Die Flüchtlinge und die Ökonomie: Lehren aus der Geschichte

Was können wir aus den vietnamesischen, kubanischen, ruandischen und syrischen Flüchtlingskrisen lernen?

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Flüchtlinge am ungarischen Grenzzaun zu Serbien im August 2015

Als syrische Flüchtlinge begannen den europäischen Kontinent zu erreichen, dominierten Diskussionen über den „Zustrom von Zuwanderern“ die Medien, mit sehr wenig Aufmerksamkeit für die eigentliche Krise der Flüchtlinge anstelle der oft kolportierten „Flüchtlingskrise.“

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Antikes Hilfsmittel zur Steuerfestsetzung in Ägypten entdeckt

Schon die alten Ägypter verwendeten bereits antizyklische Fiskalpolitik: Amerikanische und ägyptische Archäologen haben eine seltene Konstruktion, genannt Nilometer, in den Ruinen der antiken Stadt Thmuis in Ägyptens Nil-Delta-Region entdeckt.

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Panoramablick vom neuen Assuan-Staudamm Richtung Norden

Wahrscheinlich im dritten Jahrhundert vor Christus errichtet, wurde das Nilometer rund tausend Jahre dazu verwendet, um den Wasserstand des Flusses während der jährlichen Überschwemmungen des Nils zu berechnen. Weniger als zwei Dutzend der Geräte sind heute noch bekannt.

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Fed St. Louis: Wie beeinflussen Staatsausgaben die Inflation?

Das eher glanzlose Wachstum des us-amerikanischen Bruttosozialproduktes (BIP) um nur etwa 0,5 Prozent im ersten Quartal 2016 könnte erneut zu Forderungen nach höheren Staatsausgaben führen, um die Wirtschaft noch mehr zu stimulieren.

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Eine mögliche Begründung wäre die, dass eine Erhöhung der staatlichen Einkäufe die Produktionskosten nach oben treiben könnte. Im Gegenzug würde dies die Inflation ankurbeln. Solange die Federal Reserve dieser Erhöhung nicht mit einer restriktiven Geldpolitik entgegenzuwirken versucht, könnte der Anstieg der Inflation helfen den realen Zinssatz zu senken.

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ARD-Alpha vom 31.05.2016: Kapitalismus in der Krise?

Vor 250 Jahren kam er in die Welt, heute können wir uns ein Leben ohne ihn kaum noch vorstellen: Der Kapitalismus hat jeden Winkel unseres Lebens erreicht, bestimmt dabei die Wirtschaft, die Politik, unser Privatleben.

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Der Kapitalismus: unbegrenztes Wachstum?

Der Kapitalismus hat uns Wohlstand, Demokratie und eine höhere Lebenserwartung gebracht – doch er braucht ständiges Wachstum, um zu überleben. Das Credo: immer mehr, immer schneller, immer weiter. Viele Menschen halten mit diesem Tempo nicht mehr Schritt – und auch die Ressourcen der Erde geraten an ihre Grenzen. Das einstige Erfolgsmodell steckt in der Krise. Doch was genau ist das eigentlich, der Kapitalismus? Wie und wo hat das alles mal angefangen – und was sind mögliche Alternativen?

Sehr sehenswerte Sendung mit der Wirtschaftsjournalistin Ulrike Herrmann, die den Kapitalismus verständlich und nachvollziehbar erläutert. Dabei stellt sie auch den Zusammenhang zwischen Automatisierung und hohen Löhnen richtig und erklärt (ganz im Sinne dieses Blogs), warum stagnierende oder auch sinkende Gehälter einen der wichtigsten Gründe für die derzeitige Schwäche des Kapitalismus darstellen.

Wilhelm Lautenbach über verstärktes „Sparen“ und seine fatalen Folgen

…Wir wollen einmal unterstellen, eine Wirtschaft befände sich auf mäßigem Beschäftigungsniveau im Gleichgewicht und nunmehr veranlasste irgendein äußerer Umstand die Angehörigen dieser Wirtschaft, sich im Verbrauch mehr zu beschränken, ohne daß sich im Warenangebot oder im Einkommen bis dahin schon etwas geändert habe.

Unterstellen wir, die Einkommenbezieher würden durch eine wirkungsvolle Propaganda veranlaßt, weniger auszugeben und mehr zu sparen! So etwas wäre zwar ein Schildbürgerstreich, aber durchaus nicht außer dem Bereich der Möglichkeit.

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Automatisierung und Arbeitslosigkeit: die Ängste von 1927

Immer wieder hat es in den vergangenen Jahrzehnten sorgenvolle und beunruhigte Wortmeldungen dazu gegeben, wie die Automatisierung die Zahl der Arbeitsplätze verringern würde.

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Automatisierte Entladung eines Erz-Frachters, New Jersey, USA, ca. 1925

Der amerikanische Ökonom Timothy Taylor erinnerte beispielsweise zuletzt an seinen Blogpost „Automatisierung und Job-Verlust: Die Furcht von 1964“ (1. Dezember 2014), in dem er über einen Zeitungsartikel von 1961 mit der Überschrift „Die automatisierte Erwerbslosigkeit“ berichtete.

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Warum Glück wichtiger ist als man vielleicht denken sollte

…Der Zufall hat einen sehr viel größeren Einfluss auf die Entwicklung der Lebensbiographien als es den meisten Menschen bewusst ist. Und dennoch schreiben überwältigend viele wohlhabende Menschen ihre eigenen Erfolge harter Arbeit zu und nicht Faktoren wie Glück oder zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.

Graduated!

Das ist beunruhigend, weil es eine wachsende Zahl von Hinweisen dafür gibt, dass wir uns eher mehr als „self-made“ sehen, und weniger nur als talentiert, fleißig und glücklich. Und diese Einstellung sogar dazu führt, dass wir uns weniger großzügig und gemeinwohl-orientiert zeigen.

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Kansas verliert langsam die Geduld mit den Steuersenkungen von Gouverneur Brownback

Das Experiment geht weiter und weiter…


Außerhalb der Landwirtschaft unselbstständig privat Beschäftigte in Kansas (rot), in den USA (blau), 2011M01 normalisiert = 0. Die gestrichelte Linie in 2011M01 zeigt zudem den Beginn der Amtszeit von Gouverneur Sam Brownback.

Brownback übernahm sein Amt mit dem Versprechen, Kansas wirtschaftsfreundlicher zu machen und so kürzte er erfolgreich den Spitzensteuersatz bei der Einkommensteuer um 29 Prozent und befreite mehr als 330.000 Farmer und Unternehmer gänzlich von diesen Steuern.

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Hans-Werner Sinn über Mindestlöhne, die Eurokrise, Say’s Law und die absurde Logik der neoklassischen Theorie

Man ist ja eigentlich von den neoliberalen Apologeten gewohnt, dass sie gerne bei ihren Aussagen im Ungefähren bleiben, dafür Schlagworte heraushauen (wie etwa der neue Ifo-Chef Clemens Fuest in einem Interview: „Mehr Mindestlohn, mehr Arbeitslosigkeit“ oder „Höhere Unternehmensteuern oder Netto-Vermögensteuern kosten Arbeitsplätze“), ohne aber wirklich bei den Begründungen in die Tiefe gehen zu müssen.

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Der ehemalige Präsident des Ifo-Institutes Hans-Werner Sinn

Das ist natürlich an sich schon oft problematisch, weil in solchen Zwiegesprächen meist die Zeit knapp bemessen wird, viele Themen auf einmal abgehandelt werden sollen oder aber, was ebenso häufig vorkommt, die Interviewer mangels fundiertem Wissen nicht nachhaken können oder wollen.

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