Makroökonomische Politik und Wahlen in den dreißiger Jahren: Deutschland (und die Niederlande) während der Großen Depression

Der französische Anlageberater und Finanzmakler Erwan Mahe kritisierte schon seit einigen Jahren wiederholt die Politik der EZB sowie der deutschen Regierung in der Eurokrise.


Wachstum des Bruttosozialproduktes (GDP) und Inflationsraten
in Deutschland und den Niederlanden, 1922-1939

Er verglich diese Situation mit der Endphase der Entwicklung in der Weimarer Republik und veranschaulichte mit obiger Grafik, dass es nicht die Hyperinflation von 1923 war, die die Deutschen damals dazu brachte, die Nationalsozialisten zu wählen, sondern die wirtschaftliche Depression Anfang der 1930er Jahre.

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Mehr über den Kollaps der Beschäftigung in Kansas

Mal wieder ein Blick auf das republikanische Experiment in Kansas:


Abbildung 1: zivile Erwerbstätige (blau) und nicht-landwirtschaftliche Lohnbeschäftigung (rot) in Kansas, in 100.000, saisonbereinigt, Rezessionsphasen grau hinterlegt, Quelle: BLS und NBER

Beachtlich ist, dass die Unternehmensreihe der Lohnbeschäftigung (rot) sich nun nicht nur unterhalb ihres jüngsten Höhepunkts befindet, sondern auch die Spitze in der letzten Rezession -wenn auch nur knapp- unterschreitet. Der Kontrast zur nationalen Performance wird in diesem Beitrag gezeigt.

Die etwas breiter gefasste Serie über sämtliche Haushalte (blau), die auch die Beschäftigung im Agrarbereich umfasst, liegt ebenfalls unter dem Höchststand während der letzten nationalen Rezession nach der Definition der NBR. Wenn man bedenkt, dass im Jahr 2015 die Bevölkerung von Kansas um etwa 3,7% größer war als 2008, dann ist dies schon eine wirklich bemerkenswerte Leistung, die eigentlich mehr Aufmerksamkeit verdient hätte.

(eigene Übersetzung eines Blogbeitrages des amerikanischen Ökonomen Menzie Chinn)

PS: Noch mehr dazu in diesem Beitrag: The Kansas Economy: Three Pictures

Wilhelm Lautenbach: Kapitalbildung und Sparen – Teil 1

Kaum eine andere Frage der Nationalökonomie ist so verwickelt und zugleich so umstritten wie das Problem der Kapitalbildung und des Sparens.

Bundesarchiv Bild 183-1982-0114-501, Berlin, Jägerstraße, Reichsbank
Die Reichsbank in der Werderstraße, Berlin 1933

Eine richtige und plastische Anschauung von dem Sachverhalt gewinnt man nur, wenn man sich den ganzen Wirtschaftskreislauf vorstellt, und so würde eine erschöpfende Behandlung des Problems eine Darlegung der gesamten ökonomischen Theorie, besonders der Geld- und Kredittheorie, erfordern.

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Wilhelm Lautenbachs Kritik der „klassischen“ Zinstheorie

[Die klassische Zinstheorie] erklärt oder umschreibt [den Begriff Kapital] als vorgetane Arbeit; das Kapitalangebot soll durch die Ersparnisse bestimmt sein, die zuweilen noch als vorgetane Arbeit in Gestalt eines Vorrats von Subsistenzmitteln aufgefasst werden, auf deren unmittelbaren Konsum die Sparer verzichtet haben.

Euromünzen und Scheine
Euromünzen und -scheine

Jedenfalls ist nach dieser Auffassung immer ein bestimmter Fonds von Ersparnissen gegeben, und durch den Zins soll die Kapitalverwendung auf den Betrag dieses Sparfonds beschränkt werden. Der Logik des theoretischen Systems entspräche es, das Sparen selber als eine Funktion des Zinses aufzufassen.

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Fed St. Louis: Tragen steigende Aktienkurse zur Ungleichheit der Einkommen bei?

Die Einkommensungleichheit in den USA begann in den 1970er Jahren zu steigen und Gewinne am Aktienmarkt haben diese Entwicklung begleitet, so das Ergebnis eines aktuellen Essays der Economic Synopses der Fed St. Louis.


