Die duale Bedeutung des Geldes: Zahlungsmittel und Geldvermögen

Als einen notwendigen Beitrag zur volkswirtschaftlichen Geldtheorie hat Wolfgang Stützel die von ihm entwickelte Saldenmechanik angesehen. Ihr wesentlichstes Anwendungsgebiet in der Wirtschaftstheorie sollte dabei die Analyse von Änderungen des Nettogeldvermögens sein.


Zahlungsmittel Euro-Geldscheine

Begriff des Geldvermögens
Um den Begriff des „Geldvermögens“ zu definieren, erkannte Stützel die grundsätzliche Zweiteilung des Objektes „Geld“ im Sinne der Geldtheorie:

In Wirklichkeit zerfallen die Beziehungen im gegenwärtigen Geldwesen in zwei verschiedene Ebenen: Eine Ebene der Geldvermögensumschichtungen und eine Ebene der Zahlungsmittelumschichtungen. Infolgedessen zerfällt das früher … einheitliche Objekt „Geld“ in zwei verschiedene Objekte, nämlich a) Geldvermögen, b) Zahlungsmittelbestände…

Stützel: „Volkswirtschaftliche Saldenmechanik” (1978, S. 70)

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Das Rennen der fallenden Blätter: die Lombardei-Rundfahrt

Mit Beginn des Monats Oktober neigt sich die Radsport-Saison unweigerlich ihrem Ende entgegen. Symptomatisch dafür ist die in Norditalien stattfindende Lombardei-Rundfahrt, die als eines der sogenannten „Monumente des Radsports“ traditionell im Herbst stattfindet und deshalb auch den Beinamen „Rennen der fallenden Blätter“ trägt.

Peloton bei der Lombardei-Rundfahrt Thomas Voeckler - lange Zeit allein in Führung

In diesem Jahr wurde sie zum zweiten Mal auf der Strecke von Bergamo ins norditalienische Lecco über die Gesamtlänge von 242 Kilometern ausgetragen.

Nachdem eine frühe Ausreisser-Gruppe um den deutschen Radprofi Björn Thurau gestellt worden war, attackierte der Franzose Thomas Voeckler vom Europcar-Team und fuhr einen zwischenzeitlichen Vorsprung von fast drei Minuten heraus.

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Der Mythos von der Tauschwirtschaft

Der Tausch ist eine sehr frühe Form des Handels. In seiner einfachsten Form werden zwei Güter direkt gegeneinander getauscht.

Bundesarchiv Bild 183-2005-0728-526, Tausch von Kartoffelschalen gegen Brennholz

Tausch von Kartoffelschalen gegen Brennholz, ca. 1947

So wie auf der Wikipedia-Seite Geschichte des Geldes erklären uns volkswirtschaftliche Lehrbücher fast immer den Beginn der modernen Ökonomie, indem Menschen durch die Einführung von Geld die Tauschwirtschaft in einer arbeitsteiligen Gesellschaft wesentlich vereinfachten.

Geld ist entscheidend wichtig für das Funktionieren einer Marktwirtschaft. Stellen Sie sich vor, wie das Leben ohne Geld wäre. Die Alternative zur Geldwirtschaft ist Tausch, Menschen, die Güter und Dienstleistungen direkt, ohne Umweg über das Medium Geld, gegen andere Güter und Dienstleistungen tauschen. (Economics von Case, Fair, Gärtner und Heather 1996)

Doch stimmt das so überhaupt?

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Renovierungsarbeiten am Wochenende

Das Wochenende nach dem Feiertag am 03. Oktober werde ich für längst fällige Renovierungsarbeiten verwenden.

menschen-arbeit-0012.gif von 123gif.de

Das Erscheinen neuer Beiträge verschiebt sich daher möglicherweise etwas. Nächste Woche geht es dann aber (hoffentlich) wieder normal weiter.

Inflation in der Eurozone sinkt auf 1,1 Prozent

Wie das Statistische Amt der Europäischen Union (Eurostat) mitteilte, ist die Inflation in der Eurozone im September auf 1,1 Prozent gesunken, den niedrigsten Wert seit Februar 2010 (Eurostat: Inflation in the euro area – Statistics Explained).

Euro area annual inflation and its main components (%),
September 2010 – September 2013, Source: Eurostat


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Hoffenheimer Kapriolen und Baseler Souveränität

Also manchmal kann ich es nicht verstehen: Da bieten die Profis des FC Schalke 04 in zwei Auswärts-Partien hintereinander ein völlig indifferentes Bild.
Erst eine hasenfüßige und schwache zweite Halbzeit bei der TSG Hoffenheim in der Bundesliga, dann ein souveränes Auftreten in der Champions League beim FC Basel, immerhin aktueller Chelsea-Bezwinger.

Basel, St.-Jakob-Park - CL 2011-2012, round of 16, FC Basel - FC Bayern - pic01

Es ist manchmal wirklich schwer zu fassen, wie man innerhalb weniger Tage so völlig unterschiedlich Fußball spielen kann.

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Der kollektive Buddenbrooks-Effekt

Oder die Selbstwidersprüchlichkeit der Mittelschicht
Wie sehr die volkswirtschaftliche Saldenmechanik und ihre Grundsätze aus dem kollektiven Bewußtsein verschwunden sind, kann man am besten mit einer Suche im Internet feststellen.

Buddenbrookhaus Luebeck (Germany) by night
Das Buddenbrooks-Haus in Lübeck

Nur noch wenige Perlen einer alternativen Sichtweise auf die wirklichen Zusammenhänge zwischen Schulden und Vermögen sind da zu finden. Eine große Ausnahme stellt dabei das Blog Guthabenkrise dar.

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Sind die Schuldner wirklich immer schuld?

In meinem letzten Beitrag zur Saldenmechanik, in dem es um die Frage nach der Moral ging, habe ich neben der allgemeinen Ursachenforschung mittels wirtschaftstheoretischer Modell-Analysen bereits kurz die „Schuldfrage“ bei Kreditverhältnissen aus einzelwirtschaftlicher Sicht angeschnitten.

Frankfurt am Main Hessen Germany Skyline der Banken und Versicherungen 2005 Foto Wolfgang Pehlemann Wiesbaden PICT0038

Allgemein gilt nun mal der Grundsatz als gegeben, dass vor allem der Schuldner erstmal „schuld“ ist, wenn es in der Beziehung zwischen Gläubiger und Kreditnehmer irgendwie hakt.

Schließlich hätte er den Kredit ja nicht aufnehmen müssen. Schließlich hat er doch über seinen Verhältnissen gelebt. Und wenn wir irgend etwas aus der Eurokrise gelernt haben, dann ja wohl diese Schuldzuweisung. Immer wieder haben uns die Politiker verschiedener Couleur doch genau diesen einfachen Sachverhalt klarmachen wollen: Der Schuldner ist schuld!

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