Die heutige gesellschaftspolitische Relevanz der Bonner Wende von 1982

Helmut Schmidt SPD Parteitag Köln a
Mit dem Ende seiner Regierung nahm die Bonner Wende ihren Anfang:
der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt

Das tägliche Wegsehen

Die Videoaufnahmen aus der Essener Bankfiliale sind schwer erträglich. Ein hilfloser alter Mann am Boden, vier Menschen, die ihn einfach ignorieren und ihren Geschäften nachgehen: Das Opfer hätte auch mein Vater sein können, denkt man. Und man fragt sich: Was geht in diesen Köpfen vor?

Kommentar in der WAZ vom 18.09.2017

Die Wende von 1982: Der Tag, an dem die Gegenwart begann

Am 17. September 1982 zerbrach die sozialliberale Koalition. Es war der Tag, an dem die Zukunft begann, die heute noch neoliberale Gegenwart ist – und die zu überwinden es viele gute Gründe gibt.

Tom Strohschneider im OXI-Blog am 17.09.2017

Auf den ersten Blick haben diese beiden kurzen Auszüge so rein gar nichts miteinander zu tun. Doch wenn man sich länger mit den heutigen gesellschaftlichen Missständen beschäftigt, findet man viele Grundzüge, die einen ins Grübeln bringen sollten.

Weiterlesen…

Die Mainstream-Geldtheorie – hübsch, elegant, plausibel und doch völlig falsch

In unserer modernen Zeit basieren die legalen Währungen vollständig auf sogenanntem Fiatgeld. Zahlungsmittel an sich haben heute keinen intrinsischen Wert mehr (wie etwa Gold und Silber).

983706158-billet-de-10-euros-billet-de-20-euros-billet-de-50-euros-liasse-de-billets (1)
Euro-Banknoten – „Objekte ohne inneren Wert?“ (=Fiat Money)

Was ihnen Wert schenkt, ist grundsätzlich der gesetzliche Status, der ihnen vom Staat gegeben wird, und die einfache Tatsache, dass Sie Ihre Steuern mit ihnen bezahlen müssen. Das ermöglicht den Regierungen auch, damit eine Art Monopolgeschäft zu betreiben, wobei ihnen niemals das Geld ausgehen kann.

Weiterlesen…

Wurde die Rolle des FED als Kreditgeber der letzten Instanz im Jahr 2008 gezielt heruntergespielt? Oder schlicht vergessen?

War es nur ein Versäumnis in der Kommunikation? Oder warum waren die Bush-Administration und die im Jahr darauf eingesetzte Regierung Obama so ungenügend darauf vorbereitet, sich 2008 zur Finanzkrise zu erklären?

EA 033105 AT 1191 (8548424277)
Eingangsbereich des Hauptgebäudes des Federal Reserve Systems (FED)
in Washington, D.C.

Es ist die eine Sache zu behaupten, dass niemand diese Panik kommen sah. Es ist aber ein anderer Sachverhalt, dass nachdem der Wirbelwind gekommen und wieder gegangen war, die politischen Führer und die Regulierungsbehörden so dürftig verdeutlichten, was sie selbst alles getan hatten, um der Wirtschaft den Tag zu retten.

Weiterlesen…

Die Märkte funktionieren nicht überall

Wenn wir bei allem was wir tun über den Preis dieser Transaktion feilschen müssten, würde wahrscheinlich vieles nicht gemacht werden.

Walk under the cherry tree Muko-River サクラの木下の散歩(武庫川上流) DSCF0228☆
Wie würden Sie es finden, über das Recht auf einen Spaziergang verhandeln zu müssen?

Der amerikanische Ökonom Tyler Cowen hat auf seinem Blog eine laufende Serie von Posts mit dem Titel „Markets in Everything“. Auch andere Wirtschaftswissenschaftler und Journalisten haben diese Phrase übernommen, mit gutem Grund – handelt es sich dabei doch um eine eindrucksvolle und kraftvolle Idee, die als eine der Grundlagen der westlichen politischen Ökonomie im späten 20. Jahrhundert angesehen wird.

