Peter Radford – Ökonomie auf den Punkt gebracht

Die ökonomische Wissenschaft ist in ihrer Mehrheit einfach dumm und falsch. Es ist eine gefährliche Technologie, die auf einer stark antisozialen Prämisse basiert. Sie versucht, die Welt zu verdrehen, um sie an sich selbst anzupassen, anstatt sie so zu beschreiben wie sie ist…

Arbeitsangebotskurve nach Investitionsrückgang
„Arbeitsangebotskurve“ – typisches Beispiel einer neoliberalen Modellwelt

Das Projekt des ökonomischen Liberalismus, welches die Volkswirtschaftslehre dominiert, besteht daraus eine idealisierte (Modell-)Welt zu entwickeln, die auf sehr restriktiven Annahmen einer Ideologie basiert, die hauptsächlich von methodischem und ontologischem Individualismus geprägt ist und dann eine Politik empfiehlt, die versucht, die reale Welt diesem Modell anzupassen.

(eigene Übersetzung eines Blogbeitrages des amerikanischen Ökonomen und Wall-Street-Händlers Mike Norman)

Elsner: Neoliberalismus vs. Demokratie – Der neoliberale „Markt“

Nuremberg, Hauptmarkt and Frauenkirche 4660
Der Hauptmarkt in Nürnberg – kein „Markt“ im Sinne dieses Beitrages

…Der „Markt“ (was immer das konkret sein soll; sagen wir: ein spontanes dezentrales System vieler Akteure, in dem Preise eine gewisse Rolle spielen) hat naturgemäß stets eine Dynamik der Selbstaufhebung, und die „neoliberale“ (De-)Regulierung hat diese Gesetzmäßigkeit praktisch in ihr Extrem getrieben – und die Menschheit dabei gleichzeitig mit einem weiteren säkularen ideologischen Paradigma, dem des „selbstregulierenden“, inhärent gleichgewichtigen „Marktes“ versehen.

Die Tendenz solcher preis-, geld-, profit- und damit macht-basierter dezentraler Systeme, die ja lokal immer Oligopole sind, zur Selbstaufhebung kannte schon der gute Adam Smith im 18. Jahrhundert.
…
Der „neoliberal“ enthemmte Markt – weil er eben etwas anderes ist als jene ideale mathematische Kopfgeburt „Markt“ – hebt sich selbst schneller auf und pervertiert sich selbst schneller, als wir realisieren können, (selbst zwischen den Unternehmen, vom internen Machtsystem der privaten Unternehmung ganz zu schweigen) zu einem oligarchischen und hierarchischen Macht- und Befehlssystem, zum extremen Gegenteil dessen, was er vorgibt zu sein, was er laut seinen Chefideologen ist.
…

aus dem Vortrag „Neoliberaler“ Kapitalismus versus Demokratie von Wolfram Elsner, gehalten in Linz 2011

Öffentliche Vermögen – abseits der Schuldenparanoia

Dortmund Ems Kanal im Winter bei Lüdinghausen Kanalhafen
Der Dortmund-Ems-Kanal bei Lüdinghausen, auch ein öffentliches Vermögen

…Auch lassen sich mit dem Schüren der Schuldenparanoia Kürzungen besser legitimieren, da die Angst vor einer belasteten Zukunft unserer Kinder die WählerInnen zu den vermeintlichen Rettern – und selten Retterinnen – treibt.

Nicht zum ersten Mal könnte das Ergebnis letztlich eine „Politik der leeren Kassen“ sein: Einem kurzfristigen stärkeren Schuldenabbau folgen sofortige Steuergeschenke (mit Entlastung vor allem für reiche Haushalte), die Löcher ins Budget reißen, die wiederum die Grundlage für weitere Kürzungen liefern usw.

Für die Mehrheit der Kinder würde das am Ende geschmälerte Zukunftschancen durch unzureichende Infrastruktur und Kürzungen bei öffentlichen Leistungen bedeuten – und ein schlechteres Verhältnis zwischen Vermögen und Schulden.

auf blog.arbeit-wirtschaft.at

Die globalen Kosten des fiskalischen Koordinierungs-versagens der Eurozone 2012

Die Länder der Eurozone haben in den Jahren 2011, 2012 und 2013 insgesamt zu viele fiskalische Anpassungen vorgenommen. Deutschland trat im Jahr 2012 in die Konsolidierung ein und fügte der Eurozone sowie der ganzen Welt weiteren Schaden zu.


