Die Covid-19-Pandemie wird die Staatsverschuldung weltweit auf ein Niveau erhöhen, welches zuletzt nach dem Zweiten Weltkrieg erreicht wurde. Doch gibt die steigende Staatsverschuldung wirklich Anlass zur Sorge? Neue ökonomische Ideen und Theorien deuten zumindest vorerst nicht darauf hin.
Ökonomie
Die Ökonomie (Wirtschaftswissenschaft) ist die Lehre von der Gesamtheit aller Einrichtungen und Handlungen, die der planvollen Deckung der Nachfrage dienen.
Was wäre, wenn wir heute den Schwarzen Tod durchleiden müssten?
Die moderne Medizin hat bereits einen langen Weg zurückgelegt, doch die fortschreitende Antibiotikaresistenz droht ein großer Schritt zurück zu werden.
Die Karte zeigt die Ausbreitung des Schwarzen Todes
zwischen den Jahren 1346-1353
Das Leben während COVID-19 fühlt sich gleichzeitig glücklich und unglücklich an. Unglücklich, weil wir uns sozial distanzieren müssen und uns mitten in einer großen globalen Krise befinden. Glücklich, denn es könnte trotzdem noch viel schlimmer sein.
Wie in einem entfernten Spiegel: Zwei Jahrtausende nach den Germanicus-Feldzügen
Der Erfolg zeigt einem manchmal seine Grenzen eher auf als die Niederlage. Das ist eine Lektion, die die Römer auf die harte Tour lernen mussten, als sie versuchten die ger-manischen Stämme östlich des Rheins zwischen dem ersten Jahrhundert v. Chr. und dem ersten Jahrhundert n. Chr. zu unterwerfen.

Marmorbüste des Germanicus
Der Versuch umfasste eine lange Reihe von Feldzügen und vielleicht kam der Höhepunkt vor fast genau zweitausend Jahren, von 14 bis 16 n. Chr., als die Römer mit nicht weniger als acht Legionen gegen die Germanen anrückten unter dem Kommando von Tiberius Claudius Nero, bekannt als Germanicus, Enkel des Augustus und Adoptivsohn des Kaisers Tiberius.
Der Ökonom Adam Smith über „Beggar Thy Neighbor“
Beggar-my-neighbor [zu dt. etwa „Ruiniere meinen Nachbarn“] ist ein einfaches Kartenspiel, das laut Referenz im Oxford English Dictionary zumindest bis in die frühen 1700er Jahre zurückreicht.

Porträt des Ökonomen und Philosophen Adam Smith (1723-1790),
Künstler unbekannt
Im Jahre 1776 wandte Adam Smith diesen Ausdruck auf die Handelspolitik an. Die oft zitierte kurze Passage aus Buch IV, Kapitel III des „Wohlstands der Nationen“ liest sich so:
Ganzen Nationen wurde beigebracht, dass ihr Interesse darin bestand alle ihre Nachbarn zu ruinieren. Jede Nation achtet darauf, mit verstohlenem Blick auf den Wohlstand aller Nationen zu schauen, mit denen sie handelte und deren Gewinn als ihren eigenen Verlust zu betrachten.
Der Handel, der natürlich unter den Völkern wie bei den Individuen ein Band der Vereinigung und Freundschaft sein müsste, ist die fruchtbarste Quelle der Zwietracht und der Feindseligkeit geworden.
Weiter folgt in dem Artikel ein Teil der breiteren Argumentation um Smiths besonderen Kommentar. Ein Schlüssel-Thema für Smith ist die Feststellung, dass Versuche den Handel zu beschränken schon per definitionem bedeuten, den Wettbewerb an sich zu begrenzen. Infolgedessen begünstigen solche Versuche eher die Produzenten (Smith nennt sie „Monopolisten“), die weniger Konkurrenz fürchten müssen und daher ihre Kosten den Konsumenten der Waren auferlegen können.
…
(Eigene Übersetzung der Einleitung eines Beitrages des amerikanischen Ökonomen Timothy Taylor)
zu 30 Jahre Treuhandanstalt – „Eine einzige Schweinerei“
Edgar Most: Der Prozess der Privatisierung über die Treuhand ist völlig schief gelaufen.

