Starker S04 überzeugt gegen Union Berlin

Nach dem Spiel herrschte grenzenlose gute Laune bei der Schalker Reisegruppe. Übungsleiter Miron Muslic konnte es sich sogar leisten, den Schützen des entscheidenden letzten Tores launisch anzu-gehen:

Bundesliga
Maximilian Wöber 2022 noch im Trikot von RB Salzburg

„Eine absolute Frechheit: Maxi Wöber sollte die Restverteidigung bilden und geht dann in die Box. Den schnappe ich mir noch. Der kriegt noch was zu hören“, scherzte der Coach live bei Sky.

Doch nach einem hochverdienten 3:1-Auswärtserfolg bei dem gestandenen Bundesligisten Union Berlin lässt sich auch leicht gut aufgelegt kalauern. Zuvor aber hatten sich die Schalker diesen Sieg im wahrs-ten Sinne des Wortes erspielt und erkämpft.

In der ersten Halbzeit waren die Knappen von Anfang an die klar bessere Mannschaft. Eisern Union konnte sich dagegen glücklich schätzen, nach 45 Minuten nur mit 0:1 zurückzuliegen. S04-Kapitän Karaman, Adile Aouchiche und Junior Adamu hatten rund um das erste Tor des Ex-Berliners Robin Gosens ein weiteres mehrfach nur knapp vergeben.

Nach dem Pausentee war es dann wieder Schalke, das dank des Algeriers Aouchiche gleich wieder traf. Der nagelte den Ball nach einer sehenswerten Co-Kombination mit Adamu wuchtig aber abseitsver-dächtig unter die Querlatte des Berliner Gehäuses. Doch dank der kalibrierten Linie des VAR erhielt dieser schöne Treffer seine regelgerechte Anerkennung.

Danach stand vor allem Schalke-Keeper Loris Karius im Zentrum des Geschehens. Wie schon gegen die Bayern lieferte er eine fehlerlose Glanzleistung ab und nicht nur Gelsenkirchener Fans warten nun auf eine Einladung von Neu-Bundestrainer Jürgen Klopp für ihn.

Was war sonst noch bemerkenswert, bevor Neuzugang Wöber zum Ende der Nachspielzeit seinen Chef so schlagzeilenreif „erboste“? Schiri Timo Gerach höchstpersönlich unterbrach mit einer Wadenver-letzung die Sturm-und Drangperiode der Köpenicker, was den Freitagabend für beide Mannschaften doch erheblich verlängerte.

Der Ex-Schalker Tim Skarke erzielte den Treffer der Berliner zum zwischenzeitlichen 2:1, dem allerdings meiner Ansicht nach ein klares Foul an Junior Dina Ebimbe voranging. Doch nur Minuten später stellte der schon öfter genannte Österreicher den alten Abstand wieder her und schickte Schalke und seine Fans in ein glückliches Wochenende.

Wie schon beim 0:0 gegen Bayern München überzeugten die Knappen mit einem unbedingten Erfolgs-willen, diesmal noch garniert mit klaren spielerischen Fortschritten und schnörkellosem Spiel nach vorn. Trainer Muslic hatte zudem in beiden Begegnungen seine Lehren aus der anfänglichen Schlappe beim FC Augsburg gezogen und Taktik und Herangehensweise entscheidend verändert.

Weder die Bajuwaren (logischerweise, da der S04 sie besonders tiefstehend empfang) noch Union Berlin konnten sich so leicht durch die großen Zwischenräume der Schalker Abwehrketten spielen wie die Fuggerstädter. Kompaktheit und Pressing stimmten nun sehr viel besser und drückten die Köpe-nicker immer wieder unerbittlich auf die Außenbahnen, wo sie allerdings recht wenig mit dem Ball anfangen konnten.

Die Knappen dagegen dominierten das Zentrum und leiteten nach Fehlern der Eisernen immer wieder ihre wirkungsvollen Offensivaktionen ein, die an diesem Abend eben für die entscheidenden Unter-schiede sorgten.

Schalke unter der Ägide von Miron Muslic, Frank Baumann und Youri Mulder ist somit endlich in der Ersten Bundesliga angekommen. Man darf gespannt sein, wie weit sie dieser Weg noch bringen wird.