THE SHIFT: Amerikas Fiat-Geld verstehen und einsetzen

Bevor es für immer aus unserer Wahrnehmung verschwindet – was die schnelle Zunahme der Smartphone-Kommerzialisierung im nächsten Jahrzehnt vermuten lässt – sollten wir genau prüfen, sowie eine Bestandsaufnahme machen und vollständig versuchen zu verstehen, was dieses Stück Papier ist, welches wir einen US-Dollar nennen.

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Fünf-Dollar-Note von 2003

Oder eben diesen Fünf-Dollar-Schein, den ich zur Vorbereitung auf diesen Beitrag aus meiner Brieftasche gezogen habe. Es spielt dabei allerdings keine Rolle, welchen Schein wir wählen: Sie haben alle die gleichen grundlegenden Informationen, die unauslöschlich auf ihr dauerhaft gefertigtes Baumwoll-Leinen-Gewebe gedruckt sind.

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Ist Wachstum gut?

Wann immer das Thema des Wirtschaftswachstums angesprochen wird, gibt es eine weit verbreitete und verständliche Reaktion in dem Sinne, dass Wachstum ökologisch nicht nachhaltig oder sozial schädlich sei.

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Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts der Welt und der OECD

Da eines der Hauptanliegen dieses Blogs das nachfragegesteuerte Wachstum ist, lohnt es sich vielleicht innezuhalten, um über die Angemessenheit des Themas nachzudenken. Die generelle Problematik kann dabei in zwei Abschnitte unterteilt werden. Warum sollte man überhaupt das Wachstum als solches betrachten? Und warum die Möglichkeit hervor-heben, dass Wachstum nachfragegeleitet sein kann?

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Wie Geld geschaffen wird…

Alles, was wir wissen, ist nicht nur falsch – es ist schlicht verkehrt herum. Wenn Banken Kredite vergeben, schaffen sie Geld.

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Nahaufnahme eines Dollar-Scheines

Denn Geld ist eigentlich nur ein IOU (Schuldschein). Die Rolle der Zentral-bank besteht letztlich darin eine Rechtsordnung zu garantieren, die den Banken das ausschließliche Recht einräumt, Schuldscheine bestimmter Art zu schaffen, welche von der Regierung durch ihre Bereitschaft, sie als Steuern anzunehmen als gesetzliches Zahlungsmittel anerkennt werden.

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Makroskop: Der kranke Mann Europas wird gesund, der Rest bekommt Fieber

Fieberthermometer

…Die Übertragung des merkantilistischen Modells auf die gesamte EU (insbesondere die Eurozone) wird auf Dauer nicht nachhaltig sein können. Zunächst macht sich Europa damit abhängig von der Nachfrage in der übrigen Welt.

Zweitens wird der Euro bei gravierenden Überschüssen und restriktiverer Geldpolitik so stark aufwerten, dass jeglicher Wettbewerbsvorteil, der durch Lohnzurückhaltung erreicht wurde, zunichte gemacht wird.

Drittens hat Europa einen Exportanteil von 15 % und es ist ebenso unwahrscheinlich wie irrational, diesen Anteil signifikant steigern zu wollen; die Welt ist kein großer und integrierter Markt, sondern besteht aus mehreren, recht geschlossenen Volkswirtschaften.

Viertens, und das ist mindestens ebenso wichtig, stellt sich beim Merkantilismus natürlich auch eine moralische Frage, weshalb die einen immer auf Kosten der anderen die Überschüsse fahren müssen, anstatt sich einem fairen und ausgeglichenen Handel zu widmen.

aus Der kranke Mann Europas wird gesund, der Rest bekommt Fieber

Keynes hatte recht, was das Quantitative Easing (QE) angeht

Hat das durch QE verursachte Geldmengenwachstum in der Eurozone (siehe Grafik) die Konjunktur angekurbelt? Nicht genug. Nach John Maynard Keynes in seiner „Allgemeinen Theorie“ (1936),

hängt die Beziehung der Veränderungen von M (Geldmenge) zu Y (Einkommen) und r (dem Zinssatz) in erster Linie davon ab, wie die Veränderungen in M zustande kommen.