Netto-Exportbeiträge der einzelnen Staaten zum Wachstum in der Eurozone

Die Banque de France veröffentlichte in ihrem Sommerbericht einen interessanten kleinen Artikel. Sie argumentierte darin, dass die Eurozone zusammen zu viele fiskalische Konsolidierungsmaßnahmen – wie z.B. Austerität; Budgetkürzungen und Steuer-erhöhungen – zwischen 2011 und 2013 erließ.

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Über die Folgen fehlender gesamtwirtschaftlicher Bildung…

Euroscheine 01

Man kann den Deutschen den ihnen zustehenden Lohn einbehalten, man kann ihnen die erwirtschaftete Rente kürzen, man kann ihnen die Sozialhilfe auf ein absolutes Minimum zurückfahren und ihnen auch noch erfolgreich einreden, das wäre alles nur zu ihrem Besten…

Aber wehe, es kommen ein paar Ausländer ohne ordentliche Papiere über ihre Grenzen…allerdings versteht das dann auch jeder sofort…

(eine kleine Polemik zur aktuellen politischen und <gesamt->wirtschaftlichen Situation in Deutschland)

Die heutige gesellschaftspolitische Relevanz der Bonner Wende von 1982

Helmut Schmidt SPD Parteitag Köln a
Mit dem Ende seiner Regierung nahm die Bonner Wende ihren Anfang:
der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt

Das tägliche Wegsehen
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Die Videoaufnahmen aus der Essener Bankfiliale sind schwer erträglich. Ein hilfloser alter Mann am Boden, vier Menschen, die ihn einfach ignorieren und ihren Geschäften nachgehen: Das Opfer hätte auch mein Vater sein können, denkt man. Und man fragt sich: Was geht in diesen Köpfen vor?
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Kommentar in der WAZ vom 18.09.2017

Die Wende von 1982: Der Tag, an dem die Gegenwart begann

Am 17. September 1982 zerbrach die sozialliberale Koalition. Es war der Tag, an dem die Zukunft begann, die heute noch neoliberale Gegenwart ist – und die zu überwinden es viele gute Gründe gibt.
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Tom Strohschneider im OXI-Blog am 17.09.2017

Auf den ersten Blick haben diese beiden kurzen Auszüge so rein gar nichts miteinander zu tun. Doch wenn man sich länger mit den heutigen gesellschaftlichen Missständen beschäftigt, findet man viele Grundzüge, die einen ins Grübeln bringen sollten.

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Die Mainstream-Geldtheorie – hübsch, elegant, plausibel und doch völlig falsch

In unserer modernen Zeit basieren die legalen Währungen vollständig auf sogenanntem Fiatgeld. Zahlungsmittel an sich haben heute keinen intrinsischen Wert mehr (wie etwa Gold und Silber).

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Euro-Banknoten – „Objekte ohne inneren Wert?“ (=Fiat Money)

Was ihnen Wert schenkt, ist grundsätzlich der gesetzliche Status, der ihnen vom Staat gegeben wird, und die einfache Tatsache, dass Sie Ihre Steuern mit ihnen bezahlen müssen. Das ermöglicht den Regierungen auch, damit eine Art Monopolgeschäft zu betreiben, wobei ihnen niemals das Geld ausgehen kann.

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Wurde die Rolle des FED als Kreditgeber der letzten Instanz im Jahr 2008 gezielt heruntergespielt? Oder schlicht vergessen?

War es nur ein Versäumnis in der Kommunikation? Oder warum waren die Bush-Administration und die im Jahr darauf eingesetzte Regierung Obama so ungenügend darauf vorbereitet, sich 2008 zur Finanzkrise zu erklären?

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Eingangsbereich des Hauptgebäudes des Federal Reserve Systems (FED)
in Washington, D.C.

Es ist die eine Sache zu behaupten, dass niemand diese Panik kommen sah. Es ist aber ein anderer Sachverhalt, dass nachdem der Wirbelwind gekommen und wieder gegangen war, die politischen Führer und die Regulierungsbehörden so dürftig verdeutlichten, was sie selbst alles getan hatten, um der Wirtschaft den Tag zu retten.

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Die Märkte funktionieren nicht überall

Wenn wir bei allem was wir tun über den Preis dieser Transaktion feilschen müssten, würde wahrscheinlich vieles nicht gemacht werden.

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Wie würden Sie es finden, über das Recht auf einen Spaziergang verhandeln zu müssen?

Der amerikanische Ökonom Tyler Cowen hat auf seinem Blog eine laufende Serie von Posts mit dem Titel „Markets in Everything“. Auch andere Wirtschaftswissenschaftler und Journalisten haben diese Phrase übernommen, mit gutem Grund – handelt es sich dabei doch um eine eindrucksvolle und kraftvolle Idee, die als eine der Grundlagen der westlichen politischen Ökonomie im späten 20. Jahrhundert angesehen wird.

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