Noah Smith: Die unfreiwilligen Opfer des Freihandels

Wenn Menschen über Nutzen und Schäden des freien Handels sprechen, beziehen sie sich in der Regel auf den Arbeitsmarkt. Das macht Sinn, da der Verlust seines Jobs einen sehr großen Einfluss auf das Leben einer Person hat.


Entwicklung der Nahrungsmittelpreise in den USA seit 2000
im Verhältnis zum allgemeinen Preisniveau

Auch wenn man dann einen anderen Job findet, benötigt das Zeit und Geld und verursacht viel Stress. Es stört das gewohnte Leben, und manchmal findet man keinen so guten Job wie den, den man vorher hatte.

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Paul Krugman: Was haben wir aus der Krise gelernt?

Nach Ansicht der meisten Chronologen begann die weltweite Finanzkrise im Juli 2007, als die BNP Paribas Auszahlungen aus zweien ihrer Fonds einstellte, das moderne Äquivalent einer Bank, die ihre Türen verriegelte.

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Der „Nobel“-Preisträger Paul Krugman während einer
Pressekonferenz 2008 in Stockholm

Zu Beginn des Jahres 2008 hatte sich die finanzielle Panik zu einer globalen Rezession entwickelt; nach dem Ende von Lehman im September desselben Jahres geriet sie in einen freien Fall. Und diese Nachbeben wirken noch nach bis heute: obwohl die schlimmsten direkten Folgen bereits Mitte 2009 endeten, war das Wirtschaftswachstum danach im Allgemeinen geringer als vor der Krise, so dass die Weltwirtschaft bisher nie den verlorenen Boden wiedergutmachen konnte.

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Roland Kaiser: Mit Steuern kann man steuern, was für eine Gesellschaft man bekommt, ob es gerecht oder ungerecht zugeht

„Ich bin ein großer Freund der Sozialen Marktwirtschaft – so wie es die Gründerväter der Bundesrepublik wollten: sozial also groß geschrieben.“ Es bedrücke ihn, „wie heute die Schere zwischen Arm und Reich auseinandergeht“. Kaiser: „Da versagt die Politik.“

Kaisermania
Schlagersänger Roland Kaiser bei den Filmnächten am Elbufer

Er jedenfalls mache sich große Sorgen, dass die zunehmende soziale Spaltung das Land gefährdet. Und es ärgere ihn, dass die Politik dagegen ernsthaft nicht handele. So verstehe er nicht, weshalb es in Deutschland keine Vermögensteuer gebe, schließlich gebe es die überall, „bei uns aber nicht, da macht man darum ein Mordsgewese“.

Er selbst, so Kaiser, sei heute „auf der Sonnenseite des Lebens“ – und deshalb auch bereit, mehr Steuern zu bezahlen – „um gute Schule zu haben, gute Krankenhäuser, funktionierende Feuerwehren“. Denn „mit Steuern kann man steuern, was für eine Gesellschaft man bekommt, ob es gerecht oder ungerecht zugeht.“

Schlagerstar Roland Kaiser politisch und gesellschaftskritisch im stern

Auch wenn ich seiner Musik nicht wirklich etwas abgewinnen kann, für diese Aussagen muss ich mich dann doch tief vor ihm verbeugen und sagen: Respekt, Herr Kaiser!

Zurück in die Zukunft? Lektionen über Ungleichheit, Arbeitsmärkte und Konflikte aus dem Gilded Age für die Gegenwart

Der heutige Arbeitsmarkt in den USA hat viel gemeinsam mit dem des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Damals wie heute gab es nur wenige Gesetze zum Schutz der Arbeiter, dafür Ängste gegenüber billigen ausländischen Arbeitskräften, dem raschen technologischen Wandel und der zunehmenden Marktkonzentration.

Pullman strikers outside Arcade Building
Die Nationalgarde von Illinois und streikende Arbeiter während des
Pullman Eisenbahner-Streiks 1894

Dieser Beitrag untersucht die Lehren, die aus diesem früheren „Gilded Age“ gezogen werden können. Die Ergebnisse legen nahe, dass, auch wenn die Märkte eine größere Rolle bei der Zuweisung von Arbeit spielen, trotzdem rechtliche und politische Institutionen weiterhin die Verhandlungsmacht von Unternehmen und Arbeitnehmern mitgestalten werden.

