Für Marx bedeutete Wettbewerb nicht den vollkommenen Wettbewerb der Neoklassiker

Manchmal wird die Vermutung geäußert, dass die Theorie von Karl Marx möglicherweise auf eine frühere, wettbewerbsfähige Version des Kapitalismus anwendbar gewesen sei, aber für die Ära des „Monopolkapitalismus“, in dem wir heute leben sollen, wenig relevant wäre.

Chemnitz-Marx-Monument
Karl-Marx-Monument in Chemnitz

Diese Ansicht ergibt sich aus der Verwechslung von „Wettbewerb“ bei Marx – und generell auch in der klassischen politischen Ökonomie – mit dem neoklassischen „vollkommenen Wettbewerb“.

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Über eine „neue“ strukturierte Ökonomie

Bietet die ökonomische Theorie so etwas wie ein konkretes Paket verlässlicher Strategien zur Schaffung eines nachhaltigen Wirtschaftswachstums in einem sogenannten „Middle-Income“-Staat?


Blick in eine Fabrikhalle in Indonesien

Einige zeitgenössische Ökonomen sind der Ansicht, dass es möglich ist, diese Frage positiv zu beantworten. Allerdings sollte man hinterfragen, ob dieses Vertrauen tatsächlich gerechtfertigt erscheint.

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In der Pipeline, die fast 3 Milliarden Euro pro Minute transferiert

Und warum man sich keine Sorgen machen sollte, wenn es darin mal wieder ein wenig unausgeglichen wird.

12 foot pipe installation s
Installation einer Mehrplattenröhre

Mit einem durchschnittlichen Volumen von 2,7 Milliarden Euro (3 Milliarden US-Dollar) pro Minute im Laufe eines jeden Werktages ist das TARGET2-Abwicklungssystem des Euro-Währungsgebiets eines der bedeutendsten Teile des weltweiten Finanz-Rohrleitungssystems.

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Wilhelm Lautenbach: Kapitalbildung und Sparen – Teil 2

Fortsetzung von Teil 1:

Volkswirtschaftlich wird Kapital gebildet, wenn die technische Ausstattung einer Volkswirtschaft in irgendeiner Weise vergrößert oder verbessert wird, also wenn über den Ersatz des Verschleißes hinaus Produktionsanlagen irgendwelcher Art oder dauerhafte Nutzungsgüter, wie etwa Häuser, geschaffen werden, oder wenn die Vorräte größer werden.

Anteile von Faktorkosten, Abschreibungen und Unternehmergewinn an den abgesetzten Verbrauchsgütern
Zusammenhang Investition und Produktionsvolumen

Ganz allgemein gesagt: Die volkswirtschaftliche Kapitalbildung setzt bestimmte Dispositionen in der Sphäre der Produktion voraus. Unter Sparen verstehen wir auf der anderen Seite ein bestimmtes Verhalten der Einkommensbezieher, nämlich den Verzicht auf den Verbrauch eines Teiles des Einkommens.

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Die makroökonomischen Lehrbücher könnten bei Angebot und Nachfrage falsch liegen

Wie man vielleicht erwarten kann, neigen Ökonomen dazu, über viele Dinge in den Relationen von Angebot und Nachfrage zu reden. Bei der Makroökonomie ist das nicht anders. Das grundlegende Modell über Rezessionen und Booms, welches im Eingangs- studium der Wirtschaftswissenschaften gelehrt wird, beruht auf den Begriffen der aggregierten Nachfrage und des aggregierten Angebots.

Orange Crop Kufr Jammal
Frisch geerntete Orangen in Kafr Jammal, West Bank, Palästina

Genau wie die Nachfrage nach Orangen die Zahl der Orangen ist, die Menschen zu einem bestimmten Preis kaufen wollen, besteht die Gesamtnachfrage aus der Menge der Dinge im Allgemeinen, die die Menschen erwerben wollen – Autos, Rückenmassagen, Videospiele, aber auch Unternehmen und Geschäfte.

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Mit Adam Smith über die „unsichtbare Hand“ hinaus

Sein [Adam Smiths] Werk lebt weiter, hinausgetragen in die Welt von Jüngern wie Gregory Mankiw, Autor des Lehrbuchs Principles of Economics, der Bibel von Erstsemestern rund um den Globus. Erstes Kapitel: „Smith erläutert, wie die ›unsichtbare Hand des Markts‹ den Egoismus des Einzelnen in wachsenden Wohlstand für die Allgemeinheit transformiert.“ Amen.

