Der S04 nach der Länderspielpause: ist das Glas noch halbvoll oder schon wieder nur halbleer?

Es ist natürlich immer eine Sache der Betrachtungsweise: befindet sich der FC Schalke 04 bereits auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit, wie es so mancher Kommentator im Netz in den letzten Tagen postuliert hatte?

Beer degustation
Halbvolle Biergläser bei einer Verköstigung

Oder ist das eher immer noch eine Phase der Feinjustierung, der Anpassung von Mannschaft und Spielern an das System Tedesco? Und wäre man nicht mit etwas mehr Glück und Kaltschnäuzigkeit im Abschluss (wie es z. B. Konoplyanka oder zuletzt Leon Goretzka eher fehlte) mit 13/14 Punkten viel weiter vorne dabei und es gäbe eigentlich nichts zu meckern?

Ehrlich gesagt kenne ich die Antwort leider auch nicht. Da ich aber grundsätzlich ein zum Positiven neigender Mensch bin, würde ich mich mehr der Fraktion des halbvollen Glases zurechnen wollen. Und das vor allem schon aus dem Grunde, weil ich in den bisherigen sieben Ligaspielen viel deutlicher die Handschrift von Domenico Tedesco erkennen konnte als in dem selben Zeitraum der letzten Saison unter seinem Vorgänger Markus Weinzierl.

Da ich aber die letzte Begegnung (das 1:1 gegen Bayer Leverkusen) aufgrund eines privaten Termins nicht live verfolgen konnte, will ich mich hier mit einem eigenen Urteil noch etwas zurückhalten. Ich halte es einfach noch für zu früh, jetzt schon den Stab zu brechen über eine Mannschaft und einen Trainer, die vielleicht erst noch ganz am Anfang ihrer Entwicklung stehen.

Dies haben zwei Blogger-Kollegen ähnlich gesehen, jedoch sehr viel ausführlicher kommentiert: Zwischenfazit auf halbfeldflanke.de und: Schalker Ungewissheit

Etwas genervt hat mich dagegen die Terminierung des Spiels gegen die Pillendreher an einem Freitagabend. Nicht nur, dass ich da eh keine Zeit hatte, sondern auch die alleinigen Übertragungsrechte von Eurosport, die eine kostenpflichtige Nutzung des Eurosport Players nötig gemacht hätten, fand ich irgendwie völlig daneben. Angesäuert überlege ich zur Zeit, ob ich für die Begegnung gegen Mainz am 20. Oktober tatsächlich ein Abo bei dem Spartensender buchen soll.

Eigentlich bin ich nämlich der Ansicht, dass ich für mein Sky-Abonnement genug bezahle, um damit alle Schalker Spiele sehen zu können. Andersherum weiß ich jetzt schon, dass es mich gewaltig in den Fingern jucken wird, je näher dieser Termin heranrückt. Ich könnte natürlich jetzt hier groß herumtönen, dass ich Eurosport auf jeden Fall boykottieren werde, doch mein Pragmatismus steht dem entgegen. Denn natürlich will ich so viele Schalke-Spiele wie möglich live schauen. Ich werde euch zeitig informieren, wie dieser innere Konflikt letztlich ausgegangen ist.

Derweil richten wir den Fokus erst einmal auf die kommenden Begegnungen, von denen das Gastspiel in Berlin am Samstag sicherlich das schwierigste sein wird. Da haben wir uns in den letzten Jahren immer schwer getan, sind oft mit großer Erwartungshaltung hingefahren und kleinlaut zurückgekehrt. Trotzdem wäre ein Sieg ein Statement, dass man auf die vorderen Tabellenplätze schauen will.

Danach dann Mainz und Wolfsburg, also eigentlich Pflichterfolge, ebenso wie zwischen-zeitlich die Pokalbegegnung beim Drittligisten SV Wehen Wiesbaden. Was die Angelegenheit natürlich nicht einfacher macht, denn auch mit den sogenannten fest eingeplanten Punkten hatte der S04 immer so seine Probleme. Dennoch sind es gerade diese Spiele bis Ende des Monats, die zeigen müssen, wo die Reise hingeht mit Domenico Tedesco und den Knappen. Reicht es für den Blick Richtung Champions League oder zumindest Kurs Europa, oder droht doch wieder nur das Mittelmaß?

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