Öffentliche Vermögen – abseits der Schuldenparanoia

Dortmund Ems Kanal im Winter bei Lüdinghausen Kanalhafen
Der Dortmund-Ems-Kanal bei Lüdinghausen, auch ein öffentliches Vermögen

…Auch lassen sich mit dem Schüren der Schuldenparanoia Kürzungen besser legitimieren, da die Angst vor einer belasteten Zukunft unserer Kinder die WählerInnen zu den vermeintlichen Rettern – und selten Retterinnen – treibt.

Nicht zum ersten Mal könnte das Ergebnis letztlich eine „Politik der leeren Kassen“ sein: Einem kurzfristigen stärkeren Schuldenabbau folgen sofortige Steuergeschenke (mit Entlastung vor allem für reiche Haushalte), die Löcher ins Budget reißen, die wiederum die Grundlage für weitere Kürzungen liefern usw.

Für die Mehrheit der Kinder würde das am Ende geschmälerte Zukunftschancen durch unzureichende Infrastruktur und Kürzungen bei öffentlichen Leistungen bedeuten – und ein schlechteres Verhältnis zwischen Vermögen und Schulden.

auf blog.arbeit-wirtschaft.at

Die globalen Kosten des fiskalischen Koordinierungs-versagens der Eurozone 2012

Die Länder der Eurozone haben in den Jahren 2011, 2012 und 2013 insgesamt zu viele fiskalische Anpassungen vorgenommen. Deutschland trat im Jahr 2012 in die Konsolidierung ein und fügte der Eurozone sowie der ganzen Welt weiteren Schaden zu.


Netto-Exportbeiträge der einzelnen Staaten zum Wachstum in der Eurozone

Die Banque de France veröffentlichte in ihrem Sommerbericht einen interessanten kleinen Artikel. Sie argumentierte darin, dass die Eurozone zusammen zu viele fiskalische Konsolidierungsmaßnahmen – wie z.B. Austerität; Budgetkürzungen und Steuer-erhöhungen – zwischen 2011 und 2013 erließ.

Weiterlesen…

Über die Folgen fehlender gesamtwirtschaftlicher Bildung…

Euroscheine 01

Man kann den Deutschen den ihnen zustehenden Lohn einbehalten, man kann ihnen die erwirtschaftete Rente kürzen, man kann ihnen die Sozialhilfe auf ein absolutes Minimum zurückfahren und ihnen auch noch erfolgreich einreden, das wäre alles nur zu ihrem Besten…

Aber wehe, es kommen ein paar Ausländer ohne ordentliche Papiere über ihre Grenzen…allerdings versteht das dann auch jeder sofort…

(eine kleine Polemik zur aktuellen politischen und <gesamt->wirtschaftlichen Situation in Deutschland)

Elsner: Neoliberalismus vs. Demokratie – Der „Mega-Club“

Weltunternehmen-klein
Die sechs größten Unternehmen der Welt, nach Umsatz in Milliarden Dollar, 2012

…Im Ergebnis wird heute die Welt nach einer im Oktober 2011 erschienenen Schweizer Studie der ETH Zürich regiert von insgesamt etwa vierzig internationalen Kapitalgruppen, die sich wechselseitig besitzen und kontrollieren und so ein geschlos-senes Herrschaftssystem bilden, das keine Macht der Welt mehr kontrollieren kann.

Sie kommandieren fast alle der dort untersuchten 47.000 größten international tätigen Unternehmen, ein Mega-Club der mächtigsten Finanzeinheiten, Banken, Schattenbanken, Investmentfonds, Hedge Fonds und Versicherungen, unter ihnen nur noch einige wenige herkömmliche Industriekonzerne, und alle mit Bilanzsummen, die größer sind als die Sozialprodukte ihrer Herkunftsländer.
(siehe z.B. The network of global corporate control, arxiv.org › q-fin; siehe auch Frankfurter Rundschau v. 31.10.2011)…

aus dem Vortrag „Neoliberaler“ Kapitalismus versus Demokratie von Wolfram Elsner, gehalten in Linz 2011

Die heutige gesellschaftspolitische Relevanz der Bonner Wende von 1982

Helmut Schmidt SPD Parteitag Köln a
Mit dem Ende seiner Regierung nahm die Bonner Wende ihren Anfang:
der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt

Das tägliche Wegsehen

Die Videoaufnahmen aus der Essener Bankfiliale sind schwer erträglich. Ein hilfloser alter Mann am Boden, vier Menschen, die ihn einfach ignorieren und ihren Geschäften nachgehen: Das Opfer hätte auch mein Vater sein können, denkt man. Und man fragt sich: Was geht in diesen Köpfen vor?

Kommentar in der WAZ vom 18.09.2017

Die Wende von 1982: Der Tag, an dem die Gegenwart begann

Am 17. September 1982 zerbrach die sozialliberale Koalition. Es war der Tag, an dem die Zukunft begann, die heute noch neoliberale Gegenwart ist – und die zu überwinden es viele gute Gründe gibt.

Tom Strohschneider im OXI-Blog am 17.09.2017

Auf den ersten Blick haben diese beiden kurzen Auszüge so rein gar nichts miteinander zu tun. Doch wenn man sich länger mit den heutigen gesellschaftlichen Missständen beschäftigt, findet man viele Grundzüge, die einen ins Grübeln bringen sollten.

