Volker Pispers: Griechenland und seine Vermögenskrise

Da der Auftritt von Volker Pispers am 24.10.2015 in der Emscher-Lippe-Halle in Gelsenkirchen leider ersatzlos ausfallen muss (die Halle wird momentan für die Aufnahme von Flüchtlingen gebraucht), hier ein kleiner Beitrag aus seinem (immer) aktuellen Programm „Bis Neulich“:

Volker Pispers über eine einfache Lösung der Vermögenskrise in Griechenland – Motto: Einfache Lösungen funktionieren
www.volkerpispers.de

Fatale Irrtümer des finanziellen Fundamentalismus – Von der notwendigen Erwerbslosigkeit zur Eindämmung der Inflation (NAIRU)

Eine Abhandlung über die Ökonomie der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage
Teil 6

Irrtum Nr. 6: Es wird als notwendig erachtet, die Arbeitslosigkeit an einem „inflationsstabilen“ Pegel („NAIRU“) im Bereich von 4 bis 6 % zu halten, wenn dadurch ein inakzeptables Ansteigen der Inflation verhindert werden kann.
1996, als William Vickrey seine Abhandlung der fatalen Finanzirrtümer verfasste, war die amtlich ermittelte Arbeitslosenquote in den USA auf 5,1 % zurückgegangen, während das Congressional Budget Office (CBO) die NAIRU seit 1964 bei 6,0 Prozent festgelegt hatte, nachdem sie vorher seit 1958 zwischen 5,5 und 6,3 Prozent betrug. Seit der Finanzkrise ist die NAIRU ab 2010 wieder gestiegen, bis 5,5 Prozent in 2013, in den nächsten Jahren bis 2020 soll sie dann wieder bis auf 5,1 Prozent sinken.

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Das Scheitern der „Strukturreformen“: die Beschäftigung in Spanien, Irland, den baltischen Staaten und Polen

Die baltischen Volkswirtschaften und Irland gelten als die Aushängeschilder der radikalen Strukturreformer, die die große einmalige Gelegenheit der europäischen Krise ausnutzten, um Dumpinglöhne zu fordern, den Sozialstaat zu demontieren und finanzielle Interessen zu priorisieren.

Ihr Argument: Probleme durch eine Finanzkrise, stark fremdfinanzierte öffentliche Haushalte und den größten Immobilienboom überhaupt müssten durch Abstriche bei den Löhnen, Renten, Sozialleistungen, Arbeitslosengeldern und staatlichen Ausgaben sowie einer Neuregulierung der Wirtschaft gelöst werden, um die beruflichen und finanziellen Unsicherheiten der privaten Haushalte zu verbessern.

Und hat es funktioniert? Nein (siehe Grafik 1).

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Kansas: Der Kollaps eines republikanischen Experiments

Der Zusammenbruch in Kansas geht weiter, genauso wie das „Real live Experiment“ von Gouverneur Sam Brownback:


Kansas: nicht-landwirtschaftliche Lohnbeschäftigung (blau), zivile Erwerbstätige (rot), saisonbereinigt

Im Mai 2012 unterzeichnete der republikanische Gouverneur von Kansas Sam Brownback die Kansas Senate Bill Substitute HB 2117, eine der größten Einkommensteuersenkungen in der Geschichte dieses US-Staates. Der Gesetzesentwurf wurde im Januar 2011 erstmals vorgestellt, von Brownback im Mai 2012 genehmigt und trat am 1. Juli desselben Jahres in Kraft.

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Die Belohnungen fürs harte Arbeiten sind zu groß für Keynes‘ Visionen

Der berühmte Ökonom lag richtig mit seiner Annahme, dass es uns heute besser geht als den Menschen in seiner Epoche, doch nur auf Kosten unserer Freizeit. Lange Arbeitszeiten zahlen sich in finanzieller Hinsicht aus, bedeuten aber auch, dass wir weniger Zeit für sonstige Beschäftigungen haben.

