Alternative Wirtschaftstheorie – Teil 3: Unternehmereinkommen und Unternehmergewinn

Den in den ersten beiden Beiträgen (Teil 1, Teil 2) festgestellten Zusammenhang zwischen Unternehmergewinn, Investitionen und Beschäftigung hatte Lautenbach in seinem Werk Zins, Kredit und Produktion mit zwei Säulendiagrammen dargestellt.

Definition des Unternehmergewinns als Soll-Einkommen

Die erste Grafik (siehe unten) betrachtete dabei den Teil des Bruttoinlandsproduktes, der von der Verbrauchsgüterindustrie innerhalb einer bestimmten Periode hergestellt und an die Verbraucher abgesetzt wurde, dargestellt in der linken Säule als Gesamtsumme der Herstellungskosten V.

Anteile von Faktorkosten, Abschreibungen und Unternehmergewinn an den abgesetzten Verbrauchsgütern
(Abbildung selbst erstellt)

Der Einfachheit halber ging Lautenbach davon aus, dass Produktion und Absatz an die Verbraucher gleich bleiben und auch durch die Lagerhaltung von Händlern und Unternehmern nicht beeinflußt werden, d. h. Zu- und Abgänge der Depots sich insgesamt die Waage halten.

Die für die Produktion notwendigen Vorprodukte sowie alle dabei entstandenen Kosten für die beteiligten Produktionsfaktoren (Löhne, Gehälter, Steuern und Zinszahlungen u. a.) sind im Diagramm als Faktorkosten F bezeichnet, die durch den Verschleiß der Produktionsanlagen zu veranlagenden Abschreibungen mit A.

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Geldtheoretische Bestimmungsgründe für den Kapitalzinssatz und deren Auswirkungen auf die Wirtschaftspolitik

In meinem Beitrag Die duale Bedeutung des Geldes: Zahlungsmittel und Geldvermögen hatte ich die Beziehungen des modernen Geldwesens hauptsächlich anhand der Einnahmen-/Ausgabenrechnung der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen betrachtet.

Money closeup
Nahaufnahme einer Dollar-Banknote

Da es jedoch nicht unüblich ist, die gesamtwirtschaftlichen Zahlungs- und Geld-vermögensströme mit Hilfe der Einkommensrechnung darzustellen, soll hier nun eine entsprechende Transformation der salden- mechanischen Grundsätze erfolgen, wie sie schon Wolfgang Stützel in seinem Buch „Volkswirtschaftliche Saldenmechanik“ vorgenommen hat.

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Rogoffs Schuldenregel: Nicht der Rechenfehler sondern die falsche These ist das Problem

Ganz schön dreist: 90-Prozent-Regel: Harvard-Ökonom Rogoff wirft Kritikern Hexenjagd vor | ZEIT ONLINE

Kenneth Rogoff, 2002 als Chefökonom des Internationalen Währungsfonds (IWF)
Rogoff 2002 als Chefökonom des Internationalen Währungsfonds (IWF)

Worum geht’s da aber eigentlich?

Kenneth Rogoff, amerikanischer Ökonom an der Harvard Universität, entwickelte 2010 zusammen mit Carmen Reinhart in einem Essay die These, dass das Wirtschaftswachstum einer Volkswirtschaft sich dann stark verringere, wenn die Staatsverschuldung auf mehr als 90 Prozent des Bruttoinlandsproduktes steige.

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Die duale Bedeutung des Geldes: Zahlungsmittel und Geldvermögen

Als einen notwendigen Beitrag zur volkswirtschaftlichen Geldtheorie hat Wolfgang Stützel die von ihm entwickelte Saldenmechanik angesehen. Ihr wesentlichstes Anwendungsgebiet in der Wirtschaftstheorie sollte dabei die Analyse von Änderungen des Nettogeldvermögens sein.


Zahlungsmittel Euro-Geldscheine

Begriff des Geldvermögens
Um den Begriff des „Geldvermögens“ zu definieren, erkannte Stützel die grundsätzliche Zweiteilung des Objektes „Geld“ im Sinne der Geldtheorie:

In Wirklichkeit zerfallen die Beziehungen im gegenwärtigen Geldwesen in zwei verschiedene Ebenen: Eine Ebene der Geldvermögensumschichtungen und eine Ebene der Zahlungsmittelumschichtungen. Infolgedessen zerfällt das früher … einheitliche Objekt „Geld“ in zwei verschiedene Objekte, nämlich a) Geldvermögen, b) Zahlungsmittelbestände…

Stützel: „Volkswirtschaftliche Saldenmechanik” (1978, S. 70)

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Der kollektive Buddenbrooks-Effekt

Oder die Selbstwidersprüchlichkeit der Mittelschicht
Wie sehr die volkswirtschaftliche Saldenmechanik und ihre Grundsätze aus dem kollektiven Bewußtsein verschwunden sind, kann man am besten mit einer Suche im Internet feststellen.