Luftaufnahme des Detlev-Rohwedder-Hauses, ehemals Hauptsitz der Treuhandanstalt
Most: Die Gründung der Treuhand war ja gedanklich richtig, ist ja damals am Runden Tisch entstanden, und da gab es ja die Überlegung, dass man das staatliche Eigentum, was ja bei uns fast alles war in der DDR, dass man das insgesamt zur Verfügung stellt und dafür eben eine Treuhand braucht. Aber Treuhand heißt natürlich, dieses Eigentum zu bewahren und aus ihm mehr zu machen. Und das ist ja genau nicht eingetreten.
Der Reinhart-Rogoff-Fehler: oder wie man Excel nicht nutzen sollte…
A thread on the damages of excel:
1. Rogoff and Reinhart had found that high public debt hampers growth, a finding used to justify austerity cuts. They hadn't selected the entire row to average growth rates. In fact, growth is *higher* at 90% public debthttps://t.co/YY6LAVeh3A pic.twitter.com/ZYNxG7FO6m— Alexandre Afonso (@alexandreafonso) October 5, 2020
Ohne Worte. Weitere Details zur 90-Prozent-Regel von Reinhart und Rogoff findet man auch noch in diesem Beitrag.
Soziale Mobilität und Ungleichheit in der Republik Venedig, 1400-1700
Die wirtschaftsgeschichtliche Forschung hat bisher unbekannte Tatsachen über die langfristigen Trends der Ungleichheit aufgedeckt. Wir haben jetzt zumindest für einige Gebiete Europas kontinuierliche Zeitreihen von Schlüsselindikatoren für Ungleichheit ab etwa 1300.

Venedig um 1650. Kupferstich 30,5 cm × 70 cm von Merian d. Ä.
Diese neuen Daten verändern die Art und Weise, wie wir wirtschaftliche Ungleichheit nicht nur in der Vergangenheit, sondern auch heute noch wahrnehmen. Eine wichtige Lehre aus der Geschichte ist die, dass die wirtschaftliche Ungleichheit (insbesondere, aber nicht nur die des Wohlstandes) im Laufe der Zeit deutlich zunimmt und nur Katastrophen im Ausmaß des Schwarzen Todes oder der Weltkriege haben es bisher geschafft diesen Trend zu stoppen, wenn auch nur vorübergehend (siehe Abbildung 1 in der Studie).
Die ausgepresste Mittelschicht – eine internationale Sicht
„Mittelschicht“ zu sein ist eine Wahrnehmung, die mehr als einen bestimmten Bereich numerischer Rankings in der Einkommensverteilung einschließt.

Bungalow in Louisville, Kentucky – ein typisches Mittelschicht-Heim
Dies beinhaltet zum Beispiel das Gefühl, dass der Job einigermaßen stabil in die Zukunft ausgerichtet ist, das Gefühl, dass das Einkommen aus dem Job ausreicht, um die mit dem sozialen Status der Mittelklasse verbundenen Güter und Dienstleistungen zu kaufen, und das Gefühl, dass dieser Status wahrscheinlich an die Kinder weitergegeben werden kann.
Die Besorgnis über die Mittelschicht ist nicht nur eine Frage der USA, sondern sie kommt in Ländern mit hohem Einkommen überall auf der Welt vor. Die OECD hat dazu sogar eine Studie „Under Pressure: The Squeezed Middle Class“ (April 2019) veröffentlicht.
Um die Diskussion über Größe und Belastungen für die Mittelschicht zu fokussieren, wird die „Mittel-schicht“ als die Einkommensgruppen zwischen 75% und 200% des Medianeinkommens definiert. Es stellt sich jedoch auch sofort heraus, dass diese Definition die Wahrnehmungen der Befragten nur grob erfasst, wenn ermittelt wird ob sie sich selbst als „bürgerlich“ identifizieren.
(Eigene Übersetzung der Einleitung eines Blogbeitrages des amerikanischen Ökonomen Timothy Taylor)
Wenn es beim guten Leben um mehr als nur ums Glück geht
Seit Jahrzehnten versuchten Ökonomen zu erklären, wie Glück und Geld zusammenhängen. Heute untersuchen Forscher stattdessen mehr den psychologischen Reichtum.

Panorama eines Sonnenuntergangs bei Königswalde
Das ökonomische gute Leben
Auf die Frage, ob Geld Glück bringt haben Ökonomen unterschiedliche Antworten.
Robert Skidelsky: Wie wichtig ist die Vergangenheit?
Wenn wir auf eine Rezession zusteuern sollten Sie vor allem die Ökonomen beschuldigen, die beim Geschichtsunterricht durchgefallen sind.
Die Historie wurde von vielen Ökonomen lange Zeit heruntergespielt, obwohl sie die Schlüssel zur Beantwortung einiger der wichtigsten Fragen von heute enthält. Warum stürzte die Börse 1929 ab? Hätte das Rettungspaket für die Banken 2008 anders gehandhabt sollen? Gibt es eigentlich eine Möglichkeit, diesen endlosen Kreislauf von Booms und Busts zu stoppen?
Der Wirtschaftshistoriker Robert Skidelsky erklärt in obigem Video, warum die Vergan-genheit so wichtig ist, damit man die Gegenwart überhaupt erst verstehen kann.
