Konjunkturelles Strohfeuer schon wieder erloschen?

Am Montag erhielt der schier uneingeschränkte aber wenig belegte Glaube der Mainstream-Medien an den nicht enden wollenden wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland einen ersten herben Dämpfer: Konjunktur: Produktion in Deutschland sinkt überraschend stark.

Statistik: Veränderung der Produktion im produzierenden Gewerbe zum Vormonat (preis-, arbeitstäglich- und saisonbereinigt) von Oktober 2019 bis Oktober 2020 | Statista

Anstelle vieler Worte sollen hier einmal die Bilder für sich sprechen, wer mehr lesen will, sei an den Blog WeitwinkelSubjektiv verwiesen.

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Der amerikanische Bürgerkrieg 1861 bis 1865 – die Folge einer verfehlten Krisenpolitik?

Bekanntlich endete die erste Weltwirtschaftskrise von 1857 nach nur wenigen Jahren vor allem deshalb, weil in vielen Ländern die Löhne während und nach der Krise entgegen heutiger Annahmen gerade nicht in gleichem Maße dem Absinken der vorher spekulationsbedingt hohen Preise folgten oder diese noch unterboten.

Photograph of the field at Antietam, American Civil War. Confederate dead by a fence at the Hagerstown Turnpike

Der Historiker Hans Rosenberg beschrieb in seinem Werk Die Weltwirtschaftskrise 1857–1859, Vandenhoeck & Ruprecht, 2. Auflage Göttingen 1974 (1. Auflage Stuttgart 1932), wie die Krise vor allem wegen der Konsumausgaben der Verbraucher, die aufgrund der erhaltenen Kaufkraft ihrer Löhne einen Zusammenbruch der Verbrauchsgüterindustrie weitestgehend verhinderten, relativ zügig überwunden werden konnte.

Doch nicht alle Staaten folgten dieser wirtschaftlichen Logik, mit der Nachfragesteigerung nach Fertiggütern und dank gleichzeitigem Anziehen der Preise auch die heimische Investitionsgüterindustrie wieder anzukurbeln und so der Stagnierungs- und Schrumpfungsgefahr der Wirtschaftskrise zu entgehen.

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Auswirkungen der Arbeitsmarktreformen und das deutsche „Beschäftigungswunder“

Zwischen 2002 und 2005 wurden in Deutschland äußerst weitreichende Arbeitsmarkt-reformen umgesetzt. Dabei ging es vor allem um die Umgestaltung des Sozialleistungs- und Aktivierungssystems für Arbeitslose hin zu einem „Work first“-Ansatz mit möglichst schneller und vorrangiger Integration in Arbeit.

Arbeitslose und Arbeitslosenquoten 1975 - 2013
mit freundlicher Genehmigung von www.sozialpolitik-aktuell.de

Diese Reformen waren damals schon äußerst kontrovers und führten zu einer erheblichen Veränderung der parteipolitischen Konstellation in der Bundesrepublik.

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Es war nicht Greenspans Geldpolitik – Teil 2: Sparen oder Investieren?

„Mit ihrer (gemeint sind die US-amerikanischen Privathaushalte) hohen Verschuldungsbereitschaft haben sie in den letzten Jahren massive Nachfrageimpulse für die Weltwirtschaft geleistet.

Dies bildete ein notwendiges Gegengewicht zur hohen Geldvermögensbildung in Ländern wie China, Japan, Deutschland, Russland und einer Reihe von Ölförderländern.

Die viel diskutierten globalen Ungleichgewichte … haben in der Vergangenheit letztlich dafür gesorgt, dass sich die Weltwirtschaft bei einem so unterschiedlichen Sparverhalten (der amerikanischen Verbraucher im Gegensatz zu denen der Überschussländer) dynamisch entwickeln konnte.“
(Jahresgutachten 2008/09 des Sachverständigenrates, Erstes Kapitel, Absatz II, Nummer 5)

Former Chairman of the Federal Reserve Alan Greenspan, receiving a Presidential Medal of Freedom in 2005

In seiner Expertise zum Jahresausblick der deutschen Wirtschaft 2008/2009 brachte der Sachverständigenrat wieder einmal seine Auffassung zum Ausdruck, dass das Investieren grundsätzlich erst als Folge des Sparens möglich sei und unterschiedliches Sparverhalten demnach die Leistungsbilanzdefizite und Handelsungleich- gewichte zwischen Überschuss- und Schuldenländern erklären könne. Folglich seien also größere Verzerrungen in der Wettbewerbsfähigkeit zwischen den Volkswirtschaften gar nicht möglich (siehe Teil 1).

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Nur Subprime-Kredite treiben offenbar die amerikanischen Konsumausgaben noch an

Nach einem vorherigen Post von Mian und Sufi auf ihrem Blog scheint die amerikanische Volkswirtschaft seit zwei Jahren vor allem einen Boom bei den Autokäufen zu erleben. Den beiden US-Ökonomen zufolge ist dieser Anstieg der Konsumausgaben allerdings hauptsächlich durch eine aggressive Kreditvergabe an Darlehensnehmer mit niedrigen Kreditscores, sogenannten Subprime-Krediten, erfolgt.