Buddenbrookhaus Luebeck (Germany) by night
Das Buddenbrooks-Haus in Lübeck

Nur noch wenige Perlen einer alternativen Sichtweise auf die wirklichen Zusammenhänge zwischen Schulden und Vermögen sind da zu finden. Eine große Ausnahme stellt dabei das Blog Guthabenkrise dar.

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Sind die Schuldner wirklich immer schuld?

In meinem letzten Beitrag zur Saldenmechanik, in dem es um die Frage nach der Moral ging, habe ich neben der allgemeinen Ursachenforschung mittels wirtschaftstheoretischer Modell-Analysen bereits kurz die „Schuldfrage“ bei Kreditverhältnissen aus einzelwirtschaftlicher Sicht angeschnitten.

Frankfurt am Main Hessen Germany Skyline der Banken und Versicherungen 2005 Foto Wolfgang Pehlemann Wiesbaden PICT0038

Allgemein gilt nun mal der Grundsatz als gegeben, dass vor allem der Schuldner erstmal „schuld“ ist, wenn es in der Beziehung zwischen Gläubiger und Kreditnehmer irgendwie hakt.

Schließlich hätte er den Kredit ja nicht aufnehmen müssen. Schließlich hat er doch über seinen Verhältnissen gelebt. Und wenn wir irgend etwas aus der Eurokrise gelernt haben, dann ja wohl diese Schuldzuweisung. Immer wieder haben uns die Politiker verschiedener Couleur doch genau diesen einfachen Sachverhalt klarmachen wollen: Der Schuldner ist schuld!

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Saldenmechanik und die Frage der Moral

Für viele Medien und Politiker war von Anfang an klar:

Die Eurokrise sei verursacht worden von einigen „Sünderstaaten“, die über ihre Verhältnisse gelebt hatten. Sie hatten sich etwas zu Schulden kommen lassen, hatten zu gut auf Kosten anderer gelebt, seien anfällig für Korruption und zu wenig produktiv gewesen.

2011 Greece Uprising
2011: Griechische Proteste gegen den IWF in Athen

Besonderes Ziel dieser Anschuldigungen waren natürlich die Griechen, die aufgrund ihrer extrem hohen Staatsverschuldung die größten Sündenböcke darstellten.

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Saldenmechanische Erklärung der Geldschöpfung

Die Anwendbarkeit saldenmechanischer Grundsätze habe ich ja bereits in mehreren Beiträgen (Erklärende und vertiefende Beispiele und Wettbewerb der Nationen als saldenmechanisches Paradoxon) näher erläutert. Ein weiteres Beispiel der Nutzung der saldenmechanischen Zusammenhänge als hilfreiche Erklärungsform ist die Antwort auf die Frage, wie eigentlich unser Geld entsteht.

Kreditgewaehrung im Gleichschritt (Giralgeldschöpfung) Gestrich 1936
Bilanzbilder zu Kreditgewährungen (Hans Gestrich 1936/2016)

Obwohl die Frage der Geldschöpfung eines der zentralen Themen moderner Ökonomie darstellt, ranken sich viele Mythen, Halbwahrheiten und glatte Lügen um die Entstehung des Geldes.

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Wettbewerb der Nationen als saldenmechanisches Paradoxon

Wie in dem Beitrag Der Wettbewerb der Nationen bereits angesprochen, will ich hier diesen Konkurrenzkampf der Staaten einmal unter der Lupe der saldenmechanischen Grundsätze betrachten.


Nicht nur fast alle EU-Staaten haben im Zuge der Euro-Krise ihre Finanzpolitik umgestellt und „sparen“ nun. Ebenso sind auch die Privaten in ihrer Mehrheit dazu übergegangen, eine ähnliche Politik zu verfolgen.

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Saldenmechanik – erklärende und vertiefende Beispiele

Wie in dem Beitrag Volkswirtschaftliche Saldenmechanik ja bereits angesprochen, soll es in diesem Artikel vor allem um Beispiele zum besseren Verständnis der Saldenmechanik gehen.

Sparparadoxon
Saldenmechanik und Sparparadoxon: Wenn alle sparen, steht sofort die Wirtschaft still
Grafik: Wolfgang Waldner

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