
Wer wird Samstag jubeln? Die Schalker oder die BVB-Anhänger?
Puuh, am Ende wirkte das 2:0 über den Hamburger SV zwar recht souverän, trotzdem war doch eine Portion Glück nötig, als Aaron Hunt nach einer guten Stunde nur den Außen-pfosten traf.
Höchstklassige Liga im deutschen Fußball

Puuh, am Ende wirkte das 2:0 über den Hamburger SV zwar recht souverän, trotzdem war doch eine Portion Glück nötig, als Aaron Hunt nach einer guten Stunde nur den Außen-pfosten traf.
Nach dem etwas glücklichen 1:0-Erfolg beim SC Freiburg steht der FC Schalke 04 zur erneuten Länderspielunterbrechung plötzlich auf einem Champions-League-Rang, punktgleich mit dem großen Rivalen BVB.

Zeit also, eine Art vorläufige Überschlagsrechnung zu machen: entspricht dieser Platz wirklich schon der momentanen Stärke der Mannschaft von Domenico Tedesco? Oder ist das eher nur Glück gewesen bisher? Oder profitierten die Gelsenkirchener von den Schwächen der Rivalen?
Bestes Sommerwetter im Oktober, einiges an Gartenarbeit und letztlich der Grill hinderten mich auch diesmal wieder daran, die Begegnung in der Hauptstadt (0:2 für Schalke) vollständig verfolgen zu können.

Daher muss wieder einmal ein kurzer Überblick genügen, zumal die ersten 45 Minuten wohl nicht besonders erwähnenswert erschienen, wenn man einmal von der Roten Karte für Genki Haraguchi absieht.
Es ist natürlich immer eine Sache der Betrachtungsweise: befindet sich der FC Schalke 04 bereits auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit, wie es so mancher Kommentator im Netz in den letzten Tagen postuliert hatte?

Oder ist das eher immer noch eine Phase der Feinjustierung, der Anpassung von Mannschaft und Spielern an das System Tedesco? Und wäre man nicht mit etwas mehr Glück und Kaltschnäuzigkeit im Abschluss (wie es z. B. Konoplyanka oder zuletzt Leon Goretzka eher fehlte) mit 13/14 Punkten viel weiter vorne dabei und es gäbe eigentlich nichts zu meckern?
Nur kurz, da diese Woche im Renovierungs- und Schulstress: Sowohl zu Hause gegen München (0:3) als auch in Sinsheim (0:2) gelingt dem S04 kein eigener Treffer. Und gleichwohl hat mir das Auftreten der Blauen in beiden Spielen mehr imponiert als in den meisten Begegnungen vorher.

Kurios, oder? Doch die Einstellung der Mannschaft von Trainer Domenico Tedesco stimmte beide Male, man gab trotz eines Rückstandes nicht auf, kämpfte und spielte sich zurück ins Geschehen und erarbeitete sich auch wieder eigene Torchancen – die man allerdings alle vergab.
Schalkes Trainer Domenico Tedesco kann sich momentan über mangelndes Glück eigentlich nicht beklagen. Denn in einer ansonsten ziemlich ausgeglichenen Begegnung entschieden ein Tor nach einer Ecke sowie ein kurioser Treffer ins eigene Netz letztlich zugunsten der Gelsenkirchener.

Zwei hoch stehende und hoch pressende Mannschaften ließen am vergangenen Samstag von Anfang an nur wenige spielerische Impulse zu. Während das Heimteam sofort „drin“ war und aggressiv seine Chancen suchte, benötigten die Schalker einige Zeit, um sich auf das frühe Forechecking der Bremer einzustellen.
Irgendwie war dieses 3:1 über den VfB eines dieser Spiele, die mich nach dem Ende eher nachdenklich zurücklassen, als dass ich mich wirklich freuen könnte.

Eigentlich hasse ich ja dieses Gefühl: da hat mein Verein klar gewonnen und ich sitze vor dem Fernseher und grübele darüber nach, wie das bei einer durchschnittlichen Leistung überhaupt passieren konnte. Paradox, aber genauso habe ich diesen Sieg vom Sonntag gegen Stuttgart empfunden.
Scheiße, hat dieser Trainer Eier. Entweder er hat grandiosen Erfolg, oder er wird mit Fackeln und Mistgabeln aus GE gejagt. #S04 #Geis
— Timmy (@Pilzeintopf) 1. September 2017
Tweet nach den Ausleihen von Benedikt Höwedes und Johannes Geis sowie der definitiven Nichtverlängerung von Max Meyer, während hinter Leon Goretzka zum Ende der Saison ebenfalls ein riesengroßes Fragezeichen steht.
Von den anderen Abgängen Felix Platte, Fabian Giefer, Eric Maxim Choupo-Moting, Timon Wellenreuther, Sead Kolasinac, Dennis Aogo, Phil Neumann, Klaas-Jan Huntelaar, Haji Wright, Sidney Sam, Atsuto Uchida, Bernard Tekpetey, Luke Hemmerich, Sascha Riether und Holger Badstuber gar nicht zu reden, obwohl so einige davon sinnvoll und durchaus wünschenswert waren.
Doch das Duo Christian Heidel und Domenico Tedesco hat sich damit für den Rest der Saison klar positioniert, allerdings auch mit einem gewaltigen Risiko. Es muss jetzt klappen, schon die Begegnung gegen den VfB Stuttgart bekommt so vor allem wegen der Causa Höwedes eine gehörige Portion Sprengkraft.
Ich mag mir gar nicht vorstellen, was hier passiert, wenn diese Spielzeit ähnlich wie die vergangene endet. Der FC Schalke 04 ist zum Erfolg verdammt, und dieser Gedanke behagt mir eigentlich überhaupt nicht.
Und weiter geht es mit den Premieren für den neuen Schalke-Trainer: nach dem ersten Bundesligaspiel und -sieg für Domenico Tedesco am letzten Wochenende gegen RB Leipzig setzte es nun etwas überraschend auch schon die erste Niederlage.

Die aber war beim 0:1 in der niedersächsischen Landeshauptstadt vor allem eins: absolut unnötig und daher doppelt ärgerlich. Denn die Schalker ließen beim Aufsteiger lange Zeit so ziemlich alles vermissen, was sie zum Auftakt gegen die Mitteldeutschen richtig gemacht hatten.
So etwas nennt man wohl einen Start nach Maß: in seinem ersten Bundesligaspiel überhaupt dirigierte Schalkes neuer Übungsleiter seine Mannschaft zu einem erstaunlich klaren 2:0-Erfolg über den letztjährigen Vizemeister.

Ein wenig unsicher war man sich schon an diesem Samstag Nachmittag im weiten Rund der Gelsenkirchener Veltins-Arena. Ausgerechnet gegen RB Leipzig, den so bärenstarken und brandgefährlichen Aufsteiger aus der Vorsaison sollte Domenico Tedesco, der noch immer weitestgehend unbekannte neue Trainer sein Bundesliga-Debüt geben.