Weiterlesen…

Die Mainstream-Geldtheorie – hübsch, elegant, plausibel und doch völlig falsch

In unserer modernen Zeit basieren die legalen Währungen vollständig auf sogenanntem Fiatgeld. Zahlungsmittel an sich haben heute keinen intrinsischen Wert mehr (wie etwa Gold und Silber).

983706158-billet-de-10-euros-billet-de-20-euros-billet-de-50-euros-liasse-de-billets (1)
Euro-Banknoten – „Objekte ohne inneren Wert?“ (=Fiat Money)

Was ihnen Wert schenkt, ist grundsätzlich der gesetzliche Status, der ihnen vom Staat gegeben wird, und die einfache Tatsache, dass Sie Ihre Steuern mit ihnen bezahlen müssen. Das ermöglicht den Regierungen auch, damit eine Art Monopolgeschäft zu betreiben, wobei ihnen niemals das Geld ausgehen kann.

Weiterlesen…

Da schau her: BDI-Chef Dieter Kempf kritisiert Deutschlands Exportüberschuss

Unsere Waren sind besser: So verteidigten Wirtschaftsvertreter bislang den deutschen Handelsüberschuss. Nun fordert BDI-Präsident Kempf jedoch, die Deutschen sollten sich bei dem Thema „ehrlich machen“.

BDI170620 144
BDI-Chef Prof. Dieter Kempf beim Tag der Deutschen Industrie 2017


„Wir Deutschen sollten uns hier ein bisschen ehrlich machen“, sagte Kempf der „Süddeutschen Zeitung“. „Handelsbilanzen müssen nicht immer ausgeglichen sein. Aber wenn ein Land dauerhaft extrem hohe Überschüsse ausweist, dann muss es sich auch einmal fragen, was es selbst dazu beitragen kann, dass die Sache nicht aus dem Ruder läuft.“

Kempfs Aussagen widersprechen den gängigen Äußerungen deutscher Wirtschaftsvertreter zum Thema. Demnach sind Deutschlands hohe Überschüsse allein Folge besonders wettbewerbsfähiger Produkte. Mit diesem Argument wurde auch Kritik von US-Präsident Donald Trump zurückgewiesen. Er kritisierte das Ungleichgewicht seit Beginn seiner Amtszeit als „unfair“ und hat mit Strafzöllen gedroht.

aus Spiegel-Online

Tja, wenn der größte Exportmarkt plötzlich unsicher wird, kommen auch der deutschen Industrie völlig neue Einsichten. Besonders interessant ist aber auch der letzte Absatz des Artikels:

Kempf schloss auch eine Angleichung der Importzölle auf Autos in den USA und der EU nicht aus. Bisher verlangen die Europäer eine Einfuhrabgabe von zehn Prozent auf amerikanische Wagen, während die USA umgekehrt nur 2,5 Prozent fordern.

Und Trump wagt es da doch tatsächlich mit Strafzöllen zu drohen, unglaublich so was!

Was bei den neuen Erkenntnissen des BDI-Chefs noch fehlt, ist die Lösungsmöglichkeit für den Abbau des Handelsüberschusses via Löhne und Lohnstückkosten, wie nicht nur hier im Blog schon oft gefordert wurde.

Na, was nicht ist, kann ja noch kommen…

Wurde die Rolle des FED als Kreditgeber der letzten Instanz im Jahr 2008 gezielt heruntergespielt? Oder schlicht vergessen?

War es nur ein Versäumnis in der Kommunikation? Oder warum waren die Bush-Administration und die im Jahr darauf eingesetzte Regierung Obama so ungenügend darauf vorbereitet, sich 2008 zur Finanzkrise zu erklären?

EA 033105 AT 1191 (8548424277)
Eingangsbereich des Hauptgebäudes des Federal Reserve Systems (FED)
in Washington, D.C.

Es ist die eine Sache zu behaupten, dass niemand diese Panik kommen sah. Es ist aber ein anderer Sachverhalt, dass nachdem der Wirbelwind gekommen und wieder gegangen war, die politischen Führer und die Regulierungsbehörden so dürftig verdeutlichten, was sie selbst alles getan hatten, um der Wirtschaft den Tag zu retten.

Weiterlesen…

Die Märkte funktionieren nicht überall

Wenn wir bei allem was wir tun über den Preis dieser Transaktion feilschen müssten, würde wahrscheinlich vieles nicht gemacht werden.

Walk under the cherry tree Muko-River サクラの木下の散歩(武庫川上流) DSCF0228☆
Wie würden Sie es finden, über das Recht auf einen Spaziergang verhandeln zu müssen?

Der amerikanische Ökonom Tyler Cowen hat auf seinem Blog eine laufende Serie von Posts mit dem Titel „Markets in Everything“. Auch andere Wirtschaftswissenschaftler und Journalisten haben diese Phrase übernommen, mit gutem Grund – handelt es sich dabei doch um eine eindrucksvolle und kraftvolle Idee, die als eine der Grundlagen der westlichen politischen Ökonomie im späten 20. Jahrhundert angesehen wird.

Weiterlesen…