„Das ist die einfache Erkenntnis, die von einigen Ökonomen vor fast einhundert Jahren zur Zeit der Weltwirtschaftskrise gewonnen wurde.
Heiner Flassbeck im April 2012
Keynes hatte das Phänomen der sich selbst schadenden Unternehmen schon in seiner Treatise on Money erkannt. Michal Kalecki hat es in letzter Klarheit herausgearbeitet. Wilhelm Lautenbach hat es auf seine Weise noch einmal untermauert:
Weil die Unternehmen das Residualeinkommen beziehen, also das Einkommen, das übrigbleibt, wenn alle vertraglichen Verpflichtungen abgegolten sind, sind sie die unmittelbar negativ Betroffenen von jeder Art der Kürzung, die entweder andere Unternehmen, der Staat, die privaten Haushalte oder das Ausland vornehmen.
Staatliche Angebotspolitik, die Politik der Reformen, die gerade wieder zur Staatsraison emporgehoben wird, schadet unmittelbar den Unternehmen. Sie ist folglich für die Gesamtwirtschaft schädlich, weil die Unternehmen die wichtigsten Träger der Investitionstätigkeit sind und jede Verschlechterung ihrer Lage wieder an den Rest der Volkswirtschaft weitergeben. Folglich kann nur der Staat mit kreditfinanzierter Nachfragepolitik die Krise überwinden. Die Geldpolitik muss den Staat dabei mit Zinssenkungen unter-stützen.“
aus Relevante Ökonomik: Der historische Irrtum der „Angebotspolitik“
