Und täglich grüßt das Murmeltier…

Man fühlt sich eigentlich jedes Mal unweigerlich an diesen Film erinnert:

Wieder einmal wird in deutschen Medien gejubelt: Auch im Juli 2014 erreichten die deutschen Ausfuhren einen neuen Höchstwert.

Murmeltiertag 2005 in Punxsutawney, Pennsylvania
Murmeltiertag 2005 in Punxsutawney, Pennsylvania, USA

Im sechsten Jahr nach Ausbruch der Eurokrise ist die saldenmechanische Problematik der Handelbilanzüberschüsse bei einem Großteil der hiesigen Journaille offenbar immer noch nicht angekommen.


Der Wettbewerb der Nationen ist also immer ein Abwertungswettlauf mit anderen Mitteln. Steht wie in der europäischen Union das Mittel der Abwertung der Währung den einzelnen Staaten aber nicht zur Verfügung, so muss die Lektion aus der Eurokrise und den zahlreichen anderen Desastern der letzten Jahrzehnte sein, die Erträge aus der wirtschaftlichen Entwicklung im Inland zu konsumieren und das Entstehen von Handelsungleichgewichten als Folge unterschiedlicher Lohnstückkosten- entwicklungen zu verhindern bzw. abzubauen.

Denn:
Die Überschüsse des Einen sind die Schulden des Anderen.

Zu den Hintergründen speziell in der Eurozone verweise ich zudem auf diesen Beitrag:
Die Eurokrise – vorläufiger Höhepunkt des Transferproblems

Zu den Handelsbilanzüberschüssen im allgemeinen siehe auch:
Ein wohltuend sachlicher Beitrag zur Diskussion über die deutschen Exportüberschüsse
.

Der Lautenbach-Plan 1931 – Teil 3: Produktive Kreditschöpfung als Notmaßnahme gegen die Depression

Auf dem Gipfel der Weltwirtschaftskrise fand am 16./17. September 1931 eine Geheimkonferenz der Friedrich List-Gesellschaft in Berlin statt, bei der über die Machbarkeit und eventuelle Durchführung des sogenannten „Lautenbach-Plans“ (Möglichkeiten einer aktiven Konjunkturbelebung durch Investition und Kreditausweitung) diskutiert wurde.

Bundesarchiv Bild 183-R96268, Berlin, Fröbelstraße, Speisesaal im Obdachlosenasyl 1932

Mit diesem Beitrag will ich mich nun etwas näher mit der Arbeit von Wilhelm Lautenbach beschäftigen, da sie auch im Lichte der heutigen Wirtschaftspolitik, gerade in Bezug auf die sogenannte „Spar“(-absichts)-Politik gegenüber den EU-Krisenländern, noch immer eminent wichtige Erkenntnisse liefern kann.

Defizitpolitik? Reichsbankzusage als Katalysator? Der Verzweiflungsweg – ohne Auslandskapital!
Unter dieser Überschrift analysierte Lautenbach, dass die deutsche Wirtschaftspolitik nach der Bankenkrise vor allem zwei besonders wichtige Herausforderungen zu bewältigen habe: die Stabilität der Währung sicherzustellen sowie die Verhinderung weiter steigender Erwerbslosigkeit.

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Ja da schau her, der FC Schalke lebt also doch noch…

Es war alles angerichtet für ein glanzvolles Bundesligadebüt:
Hals über Kopf war Xabi Alonso nach seiner Verpflichtung von Madrid nach München und dann weiter nach Gelsenkirchen gereist und schon stand er in der Startaufstellung der Bayern beim S04.

Xabi Alonso noch im Trikot von Real Madrid

Was sollte schon schiefgehen gegen einen Gegner, der die letzten sieben Spiele allesamt deutlich gegen die Münchener verloren hatte, zudem noch mit dem sagenhaften Torverhältnis von 2:23?
So war es denn anscheinend auch kein allzu großes Risiko, den Spanier direkt von Anfang an zu bringen, denn auch ohne die verletzten Ribery, Robben, Schweinsteiger usw. schienen die Kräfteverhältnisse von Anfang an klar zu sein.