In diesem Beitrag werden dann noch einige Nachweise für diese Auffassung präsentiert:

Haushaltsnahe Ausgaben und Ausgaben für neue Autos zwischen 1998 und 2014

In der Tabelle oben zeigen sie die US-Einzelhandelsausgaben für Haushaltsgeräte, Möbel und Heimwerker, oder kurz gesagt alle „haushaltsnahen Ausgaben“ (blaue Linie) und die Ausgaben für neue Autos (rote Linie) von 1998 bis 2014 auf.

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Es war nicht Greenspans Geldpolitik – Teil 1: Finanzkrise, Geldvermögensbeziehungen und Lohndumping

Beim Aufspüren der Ursachen der Finanzkrise ab 2007 halten immer noch viele Experten die expansive amerikanische Geldpolitik in den Jahren nach der Dotcom-Blase für einen der maßgeblichen Gründe für die Entstehung der Krise.

Cartoon - two children are going to see Alan Greenspan give a magic show - Greenspan can turn anything into a bubble... Even houses.

Auch die Bundeskanzlerin und der Sachverständigenrat waren sich sehr frühzeitig bereits 2008 weitgehend einig, dass es schlicht am „zu vielen Geld“ als eine der Hauptursachen für das Auftreten der Misere lag.

Sicherlich gab es zusätzlich auch noch erhebliche Regulierungmängel an den Finanzmärkten in den USA und Großbritannien, die durch schärfere Kontrollen und Reformen eigentlich schon vorher hätten beseitigt werden müssen.

Doch ohne die Politik des billigen Geldes, für die vor allem der damalige Vorsitzende der amerikanischen Notenbank FED Alan Greenspan geradezu sinnbildlich steht, wäre nach einhelliger Ansicht ein solches Desaster nicht möglich gewesen.

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Bevor alle Welt (und die Sparer und die Medien) meinten, Geld könne arbeiten…

war das Bankengeschäft noch überwiegend langweilig. Das Wirtschaftswachstum wurde stattdessen vor allem in der Realwirtschaft erzeugt.
Durch Kredite an Unternehmen und Verbraucher, dazu ein paar Warentermingeschäfte, ein paar Aktien… und das wars dann auch schon fast. Verschuldung für Investitionen sorgte dafür, dass die Wirtschaft sich weiterentwickeln konnte.
Der Nachteil – hohe Renditen waren eher selten. Doch es wurden überwiegend reale Werte erschaffen!

Bettler vor einer Bank in Fishergate, Preston (Lancashire)

Neben der steigenden Beschäftigung wuchs auch der zu verteilende Kuchen, und das nun gesparte Geld fand sichere Anlagemöglichkeiten im Inland, während ausreichende Investitionen und Gewinne in der realen Ökonomie für ebenso sichere Renditen und Zinsen auf den Sparbüchern sorgten.

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Der spektakuläre Aufstieg und Fall von Salomon Brothers

Nachdem mir am Wochenende nach langer Zeit mal wieder Michael Lewis‘ ausgezeichnetes Buch „Wall Street Poker“ in die Hände gefallen ist, kam mir beim Lesen der Gedanke, mich doch ein wenig näher mit einem der „Hauptdarsteller“ zu beschäftigen: der Investmentbank Salomon Brothers.

Sign Brodway crossing Wall Street

Die Bank war einer der Wall-Street-Giganten des vergangenen Jahrhunderts, als sie sich auf dem Höhepunkt ihres Ruhms in den 90ern in eine Reihe von Skandalen verhedderte, die eine Rettungsmaßnahme durch Warren Buffett und schließlich die Übernahme durch die Citigroup notwendig machten.

Heute ist das berüchtigt rücksichtslose Verhalten von Salomon, so wie es Lewis in seinem Werk beschreibt, Geschichte, doch es bleibt das mahnende Beispiel für die Zukunft der Finanzbranche ebenso wie der in den USA noch weithin gepflegte Kult um diese Firma.

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Alternative Wirtschaftstheorie – letzter Teil: Die Kollision der verschiedenen Aufgaben des Zinses

Als Abschluss unserer Reihe über die alternative Wirtschaftstheorie von Wilhelm Lautenbach geht es in diesem Beitrag um eine abschließende Betrachtung aller bisher behandelten Komponenten seiner bestechenden makroökonomischen Diagnose.

Berlin - Gebäude der Reichsbank und die Jungfernbrücke, Ende der 1930er Jahre, Bundesarchiv B 145 Bild-P018383

Dies erscheint notwendig, um den Zusammenhang zwischen Kreditbedarf und Investitionen sowie die ausschlaggebenden Elemente, welche die Liquidität der Kreditwirtschaft und demzufolge auch den Zins bestimmen, klar erkennen zu können.

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