leftfield auf 46 Begegnungen für die Südkalifornier in der letzten Saison, dank seiner Geschwindigkeit, die ihm auf beiden Positionen überdurchschnittlich half und seiner Arbeit im Infield.

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Elsner: Neoliberalismus vs. Demokratie – die Lüge über die Effektivität der „Märkte“

Graffito Destroy Capitalism Steyr
Graffito „Destroy Capitalism!“ (Zerstört den Kapitalismus!) auf einer Fabrikmauer

…Ich will deutlich machen, dass der „Neoliberalismus“ aufgrund der historischen Lüge über die Effektivität der „Märkte“ – Lügen, die ihm heute selbst um die Ohren fliegen –, die Zukunft eines dynamischen Kapitalismus selbst verhindert.

Der größte Feind eines funktionierenden Kapitalismus ist also der „neoliberal“ degenerierte Kapitalismus, der nur noch das kürzestfristige Raffinteresse der Megareichen und Mega-mächtigen, der „Systemrelevanten“, der „Too-big-to-fails“ bedient, bedienen will und unter gegebenen Umständen bedienen muss, aber kein allgemeines, längerfristiges Systeminteresse mehr verfolgt.

Niedergang perfekt. Der Kapitalismus hat damit jegliche vorantreibende, also jegliche historische Funktion verloren, wenn die myopische „Rationalität“ des Einzelkapitals statt die des Gesamtkapitals dominieren.

Realökonomisch, ökologisch, sozial, politisch oder moralisch, – keinerlei historische Perspektiven sind mehr erkennbar, bestenfalls noch ein Vor-sich-Hindümpeln, schlimmstenfalls chaotische Zusammenbrüche.

aus dem Vortrag „Neoliberaler“ Kapitalismus versus Demokratie von Wolfram Elsner, gehalten in Linz 2011