Langfristiger Vergleich des Gini-Koeffizienten der USA und des S&P 500 Index

Deren Assistant Vice President und Ökonom Michael Owyang sowie Senior Research Associate Hannah Shell haben festgestellt, dass die Reichen von dem Anstieg der Aktienkurse und Kapitalerträge mehr als andere profitieren konnten, da sie einen besseren Zugang zu den Märkten haben.

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Richard Koo: das Sparparadoxon war bis zur industriellen Revolution die eigentliche Regel

Wenn man in der Geschichte weiter (als allgemein üblich) zurückblickt, kann man feststellen, dass die wirtschaftliche Stagnation aufgrund eines Mangels an Kreditnehmern für Tausende von Jahren vor der industriellen Revolution in den 1760er Jahren als die Norm angesehen werden kann.


Bild 1: Das Wirtschaftswachstum wurde erst nach der industriellen Revolution zu einer allgemeinen Regel

Wie in Bild 1 gezeigt, fiel das Wirtschaftswachstum in den Jahrhunderten davor verschwindend gering aus. Wahrscheinlich gab es trotzdem viele Individuen, die in dieser Zeit des Nullwachstums versuchten zu sparen, da die Menschen sich schon immer Sorgen über eine ungewisse Zukunft gemacht haben.

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Krisenlösung Marke Europa: Massenexodus junger Menschen aus Griechenland, Spanien, Portugal und Irland

Fast eine halbe Million junger Griechen seit 2008, nahezu die gleiche Anzahl Spanier zwischen 2011 und 2014, 200.000 Portugiesen in den letzten vier Jahren, mehr als 120.000 Iren seit 2010, so sieht die neue „Völkerwanderung“ in Europa aus.


Straßenszene in dem kleinen Dorf Metamorfosi auf der Halbinsel Chalkidiki/Griechenland

Rückblende, Oktober 2015 auf der „Autobahn“ A67 von Thessaloniki Richtung Halbinsel Kassandra: rund um den Flughafen der zweitgrößten Stadt Griechenlands erscheint die Infrastruktur noch in Ordnung, Mietwagenfirmen, Airline-Catering, Hotels und Schnellrestaurants erwecken den Eindruck einer ganz normalen Tourismus-Region.

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Fatale Irrtümer des finanziellen Fundamentalismus – die Illusion der Ricardianischen Äquivalenz

Dollar symbol

Eine Abhandlung über die Ökonomie der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage

Irrtum Nr. 9: die abwegige Illusion der Ricardianischen Äquivalenz

Der negative Effekt der überbordenden Belastung im Angesicht der erhöhten Verschuldung würde, so wird behauptet, die stimulierende Wirkung des Defizits aufheben. Diese drastische (Fehl-)Hypothese entsteht meist durch das Versäumnis, die wirtschaftliche Situation im Detail zu analysieren.

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Die Flüchtlinge und die Ökonomie: Lehren aus der Geschichte

Was können wir aus den vietnamesischen, kubanischen, ruandischen und syrischen Flüchtlingskrisen lernen?

Migrants in Hungary 2015 Aug 014
Flüchtlinge am ungarischen Grenzzaun zu Serbien im August 2015

Als syrische Flüchtlinge begannen den europäischen Kontinent zu erreichen, dominierten Diskussionen über den „Zustrom von Zuwanderern“ die Medien, mit sehr wenig Aufmerksamkeit für die eigentliche Krise der Flüchtlinge anstelle der oft kolportierten „Flüchtlingskrise.“

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Wilhelm Lautenbach über verstärktes „Sparen“ und seine fatalen Folgen

…Wir wollen einmal unterstellen, eine Wirtschaft befände sich auf mäßigem Beschäftigungsniveau im Gleichgewicht und nunmehr veranlasste irgendein äußerer Umstand die Angehörigen dieser Wirtschaft, sich im Verbrauch mehr zu beschränken, ohne daß sich im Warenangebot oder im Einkommen bis dahin schon etwas geändert habe.

Unterstellen wir, die Einkommenbezieher würden durch eine wirkungsvolle Propaganda veranlaßt, weniger auszugeben und mehr zu sparen! So etwas wäre zwar ein Schildbürgerstreich, aber durchaus nicht außer dem Bereich der Möglichkeit.

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