Europäische Union 1992/93
Was passiert, wenn ein ganzes Land – eine potenzielle „Region“ in einer vollständig integrierten Gemeinschaft – einen strukturellen Rückschlag erleidet? Solange es ein souveräner Staat ist, kann es seine Währung abwerten.
Die Geldtheorie ist eine Disziplin der Volkswirtschaftslehre, in der Wesen und Funktionen, Wert sowie Wirkungen des Geldes untersucht werden
Was passiert, wenn ein ganzes Land – eine potenzielle „Region“ in einer vollständig integrierten Gemeinschaft – einen strukturellen Rückschlag erleidet? Solange es ein souveräner Staat ist, kann es seine Währung abwerten.
Die Kreditmechanik und verwandte Ansätze wurden bekanntlich in den 1920er und 1960er Jahren von einer Gruppe deutscher Währungsökonomen entwickelt. In diesem Beitrag wird die Analyse der Kreditmechanik im Zusammenhang mit der aktuellen Debatte um die Geldmenge bewertet.

Diese Theorie bezieht sich dabei auf eine einseitige, bankzentrierte Sicht der Geld-schöpfung, die heute häufig in der Geldtheorie anzutreffen ist. Da die alten Standard-Lehrbuchmodelle der Geldschöpfung inzwischen als diskreditiert angesehen werden müssen, plädieren die Autoren für einen allgemeineren Ansatz der Geldmengentheorie unter Einbeziehung der Kreditmechanik.
Kenneth Rogoffs Kritik an der Modern Monetary Theory (MMT) geht davon aus, dass MMT-Befürworter sich nicht für Haushaltsdefizite oder die Unabhängigkeit der US-Notenbank interessieren. Diese Annahmen gehen jedoch weit am Ziel vorbei, und Rogoff selbst unterminiert zudem seine eigenen Argumente.

Ist die Modern Monetary Theory ein potenzieller Segen für die Wirtschaftspolitik oder, wie Kenneth Rogoff behauptete, eine Bedrohung für das „gesamte globale Finanzsystem“ und die nächste Frontlinie des „Kampfes für die Unabhängigkeit der Zentralbank“?
Eine kurze Einführung in die Features des neuen Modern Monetary Theory (MMT)-Lehrbuchs „Macroe-conomics“, welches von Macmillan veröffentlicht und von William Mitchell, L. Randall Wray und Martin Watts geschrieben wurde.
Weitere Informationen zum Buch: Macroeconomics Textbook
Blogbeiträge zum Thema Modern Monetary Theory von Bill Mitchell.

Wenn die Unternehmer alles Geld im Ausland untergebracht haben, nennt man dieses den Ernst der Lage. Geordnete Staatswesen werden mit einer solchen Lage leicht fertig; das ist bei ihnen nicht so wie in den kleinen Raubstaaten, wo Scharen von Briganten die notleidende Bevölkerung aussaugen.
Sterne der Satire – Walk of Fame des Kabaretts in Mainz,
Stern Nr. 4 von Kurt Tucholsky.Jede Wirtschaft beruht auf dem Kreditsystem, das heißt auf der irrtümlichen Annahme, der andre werde gepumptes Geld zurückzahlen. Tut er das nicht, so erfolgt eine sog. ›Stützungsaktion‹, bei der alle, bis auf den Staat, gut verdienen. Solche Pleite erkennt man daran, daß die Bevölkerung aufgefordert wird, Vertrauen zu haben. Weiter hat sie ja dann auch meist nichts mehr.
Die Loanable Funds-Theorie ist in vielerlei Hinsicht nichts anderes als ein Ansatz, bei dem schlicht und einfach die vorherrschende Zinsrate in einer Gesellschaft als der Preis für Kredite der Banken oder für andere Darlehen gedacht ist und von Angebot und Nachfrage bestimmt wird – wie Bertil Ohlin es einmal ausführte – „genauso wie der Preis von Eiern und Erdbeeren auf einem Dorfmarkt.“

Das ist ein sehr schönes Märchen, doch das Problem dabei ist, dass Banken keine Tauschhändler sind, die bereits vorhandene ausleihbare Mittel von Einlegern auf Kreditnehmer übertragen. Warum nicht? Weil es in der realen Welt einfach keine bereitgestellten verleihbaren Fonds gibt. Banken schaffen neue Mittel – als Kredit – nur, wenn sich jemand vorher verschuldet hat! Denn Banken sind Geldinstitute, keine Tauschhändler.
Irgendwann haben sich viele vermutlich Fragen gestellt wie diese: Woher kommt eigentlich eine eigene nationale Währung? Wie funktioniert so ein eigenständiges Währungssystem überhaupt?

Warum sollten die Leute eine nationale Währung überhaupt akzeptieren? Wie können wir darauf vertrauen, dass eine nationale Währung nicht zusammenbricht und dass die Menschen sie weiterhin bei ökonomischen Transaktionen annehmen werden? Kann eine Regierung jemals pleite gehen und ihre Bürger die Rechnung dafür bezahlen lassen? Kann diese finanzpolitische Fähigkeit möglicherweise sogar ein Problem für eine Administration werden?
Kurt Tucholsky in Paris 1928Die Grundlage aller Nationalökonomie ist das sog. ›Geld‹.
Geld ist weder ein Zahlungsmittel noch ein Tauschmittel, auch ist es keine Fiktion, vor allem aber ist es kein Geld. Für Geld kann man Waren kaufen, weil es Geld ist, und es ist Geld, weil man dafür Waren kaufen kann. Doch ist diese Theorie inzwischen fallen gelassen worden. Woher das Geld kommt, ist unbekannt. Es ist eben da bzw. nicht da – meist nicht da.