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Die Lehren aus der Weltwirtschaftskrise für die Eurozone

Meine Übersetzung eines Beitrags von Simon Wren-Lewis aus seinem Blog mainly macro, der die momentanen wirtschaftspolitischen Fehler in der Eurozone kurz aber sehr treffend darlegt:

Es erscheint mir einfacher, die Probleme der Eurozone zuerst durch die Vorstellung der EU als eine Einheit zu erfassen, ehe man über die Verteilung zwischen den Ländern nachdenkt. In beiden Fällen allerdings macht die Eurozone heute genau die gleichen Fehler, die auch in der Großen Depression der 1920er/30er Jahre gemacht wurden.

Die Eurozone leidet derzeit unter einem chronischen Mangel bei der Gesamtnachfrage. Nach einer Schätzung der OECD existierte 2013 in der Eurozone eine Produktionslücke von fast 3,5%. Da die Geldpolitik entweder nicht in der Lage oder nicht willens ist, dagegen viel zu unternehmen, ist eine staatliche Konjunkturankurbelung notwendig. Dies ist die erste Lehre aus der Weltwirtschaftskrise, die strikt ignoriert wird. Stattdessen wurde den Ländern der EU mit dem Stabilitäts- und Wachstumspakt (SWP) striktes Sparen und Austerität auferlegt.

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Der Lautenbach-Plan 1931 – Teil 2: Die Konferenz der Friedrich-List-Gesellschaft

Als im Sommer 1931 die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise der bis dahin erfolglosen und kontraproduktiven Geld- und Kreditpolitik der Weimarer Republik die Grenzen aufzeigten, begannen Ökonomen und Wirtschaftswissenschaftler mit der fieberhaften Suche nach Alternativen.

Der Staatssekretär des Reichsfinanzministeriums Hans Schäffer überzeugte anhand der zuvor veröffentlichten Schriften von Wilhelm Lautenbach („Defizitpolitik? Reichsbankzusage als Katalysator? Der Verzweiflungsweg – ohne Auslandskapital!“) und des Ökonomen Heinrich Rittershausen („Am Tage nach dem Zusammenbruch“) den Reichsbankpräsidenten Hans Luther, diese Konzepte in einem breiteren Rahmen zu erörtern.

Anteile von Faktorkosten, Abschreibungen und Unternehmergewinn an den abgesetzten Verbrauchsgütern
Schaubild nach Wilhelm Lautenbach: Unternehmergewinn & Nachfragebedarf (Abbildung selbst erstellt)

Zusammen mit dem Präsidenten des Reichsrechnungshofes Friedrich Saemisch, der ebenso wie Luther dem Vorstand der Friedrich-List-Gesellschaft angehörte, lud der Reichsbankpräsident Lautenbach, Rittershausen und andere bedeutende Nationalökonomen der damaligen Zeit zu einer vertraulich gehaltenen Konferenz ein.

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Schalke 04: Droht der nächste verunglückte Saisonstart?

Wenn man denn eine Lehre aus dem Spiel in Hannover ziehen will, dann wohl vor allem diese: Zwanzig Minuten Fußball spielen reicht nicht aus, um in der Bundesliga gewinnen zu können.
Und zu allem Überfluss kommt nun zum ersten Heimspiel ausgerechnet der amtierende Deutsche Meister Bayern München in die Veltins-Arena.

AWD-Arena Einweihungsfeier Feuerwerk

Keine tatsächlich guten Aussichten, um nach dem Pokal-Aus in Dresden und der Auswärtsschlappe bei den Niedersachsen einen gänzlich mißglückten Saisonstart noch abwenden zu können. Ganz abgesehen davon, dass es dann natürlich wieder die Trainer-Diskussion um Jens Keller geben wird und darüber hinaus womöglich auch andere, bisher durchaus funktionierende Ansätze wieder in Frage gestellt werden könnten.