Anders ausgedrückt: nur der (wirtschaftlich sinnvolle) Kredit und nicht das Geld allein lässt die Welt auf Touren kommen. Geld, welches als Kredit Haushalten den Kauf bereits bestehender Häuser ermöglicht, hat einen ganz anderen Effekt auf die Konjunktur als das Geld, das per Kredit neuen Firmen zur Verfügung gestellt wird, die damit viele Arbeits-kräfte für die Herstellung von z. B. medizinischen Geräten einstellen.

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Ein Blick in die Bücher: Die Bank von England als Kreditgeber der letzten Instanz

Stellen Sie sich vor, Sie könnten in die historischen Bücher der britischen Zentralbank schauen und dabei die Bandbreite der Zinssätze ersehen, die die Bank in der Vergangenheit für Notkredite in Rechnung gestellt hat.

Könnten Sie herausfinden, wie viele dieser Kredite nie zurückgezahlt wurden und wie sich das auf den Gewinn der Bank auswirkte? Jetzt können Sie es. Wir haben die täglichen Geschäftsbücher der Bank digital übertragen und in einer Excel-Arbeitsmappe abgelegt, die Sie nun erforschen können. Diese Bücher enthalten eine Fülle von Informationen über jeden, der die Bank während der Krisen von 1847, 1857 und 1866 um ein Darlehen gebeten haben.

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Die globalen Kosten des fiskalischen Koordinierungs-versagens der Eurozone 2012

Die Länder der Eurozone haben in den Jahren 2011, 2012 und 2013 insgesamt zu viele fiskalische Anpassungen vorgenommen. Deutschland trat im Jahr 2012 in die Konsolidierung ein und fügte der Eurozone sowie der ganzen Welt weiteren Schaden zu.


Netto-Exportbeiträge der einzelnen Staaten zum Wachstum in der Eurozone

Die Banque de France veröffentlichte in ihrem Sommerbericht einen interessanten kleinen Artikel. Sie argumentierte darin, dass die Eurozone zusammen zu viele fiskalische Konsolidierungsmaßnahmen – wie z.B. Austerität; Budgetkürzungen und Steuer-erhöhungen – zwischen 2011 und 2013 erließ.

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Die Mainstream-Geldtheorie – hübsch, elegant, plausibel und doch völlig falsch

In unserer modernen Zeit basieren die legalen Währungen vollständig auf sogenanntem Fiatgeld. Zahlungsmittel an sich haben heute keinen intrinsischen Wert mehr (wie etwa Gold und Silber).

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Euro-Banknoten – „Objekte ohne inneren Wert?“ (=Fiat Money)

Was ihnen Wert schenkt, ist grundsätzlich der gesetzliche Status, der ihnen vom Staat gegeben wird, und die einfache Tatsache, dass Sie Ihre Steuern mit ihnen bezahlen müssen. Das ermöglicht den Regierungen auch, damit eine Art Monopolgeschäft zu betreiben, wobei ihnen niemals das Geld ausgehen kann.

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Wurde die Rolle des FED als Kreditgeber der letzten Instanz im Jahr 2008 gezielt heruntergespielt? Oder schlicht vergessen?

War es nur ein Versäumnis in der Kommunikation? Oder warum waren die Bush-Administration und die im Jahr darauf eingesetzte Regierung Obama so ungenügend darauf vorbereitet, sich 2008 zur Finanzkrise zu erklären?

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Eingangsbereich des Hauptgebäudes des Federal Reserve Systems (FED)
in Washington, D.C.

Es ist die eine Sache zu behaupten, dass niemand diese Panik kommen sah. Es ist aber ein anderer Sachverhalt, dass nachdem der Wirbelwind gekommen und wieder gegangen war, die politischen Führer und die Regulierungsbehörden so dürftig verdeutlichten, was sie selbst alles getan hatten, um der Wirtschaft den Tag zu retten.

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Update: Grundlage der Eurokrise – der reale innere Wert einer Währung und seine Konsequenzen für die EU

Auch wenn die Eurokrise, seit nunmehr fast sieben acht Jahren ungelöst, ein wenig aus den politischen Schlagzeilen verschwunden ist, steht vor allem Griechenland immer noch im Fokus der Kritik:

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5-Euro-Banknoten

Korruption, ein enorm aufgeblähter Staatsapparat, zu spendable Politiker, aber auch die angeblich „zu faulen“ Griechen selbst werden oft als Gründe für den Ausbruch der Krise angeführt. Ebenso geht das Aufrechnen von moralischer Schuld und (Geld-)Schulden ungehemmt weiter.

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