Weiterlesen…

Auszug aus der Diplomarbeit „Denkgifte“ von Thomas Gerlach

Ar05
Alexander Rüstow prägte 1938 erstmals den Begriff Neoliberalismus


Die tyrannische Instanz des neoliberalen Kapitalismus ist die allgegenwärtige stumme Androhung des ökonomischen Untergangs und sozialen Ausschlusses.

Sie wird nicht von bewaffneten Straßenposten aufrechterhalten, sondern von der normativen Kraft des Faktischen und seiner diskursiven Überhöhung, die noch die eigene Unterwerfung unter die herrschenden Interessen als selbstgewählt und selbstgewollt erscheinen lassen.

Die Schutzgelderpresser können auf diese Weise im Hintergrund bleiben und sich den Anschein der Korrektheit geben. Vor allem aber können sie sich als Retter und Beschützer präsentieren und weiteren Tribut fordern, mit der Begründung, es werde alles gut, wenn ihnen nur erst die ganze Welt zu Willen sei.

Thomas Gerlach, Denkgifte – Psychologischer Gehalt neoliberaler Wirtschaftstheorie und gesellschaftspolitischer Diskurse, S. 178

Wilhelm Lautenbach über Wechselkursänderungen vs. interner Abwertung durch Preis- und Lohnsenkungen

…Die Diskrepanz zwischen dem inländischen Preis- und Kostenniveau und dem ausländischen kann durch eine weltwirtschaftliche Krise verursacht sein.

Wenn wichtige konkurrierende Industrieländer in eine Krise und in die verhängnisvolle Spirale fortgesetzten Preis- und Lohnfalls geraten, so ist eine starke Störung des außenwirtschaftlichen Gleichgewichts aller Industrieländer unausbleiblich.

Weiterlesen…

Investitionsstau in Deutschland: Brücken und Straßen bröckeln, da die Behörden die finanziellen Mittel lieber dafür einsetzen, um öffentliche Defizite zu reduzieren

Für eine exportorientierte Nation wie die Bundesrepublik ist die Brückeninfrastruktur für die momentane wirtschaftliche Entwicklung natürlich extrem mitentscheidend.

Rheinbrücke Neuenkamp
Autobahnbrücke (A40) Neuenkamp über den Rhein bei Duisburg

Und wenn die Regierung sich auf Austerität durch strenge Sparmaßnahmen stürzt, findet sie es in der Regel schwieriger, solche Maßnahmen bei wiederkehrenden Ausgaben durchzusetzen, da die Auswirkungen sofort sichtbar werden und an Personen (und damit potentielle Wähler) gebunden sind – bei Renten, Bildungskosten, Gesundheitsausgaben usw.

Weiterlesen…

Mehr Deutsche als jemals zuvor sind ernsthaft in Gefahr arm zu werden

Wie schlecht es der Eurozone geht, wird in der Regel zuerst mit Bezug auf Griechenland, dann Spanien, dann Italien und Portugal illustriert, den schwächsten Gliedern in der Kette der Mitgliedstaaten. Ganz zu schweigen von Zypern, Finnland und einigen mehr.

Diw logo 2010
Logo des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW)

Doch es gibt noch eine andere Art, die gleiche Fragestellung zu betrachten, indem man sich auf das vermeintlich stärkste Land in der Währungsunion konzentriert – Deutschland. Ein neuer Bericht des DIW Berlin (freigegeben am 5. Juli 2017) – „Einkommensschichten und Erwerbsformen seit 1995“, der nur in deutscher Sprache verfügbar ist, erzählt eine düstere, wenn nicht gar trostlose Geschichte darüber, was in dem angeblichen Powerhouse der Eurozone in den letzten 18 Jahren geschehen ist.

Weiterlesen…