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Der Lautenbach-Plan 1931 – Teil 1: Geld- und Kreditpolitik der Weimarer Republik in der Weltwirtschaftskrise

Die Auswirkungen des Ersten Weltkriegs sowie die Erfahrungen mit der Einführung der Rentenmark nach dem Desaster der Hyperinflation des Jahres 1923 hatten eigentlich bewiesen, dass Gold als bevorzugtes Mittel zur Stabilisierung einer Währung schlicht überflüssig bzw. durchaus schädlich sein könne.

Bundesarchiv Bild 102-12023, Berlin 1931, Bankenkrach, Andrang bei einer Sparkasse

Die Ankopplung der eigenen Währung an ein von der wirtschaftlichen Entwicklung völlig unbeeinflußbares Medium hatte sich in Zeiten moderner Ökonomie schlicht als zu unflexibel erwiesen. Veränderungen in den Handels- und Leistungsbilanzen, wie sie nach dem Ersten Weltkrieg durch den wachsenden internationalen Warenverkehr immer häufiger entstanden, sorgten in vielen Ländern unter dem Goldstandard für erhebliche Schwankungen in den Devisenbilanzen, durch die geldmarktpolitische Eingriffe zur Stabilisierung der Wirtschaft erschwert oder nahezu unmöglich gemacht wurden.

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Schalker Aus im DFB-Pokal: Geht das schon wieder los?

Wenn ich ehrlich sein soll, hatte ich vorher schon so ein ungutes Gefühl.
Eine alles andere als optimale Vorbereitung, die Nationalspieler Höwedes, Draxler und Huntelaar erst seit ein paar Tagen wieder im Training, erneut (zu) viele Verletzte, zuletzt nur noch Niederlagen gegen englische Klubs in den Testspielen.
Und dann ausgerechnet bei einem Drittligisten in der ersten Runde des DFB-Pokals antreten zu müssen…

Rudolf-Harbig-Stadion in Dresden

Fast gebetsmühlenartig wurde zwar immer wieder die mahnende Aussage wiederholt, man werde Dynamo Dresden bestimmt nicht unterschätzen.
Tja, die Realität zeigte aber dann doch etwas anderes: eine pomadig und uninspiriert auftretende Schalker Mannschaft, die offenbar den Testspiel-Modus der Saisonvorbereitung noch nicht abgelegt hatte.

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L.A. Dodgers werden von Milwaukee dreimal in Serie geschlagen

Zack Greinke bezwungen, Clayton Kershaw besiegt, Dan Haren früh ausgewechselt.
Und die Dodgers – ausgespielt…

Dan Haren, noch im Trikot der Oakland Athletics

Es war ein Aufeinandertreffen von zwei National League Divison Leadern, also eine Vorschau auf ein mögliches Playoff-Duell und die Möglichkeit für Los Angeles, Wiedergutmachung für das letzte Wochenende mit zwei Niederlagen in drei Spielen in Milwaukee zu betreiben.

Doch es endete am Sonntag mit einem „Sweep“ der Brewers, die alle drei Begegnungen für sich entscheiden konnten und die Dodgers vor eigener Kulisse demütigten.

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Saisonbilanz 2013/2014 – Einzelbewertungen Teil 5

Zum Abschluss dieser kleinen Serie hier noch eine Beurteilung der Stürmer sowie ein Blick auf Trainer Jens Keller und die Aussichten für die neue Saison:

Klaas-Jan Huntelaar im Trikot der Niederlande

Klaas-Jan Huntelaar
Wie wichtig ein wirklich guter Stürmer für eine Mannschaft sein kann, merkt man häufig vor allem dann, wenn er nicht zur Verfügung steht. Beim Holländer Klaas-Jan Huntelaar, dem „Goalgetter mit der eingebauten Torgarantie“, und dem FC Schalke 04 kann man diesen besonderen Zusammenhang nahezu jede Saison beobachten.

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