Robert Skidelsky: Wie wichtig ist die Vergangenheit?

Wenn wir auf eine Rezession zusteuern sollten Sie vor allem die Ökonomen beschuldigen, die beim Geschichtsunterricht durchgefallen sind.

Die Historie wurde von vielen Ökonomen lange Zeit heruntergespielt, obwohl sie die Schlüssel zur Beantwortung einiger der wichtigsten Fragen von heute enthält. Warum stürzte die Börse 1929 ab? Hätte das Rettungspaket für die Banken 2008 anders gehandhabt sollen? Gibt es eigentlich eine Möglichkeit, diesen endlosen Kreislauf von Booms und Busts zu stoppen?

Der Wirtschaftshistoriker Robert Skidelsky erklärt in obigem Video, warum die Vergan-genheit so wichtig ist, damit man die Gegenwart überhaupt erst verstehen kann.

Mehr über die Geschichte des ökonomischen Denkens: John Stuart Mill contra Say’s Law (1844)

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Statue von John Stuart Mill in Temple Gardens, London

Um die Erklärungen zu liefern, mit denen die Lehre von der Unmöglichkeit eines Überschusses aller Waren aufgegriffen werden muss, müssen wir einen Moment auf das Argument hinweisen, mit dem diese Unmöglichkeit gemeinhin aufrechterhalten wird.

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Die MMT als ein politisches Problem betrachten – Teil 2

Im ersten Teil dieser Reihe haben wir erklärt, warum die MMT als ein politisches Problem und nicht nur als pädagogisches Dilemma angesehen werden sollte.

Money and pills in three colors banner
Geld in Form von US-Dollar-Münzen und -Scheinen

In diesem abschließenden Teil werden wir diskutieren, wo der Einsatz für die MMT am wahrscheinlichsten scheitert oder aber gute Erfolgschancen hat. Betrachten wir zunächst einige eher schlechte Aussichten.

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Modern Monetary Theory (MMT) = Keynes 2.0

Im Laufe der Zeit und während 2020 zu Ende geht beginnt man die lange sorgsam gehegte Idee, dass Regierungen wie Haushalte und Unternehmen zu betrachten sind, die ihre Schulden zurückzahlen müssen oder sogar Staatsdefizite überhaupt durch Schulden finanziert werden müssen, zunehmend als Fehler zu entlarven.

Es wird mehr oder weniger eine Rückwendung zu Keynes geben mit Außnahme der Vorstellung, dass das keynesianische Ziel, das Budget im Laufe des Zyklus auszugleichen – Defizite in schlechten Zeiten, Überschüsse in guten Zeiten – keine Rolle mehr spielt, soweit das denn überhaupt noch jemand in letzter Zeit erreicht hatte.

In Zukunft wird 2020 als das Jahr angesehen, in dem Keynes 2.0 seinen Anfang nahm – als Geld- und Fiskalpolitik verschmolzen und eine differen-ziertere Regierungstheorie in Kraft trat, in der die Ausgaben außer der Kapazität der Wirtschaft keine Grenzen haben.

Da die Verschuldung weiterhin monetarisiert wird, wird auch deutlich, dass ohne wirtschaftliche Engpässe Ausgaben und Defizite ohne negative Auswirkungen auf Inflation und Wohlfahrt steigen können.

Alan Kohler / The Australian

Was uns die COVID19-Pandemie über unsere Prioritäten, unseren Planeten und die Degrowth-Bewegung lehrt

Einige Umweltschützer haben lange Zeit argumentiert, dass das Wirtschaftswachstum zum Wohle des Planeten enden müsse. „Degrowth“ wird von einem der Befürworter, Riccardo Mastini kurz definiert als „die Abschaffung des Wirtschaftswachstums als soziales Ziel“.

Décroissance graffiti
Degrowth-Graffiti an einer Wand in Neuchâtel (Schweiz)

Degrowth vertritt die Ansicht, dass eine ausreichend starke Reduzierung der Kohlen-dioxidemissionen nicht durch neue Technologien, Preisanreize oder sogar größere Investitionen in Energie- und Verkehrssysteme erreicht werden kann. Das einzige, was funktionieren würde, wäre das dauerhafte Ende des Wirtschaftswachstums.

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Der gefährliche ideologische Bias der Ökonomen

Wirtschaftswissenschaftler behaupten normalerweise sie seien nicht voreingenommen oder ideologisch, doch die Forschungsarbeiten des Ökonomen Mohsen Javdani erzählen eine andere Geschichte.

Javdani entdeckte, dass 82% der Ökonomen behaupten, dass Aussagen und Argumente nur inhaltlich bewertet werden sollten, aber die Ergebnisse der Studie zeigen genau das Gegenteil.

Er stellte zudem fest, dass weibliche Witschaftswissenschaftler 40% weniger voreinge-nommen sind als ihre männlichen Kollegen. Es sei an der Zeit, dass die Ökonomen lernen ihre eigenen Vorurteile besser zu erkennen.

Verteilung des Wohlstandes zwischen den Generationen

Die zunehmende Ungleichheit zwischen den Generationen beim Zugang zum materiellen Wohlbefinden wie Einkommen und Vermögen (einschließlich Wohnraum) ist inzwischen gut dokumentiert (Ingraham 2019, Wolf 2018).

Obige Abbildung zeigt ein Beispiel für die zunehmende Ungleichheit des Wohlstandes zwischen den Generationen in den USA (Ingraham 2019). Ingraham erklärte, dass die „Babyboomer – also jene, die zwischen 1946 und 1964 geboren wurden – 21 Prozent des nationalen Vermögens besaßen, als ihre Generation 1990 ein Durchschnittsalter von 35 Jahren erreichte.

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David Glasner: „Die Untätigkeit eines jeden ist das Ergebnis der Untätigkeit aller“

Der äußerst scharfsinnige David Glasner erklärt, warum diejenigen, die den Coronavirus-Versorgungsschock mit den Monopol-Ölpreisschocks der 1970er Jahre vergleichen zutiefst falsch liegen.

GASOLINE SHORTAGE HIT THE STATE OF OREGON IN THE FALL OF 1973 BY MIDDAY GASOLINE WAS BECOMING UNAVAILABLE ALONG... - NARA - 555405
Geschlossene Tankstelle am Interstate Nr. 5 in Oregon, USA 1973

Dies ist kein inflationärer Angebotsschock. Hier scheint es sich im Gegenteil mit überwältigender Wahrscheinlichkeit um einen zutiefst deflationären Angebotsschock zu handeln.

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Geldschöpfung in der modernen Ökonomie – Bank of England

Dieses Video erklärt, wie der Großteil des Geldes in der modernen Wirtschaft von den Geschäftsbanken erzeugt wird, indem sie Kredite vergeben.

Die Geldschöpfung unterscheidet sich in der Praxis von einigen weit verbreiteten Miss-verständnissen: Banken agieren nicht einfach als Vermittler und verleihen Einlagen, die Sparer vorher bei ihnen platzierten und sie „multiplizieren“ auch nicht das Geld der Zentralbank um neue Kredite und Spareinlagen zu schaffen.

Die Höhe des in der Wirtschaft geschaffenen Geldes hängt letztendlich von der Geldpolitik der Zentralbank ab. In normalen Zeiten erfolgt dies durch die Festlegung von Zinssätzen. Die Zentralbank kann den Geldbetrag auch direkt durch den Kauf von Vermögenswerten oder die „quantitative Lockerung“ beeinflussen.

Siehe auch: Bank of England: Money creation in the modern economy