Keynes 1933
John Maynard Keynes im Jahre 1933

Sollte Keynes nun auf die heutige Situation herabschauen – er würde sicherlich auch einen guten Schutzengel für Wirtschaftswissenschaftler abgeben – dann würde er den Autor dieser Zeilen sicherlich fragen, warum er überhaupt diesen Artikel schreibt anstatt im Liegestuhl am Pool zu sitzen.

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Island steckte die Banker ins Gefängnis anstatt sie zu retten – und es funktionierte

Anfang Juni kündigte Islands Premierminister Sigmundur Gunnlaugsson ein Vorhaben an, mit dem sein Land im wesentlichen die Bücher über sein besonderes Herangehen an die Folgen der Finanzkrise schließen will – einem Ansatz, der stark von den Präferenzen der globalen Finanzeliten abwich und dabei auch noch ganz gut gelang.

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Ausbruch eines Geysirs auf Island

Anstatt der Orthodoxie von Bankenrettungen, Austerität und niedriger Inflation zu folgen, tat Island genau das Gegenteil. Und auch wenn seine Wirtschaft durch die Bankenkrise vielleicht härter als jede andere in der Welt getroffen wurde, erging es seinen Arbeitskräften nicht sehr viel schlechter, und es erlebte zudem einen eindrucksvollen Aufschwung.

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Porto – Austerität aus erster Hand

Der australische Ökonom Bill Mitchell beschreibt auf seinem Blog einen Kurzbesuch in Porto und seine persönlichen Eindrücke der europäischen Austeritätspolitik in Portugal:

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Er gab vor, ein paar Tage am Strand verbringen zu wollen, als eine Art kleiner Auszeit von seiner Arbeit. Das südliche Ufer des Flusses Douro sei dabei nicht anders als die Strände irgendwo sonst. Es würde nur wenige Hinweise darauf geben, was die Sparpolitik der Europäischen Union diesem Land angetan habe.

Porto ist eine nördliche Bezirkshauptstadt in Portugal mit etwa 240.000 Einwohnern (im Jahr 2012) in einer Region mit weiteren rund 1,4 Millionen Menschen. Es gilt als eines der „großen städtischen Zentren von Südwesteuropa.“

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Fatale Irrtümer des finanziellen Fundamentalismus – Eine chronische Inflation bedeutet ein ständiges Leben über „unseren“ Verhältnissen

Eine Abhandlung über die Ökonomie der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage
Teil 5

US Annual Unemployment Rate
Jährliche Arbeitslosenquoten in den USA von 1890 bis 2013

Irrtum Nr. 5: Eine chronische Inflation bedeutet ein ständiges Leben über „unseren“ Verhältnissen
„Der permanente Trend zur Inflation ist ein Spiegelbild einer Gesellschaft, die unablässig über ihren Möglichkeiten lebt.“ Alfred Kahn, 1993 in einer Veröffentlichung der Cornell University.

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Die gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen an die Gewerkschaften – Teil 3: „Haltepflöcke von Papier-Währungen bei freien Wechselkursen“

Nachdem wir in Teil 1 dieser Serie die Beschränkung der Individualkonkurrenz der Arbeitnehmer untereinander sowie in Teil 2 die Funktion des Schutzwalles gegen menschenunwürdige Unterbietungskonkurrenz als wichtige fundamentale Grundpfeiler der ordnungspolitischen Legitimation der Gewerkschaften identifiziert hatten, soll hier nun auf eine sehr bedeutende makroökonomische Aufgabe der Arbeitnehmervertreter eingegangen werden.

Gewdemonstration

Jeder Student der Volkswirtschaftslehre lernt schon immer, dass in Märkten mit einem freiem Spiel von Einzelpreisen durch die Veränderungen realwirtschaftlicher Knappheits-relationen lediglich die Beziehungen zwischen den Geldpreisen der einzelnen Waren und Leistungen festgelegt werden.

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