Adam Smith
Adam Smith (1723-1790), Schöpfer der klassischen Nationalökonomie


Wie ist das zum Beispiel mit der unsichtbaren Hand? Generationen von Volkswirten haben dazu dieselbe Passage aus dem Wohlstand der Nationen zitiert. Irgendwann wirkte es, als sei das Konzept der Dreh-und Angelpunkt in Smiths Denken.

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Wer würde das akzeptieren? Regierungen mit eigenen Währungen sind nur durch die Ressourcen begrenzt, nicht durch die Geldmenge

„Die Notwendigkeit zum Haushaltsausgleich ist ein Aberglaube…ein Mythos. Es ist wie eine religiöse Lehre, die dazu verwendet wird, um Menschen an eine bestimmte Sache glauben zu lassen.“ (Paul Samuelson)

Wahlkampfzeiten dienen oft als eine Erinnerung daran, wie schwierig es eigentlich ist, die durch populäre Illusionen getrübte öffentliche Debatte zu durchdringen. Versucht man es trotzdem – und das gilt dann für alle, die die vorherrschenden neoliberalen Dogmen zerstreuen wollen – so wird man feststellen, dass sich die öffentliche Wahrnehmung wenn überhaupt anscheinend nur quälend langsam verändert.

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Die wirtschaftswissenschaftlichen Institute müssten eigentlich jede Menge Rauchmelder installieren…

Alfred Marshall
Der britische Ökonom Alfred Marshall (1842 – 1924)

Balliol Croft, Cambridge 27. ii. 1906
Mein lieber Bowley
Ich weiß, dass ich in den späteren Jahren meiner Arbeit das wachsende Gefühl hatte, dass ein gutes mathematisches Theorem, welches sich mit ökonomischen Hypothesen beschäftigte, selten auch gute Wirtschaftswissenschaften darstellte.

Und so begann ich mehr und mehr nach folgenden Regeln zu arbeiten:
(1) Verwende die Mathematik nur als ein Hilfsmittel, anstatt sie zum Motor der Forschungsarbeit zu machen. (2) Halte dich daran, bis du fertig bist. (3) Übersetze alles in lesbare Sprache. (4) Veranschauliche dann anhand von Beispielen, die im wirklichen Leben wichtig sind. (5) Verbrenne die Mathematik. (6) Wenn du Punkt 4 nicht erfolgreich abschließen kannst, verbrenne alles ab (3). Diesen Schritt habe ich in letzter Zeit sehr oft ausgeführt…

Mit leeren Händen
Dein Alfred Marshall

(eigene Übersetzung aus einem Blogbeitrag des schwedischen Ökonomen und Wirtschaftshistorikers Lars Syll)

Update vom 04.11.2016:
Ein aktueller Bezug gefällig? Bitteschön: nach der vernichtenden Kritik von Norbert Häring an dem Jahresgutachten 2016 der sogenannten 5 „Wirtschaftsweisen“ dünkt es mir, als hätten sich diese „Weisen“ (zumindest die vier neoliberalen davon) vor der Veröffentlichung auch besser an Punkt 6 der Empfehlung von Alfred Marshall halten sollen…

Wilhelm Lautenbach: Kapitalbildung und Sparen – Teil 1

Kaum eine andere Frage der Nationalökonomie ist so verwickelt und zugleich so um- stritten wie das Problem der Kapitalbildung und des Sparens.

Bundesarchiv Bild 183-1982-0114-501, Berlin, Jägerstraße, Reichsbank
Die Reichsbank in der Werderstraße, Berlin 1933

Eine richtige und plastische Anschauung von dem Sachverhalt gewinnt man nur, wenn man sich den ganzen Wirtschaftskreislauf vorstellt, und so würde eine erschöpfende Behandlung des Problems eine Darlegung der gesamten ökonomischen Theorie, besonders der Geld- und Kredittheorie, erfordern.

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Grundlage der Eurokrise – der reale innere Wert einer Währung

Auch wenn die Eurokrise, seit nunmehr fast sieben Jahren ungelöst, ein wenig aus den politischen Schlagzeilen verschwunden ist, steht vor allem Griechenland immer noch im Fokus der Kritik: Korruption, ein enorm aufgeblähter Staatsapparat, zu spendable Politiker, aber auch die angeblich „zu faulen“ Griechen selbst werden oft als Gründe für den Ausbruch der Krise angeführt. Ebenso geht das Aufrechnen von moralischer Schuld und (Geld-)Schulden ungehemmt weiter.

Konstanz (5033092277)

Doch ist das alles auch wirklich richtig so? Oder gibt es möglicherweise noch ganz andere Fakten, die ohne den Rückgriff auf empörende Moralität die ganze Malaise erklären können? Doch wo soll man da anfangen in der verwirrenden Kakophonie verschiedenster Meinungen?

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