Die Vorsitzende der schwedischen Liberalen Partei, Simona Mohamsson, kündigte Mitte Mai an, dass sie Schweden in ein Steuerparadies verwandeln und bis 2037 die Zahl der Milliardäre verdoppeln will.
Blick auf die Altstadt von Stockholm, Schweden
Laut Mohamsson „haben wir in Schweden immer noch hohe Steuern, und offensichtlich behindert das Menschen, die die Ärmel hochkrempeln wollen.“ Und genau diesen Unsinn muss man sich im Jahr 2026 anhören!
1991 führte Schweden die inzwischen als Steuerreform des Jahrhunderts bezeichnete Reform durch. Diese Reform beinhaltete eine weitreichende Umstrukturierung des schwedischen Steuersystems, was zu einer erheblichen Senkung der Gesamtsteuerlast führte. Die Körperschaftssteuer, die Ende der 1980er Jahre etwa 60 Prozent betrug, wurde schrittweise gesenkt und liegt heute bei etwa 21 Prozent.
Ein zentraler Teil der Reform war die Trennung der Besteuerung von Kapitaleinkommen und Erwerbs-einkommen. Für bestimmte Kategorien von Kapitaleinkommen wurde der Steuersatz auf 20 Prozent gesenkt. Gleichzeitig wurden die Erbschafts- und Vermögenssteuern abgeschafft, während die Grundsteuer fast zu einer Pauschalsteuer wurde. Die Einführung von Anlagesparkonten (ISK) reduzierte die effektive Besteuerung von Kapitalerträgen aus Aktieninvestitionen weiter.
Zusammen führten diese Maßnahmen zu einer deutlichen Senkung sowohl der Körperschafts- als auch der Kapitalbesteuerung, was zu einer deutlichen Senkung des gesamten Steuer-BIP-Verhältnisses Schwedens beitrug – von etwa 50 Prozent des BIP im Jahr 1990 auf heute etwa 40 Prozent.
Wenig überraschend haben diese Veränderungen vor allem Unternehmen und Kapitalhalter zugute-kommen, während die finanzielle Last dieser neoliberalen ‚Reformen‘ überwiegend von gewöhnlichen Lohnempfängern getragen wurde.
Im Jahr 2024 entsprach das durchschnittliche Einkommen der CEOs der 50 größten Unternehmen Schwedens mehr als 77 Industriearbeiterlöhnen.
Heute hat Schweden die zweithöchste Vermögenskonzentration in der EU.
(Eigene Übersetzung eines Blogbeitrages des schwedischen Ökonomen Lars Syll)
