Der Globalisierungskonsens der Eliten

Der Freihandel geht davon aus, dass Arbeiter, die auf die eine Weise ihren Job verlieren auf einem anderen Gebiet wieder beschäftigt werden können. Sobald diese Verbindung aber unterbrochen ist, zerbricht auch das gesamte Freihandels-argument.
(J. M. Keynes, Aussage vor dem Macmillan-Ausschuss für Finanzen und Industrie, 1930)

Stop TTIP-CETA Protest in Brussels 20-09-2016 (10)
Protest in Brüssel gegen die TTIP– und CETA-Freihandelsabkommen

…In diesem Kontext bezieht sich Globalisierung auf die Öffnung der heimischen Märkte und die Integration der globalen Produktion über multinationale Konzerne (MNCs).

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Das Ende des republikanischen „Trickle-Down“-Experiments in Kansas

Die Gesetzgeber von Kansas kassierten Anfang Juni die Steuer-politik von Gouverneur Sam Brownback trotz dessen Einwände wieder ein und erzwangen somit Steuererhöhungen, um das Budget-Defizit zu beheben und mehr Geld für die Schulen bereitzustellen.

aus The Wichita Eagle


Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes (GDP) im Vergleich zum Q1 2011 für die USA insgesamt (schwarz), die Plains-Staaten (Teal) und Kansas (rot). Vom NBER definierte Rezessionsdaten sind grau schattiert. Quelle: BEA und Berechnungen des Autors.

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John Maynard Keynes und die wirtschaftlichen Möglichkeiten für unsere Enkelkinder – Teil 2

Weiter von Teil I:

John Maynard Keynes
John Maynard Keynes 1946

II.

Wir wollen einmal unterstellen, dass es uns allen von heute an in hundert Jahren in wirtschaftlicher Hinsicht im Durchschnitt achtmal besser geht als heute. Dies bräuchte uns ganz gewiss nicht zu überraschen.

Nun ist es wahr, dass die Bedürfnisse der Menschen unersättlich zu sein scheinen. Aber sie zerfallen in zwei Klassen − solche Bedürfnisse, die absolut in dem Sinne sind, dass wir sie fühlen, wie auch immer die Situation unserer Mitmenschen sein mag, und solche, die relativ in dem Sinne sind, dass wir sie nur fühlen, wenn ihre Befriedigung uns über unsere Mitmenschen erhebt, uns ein Gefühl der Überlegenheit gibt.

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Blick in die USA: die Stagnation der Einkommen hat die Jungen härter getroffen als die Alten

Der amerikanische Journalist Max Ehrenfreund wies unlängst auf ein neues Paper eines Forscherquartetts hin, welches die lebenslangen Einkommen verschiedener Altersgruppen in den USA analysiert hat.

Die Ökonomen fanden dabei heraus, dass die Einkommen der Mittelschicht seit längerem stagnierten und die Einkommensungleichheit in den letzten Jahrzehnten gestiegen ist. Nichts davon sollte uns wirklich noch überraschen. Doch es gibt trotzdem auch eine interessante Entwicklung. Obige Grafik stellt dabei ihre Schlüsseltabelle für die Männer dar. Sie sieht etwas kompliziert und ein wenig einschüchternd aus, aber keine Bange. Es macht alles einen Sinn.

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Update: Grundlage der Eurokrise – der reale innere Wert einer Währung und seine Konsequenzen für die EU

Auch wenn die Eurokrise, seit nunmehr fast sieben acht Jahren ungelöst, ein wenig aus den politischen Schlagzeilen verschwunden ist, steht vor allem Griechenland immer noch im Fokus der Kritik:

Konstanz (5033092277)
5-Euro-Banknoten

Korruption, ein enorm aufgeblähter Staatsapparat, zu spendable Politiker, aber auch die angeblich „zu faulen“ Griechen selbst werden oft als Gründe für den Ausbruch der Krise angeführt. Ebenso geht das Aufrechnen von moralischer Schuld und (Geld-)Schulden ungehemmt weiter.

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John Maynard Keynes und die wirtschaftlichen Möglichkeiten für unsere Enkelkinder – Teil 1

Dieser Essay wurde erstmalig 1928 von J.M. Keynes als Rede vor einigen kleineren Gesellschaften, darunter die „Essay Society“ des Winchester College und der „Political Economy Club“ in Cambridge, gehalten. Im Juni 1930 erweiterte Keynes seine Notizen zu einer Vorlesung über „Ökonomische Möglichkeiten für unsere Enkelkinder“, die er in Madrid hielt. Sie erschien in gedruckter Form in zwei Folgen der Zeitschrift „The Nation & The Athenaeum“ am 11. und 18. Oktober 1930, also inmitten der Wirtschaftskrise.

Keynes 1933
John Maynard Keynes 1933

I.

Wir leiden gerade unter einem schweren Anfall von wirtschaftlichem Pessimismus. Sehr häufig hört man Leute sagen, dass die Epoche des enormen wirtschaftlichen Fortschritts, die das neunzehnte Jahrhundert kennzeichnete, vorüber sei; dass die schnelle Verbesserung des Lebensstandards sich nun verlangsamen würde − wenigstens in Großbritannien; dass ein Rückgang des Wohlstands in dem vor uns liegenden Jahrzehnt wahrscheinlicher sei als eine Steigerung.

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Die Vorteile des Freihandels – ein Irrtum auf der Grundlage einer reinen Fantasie

Viele Leute werden versuchen, Sie davon zu überzeugen, dass Freihandel und die Globalisierung allen zugute kommen könnten, wenn nur die Gewinne gerechter verteilt würden…

Container ships President Truman (IMO 8616283) and President Kennedy (IMO 8616295) at San Francisco
Sinnbild von Globalisierung und Freihandel:
Zwei Containerschiffe passieren die Bay Bridge in San Francisco (USA)

Diese Überzeugung wird von fast allen Politikern geteilt … und sie ist eine der festen Glaubensregeln der ökonomischen Profession.

Sie aber haben völlig recht damit, sie abzulehnen…

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Portugal – du machst es doch wohl besser…

Am Rande Europas tut sich Wundersames: Die portugiesische Linksregierung düpiert den neoliberalen Mainstream, macht in den Augen sparwütiger Liberalisierer alles falsch und liefert eine positive Nachricht nach der anderen.

Praia da Rocha, Portimão 2
Auch der Tourismus boomt:
Praia da Rocha (Beach of the Rocks) in Portimão, Algarve, Portugal.

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Mythen deutscher Wirtschaftspolitik: Frankreich, der neue kranke Mann Europas?

Louvre Museum Wikimedia Commons
Das Louvre-Museum mit Glaspyramide in Paris

Mitleidig wird hier zu Lande gen Frankreich geschaut. Dort beträgt die Arbeitslosenrate zehn Prozent. Was dabei übersehen wird: Jenseits des Rheins wird pro Tag wesentlich länger gearbeitet.

Würde der Durchschnittsfranzose pro Tag so wenig arbeiten wie in Deutschland, läge ihre Arbeitslosenquote genauso niedrig wie hier zu Lande, errechnet der Ökonom Fabian Fritzsche.

– Quelle: Berliner Zeitung: Flüchtlinge, Arbeitslose, Reiche – Die Zahlentricks der Statistiker