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Der portugiesische Philosoph Almeida Garret über Elend, Entbehrung und die Reichen

Tile sign Rua Almeida Garret Albufeira 17 March 2015

Ich frage jene, die sich der politischen Ökonomie verschrieben haben, ich frage die Moralisten, ob sie schon die Zahl der Menschen berechnet haben, die zum Elend verdammt sind, zu unverhältnismäßigen Arbeitsleistungen, zu Demoralisierung, Schmach, Unwissenheit und zum Ruin, zu unüberwindbarem Unglück und absoluter Entbehrung – nur um einen einzigen Reichen zu produzieren.

Almeida Garrett in Der Mönch von Santarem, 1842 geschrieben und erstaunlich aktuell

Verrichtet die Wall Street „Gottes Werk“? Oder überhaupt etwas Nützliches?

Im Sog der Krise 2007/2008 tätigte Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein gegenüber einem Reporter den berühmten Ausspruch, Banker würden „Gottes Werk“ tun.

Wall Street (3867767246)
One Wall Street, New York City

Dies ist natürlich ein wichtiger Teil des Mantras der Wall Street: es gehört zur Standardprozedur der Bankmanager, möglichst häufig und laut zu verkünden, dass die Wall Street für die Wirtschaft des Landes von entscheidender Bedeutung wäre.

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Wilhelm Lautenbachs Kritik der „klassischen“ Zinstheorie

[Die klassische Zinstheorie] erklärt oder umschreibt [den Begriff Kapital] als vorgetane Arbeit; das Kapitalangebot soll durch die Ersparnisse bestimmt sein, die zuweilen noch als vorgetane Arbeit in Gestalt eines Vorrats von Subsistenzmitteln aufgefasst werden, auf deren unmittelbaren Konsum die Sparer verzichtet haben.

Euromünzen und Scheine
Euromünzen und -scheine

Jedenfalls ist nach dieser Auffassung immer ein bestimmter Fonds von Ersparnissen gegeben, und durch den Zins soll die Kapitalverwendung auf den Betrag dieses Sparfonds beschränkt werden. Der Logik des theoretischen Systems entspräche es, das Sparen selber als eine Funktion des Zinses aufzufassen.

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Warum eine etwas höhere Inflation der Wirtschaft zugute käme

Sowohl die amerikanische Federal Reserve als auch die Europäische Zentralbank haben in den letzten vier bzw. drei Jahren ihre Inflationsziele von knapp unter zwei Prozent entgegen ihren eigenen Vorgaben nicht mehr erreicht.

Statistik: Europäische Union & Euro-Zone: Inflationsrate von 2005 bis 2015 (gegenüber dem Vorjahr) | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Nachdem sich inzwischen die Leizinssätze beider Zentralbanken nahe Null Prozent bewegen, wäre es vielleicht an der Zeit, neu über die Höhe der Zielraten nachzudenken. Warum nicht für eine etwas höhere Inflationsrate plädieren, sagen wir so um die 4 Prozent? Damit könnten die inflationsbereinigten Zinsen noch weiter unter Null sinken, um das Wirtschaftswachstum auch in einem zukünftigen Abschwung steigern zu können.

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Blick über den großen Teich: „Der Dollar wird an Wert verlieren und die Inflation ihr hässliches Gesicht zeigen…“

So sprach Donald Trump überzeugt am 13. September 2012.


Realer Wert des US-Dollars gegenüber einem breiten Korb von Währungen, 2012M09=0 (blau, linke Skala) und Consumer Price Index (CPI) Inflation Jahr für Jahr in % (rot, rechte Skala). Quelle: Federal Reserve Board, BLS und Berechnungen des Autors.

Es ist mehr als offensichtlich, dass diese Prognosen bisher in keinster Form eingetreten sind. Doch Trump befindet sich mit den republikanischen Politikern Paul Ryan, John Boehner, Ron Paul und anderen offenbar in bester Gesellschaft.

(Eigene Übersetzung eines Blogbeitrages des amerikanischen Ökonomen Menzie Chinn)

Fed St. Louis: Tragen steigende Aktienkurse zur Ungleichheit der Einkommen bei?

Die Einkommensungleichheit in den USA begann in den 1970er Jahren zu steigen und Gewinne am Aktienmarkt haben diese Entwicklung begleitet, so das Ergebnis eines aktuellen Essays der Economic Synopses der Fed St. Louis.


Langfristiger Vergleich des Gini-Koeffizienten der USA und des S&P 500 Index

Deren Assistant Vice President und Ökonom Michael Owyang sowie Senior Research Associate Hannah Shell haben festgestellt, dass die Reichen von dem Anstieg der Aktienkurse und Kapitalerträge mehr als andere profitieren konnten, da sie einen besseren Zugang zu den Märkten haben.

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