Long Read: Minsky und Keynes zeigen den Weg aus der Krise

Der amerikanische Ökonom Hyman Minsky beschrieb den Kapitalismus als ein „Zwei-Preis“-System.

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Der US-amerikanische Ökonom Hyman Minsky

Auf der einen Seite stehen die Preise von Vermögenswerten – sowohl finanzielle, wie Staats- oder Unternehmensanleihen, als auch physische, wie Wohn- oder Gewerbeimmobilien. Auf der anderen Seite gibt es die Verbraucherpreise – Waren und Dienstleistungen, die die aktuelle Produktion und die Verbraucherpreisinflation bestimmen.

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Keynes über Menschen, deren Verstand durch Unsinn vernebelt wird

Die konservative Überzeugung, dass es ein Gesetz der Natur gibt welches verhindert, dass Menschen eingestellt werden, dass es „unvorsichtig“ ist Menschen zu beschäftigen und dass es finanziell „gesund“ sei, etwa ein Zehntel der Bevölkerung auf unbestimmte Zeit in Untätigkeit zu halten, ist unglaublich verrückt.

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Bleistift-Cartoon von J. M. Keynes, ca. 1934

Eben die Art von Dingen, die eigentlich niemand glauben kann, dessen Kopf nicht Jahr für Jahr mit Absurditäten vernebelt wird.

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Die keynesianische Revolution und die monetaristische Konterrevolution

Die enge Verbindung zwischen Wirtschaftstheorie und politischer Macht wird durch den Aufstieg und Fall der keynesianischen Ökonomie im 20. Jahrhundert deutlich.


Der Vermögensanteil der obersten 1% in den USA zwischen 1930 und 1980

Das Vertrauen, das durch Theorien erzeugt wurde, die das Funktionieren einer Marktwirtschaft verherr-lichten, veranlasste führende Ökonomen, kurz vor der Weltwirtschafts-krise von 1929 dauerhaften Wohlstand vorherzusagen.

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Leistungsbilanzungleichgewichte und Kriege

Die FT hat vor kurzem einen Leserbrief einiger postkeynesianischer Ökonomen veröffentlicht, in dem sie für eine Regulierung von Ungleichgewichten in den Leistungs-bilanzen plädieren und dass solche Ungleichgewichte Kriege wahrscheinlicher machen.

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Grafik der monatlichen Handelsbilanz der Eurozone in Milliarden Euro

Einer der Unterzeichner des Briefes ist Dimitri Papadimitriou, der zusammen mit Wynne Godley seit der Jahrtausendwende vor Ungleichgewichten gewarnt hatte.

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Dieser Beitrag altert nicht: Die Belohnungen fürs harte Arbeiten sind zu mächtig für Keynes‘ Visionen

Der berühmte Ökonom John Maynard Keynes lag schon richtig mit seiner Annahme, dass es uns heute besser geht als den Menschen in seiner Epoche, doch nur auf Kosten unserer Freizeit.

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John Maynard Keynes im Jahre 1933

Lange Arbeitszeiten zahlen sich in finanzieller Hinsicht aus, bedeuten aber auch, dass wir weniger Zeit für sonstige Beschäftigungen haben.

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Noch einmal: Der Trugschluss der Loanable Funds-Theorie

Die Loanable Funds-Theorie ist in vielerlei Hinsicht nichts anderes als ein Ansatz, bei dem schlicht und einfach die vorherrschende Zinsrate in einer Gesellschaft als der Preis für Kredite der Banken oder für andere Darlehen gedacht ist und von Angebot und Nachfrage bestimmt wird – wie Bertil Ohlin es einmal ausführte – „genauso wie der Preis von Eiern und Erdbeeren auf einem Dorfmarkt.“


Der Markt für Kreditfonds gemäß neoliberaler Theorie

Das ist ein sehr schönes Märchen, doch das Problem dabei ist, dass Banken keine Tausch-händler sind, die bereits vorhandene ausleihbare Mittel von Sparern auf Kreditnehmer übertragen.

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Noch einmal: Wilhelm Lautenbachs Kritik der „klassischen“ Zinstheorie

[Die klassische Zinstheorie] erklärt oder umschreibt [den Begriff Kapital] als vorgetane Arbeit; das Kapitalangebot soll durch die Ersparnisse bestimmt sein, die zuweilen noch als vorgetane Arbeit in Gestalt eines Vorrats von Subsistenzmitteln aufgefasst werden, auf deren unmittelbaren Konsum die Sparer verzichtet haben.

Euromünzen und Scheine
Euromünzen und -scheine

Jedenfalls ist nach dieser Auffassung immer ein bestimmter Fonds von Ersparnissen gegeben, und durch den Zins soll die Kapitalverwendung auf den Betrag dieses Sparfonds beschränkt werden. Der Logik des theoretischen Systems entspräche es, das Sparen selber als eine Funktion des Zinses aufzufassen.

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Geschichtsstunde: Takahashi Korekiyo – der japanische Keynes

Um fünf Uhr morgens am 26. Februar 1936 brachen rebellierende Soldaten im Schnee-treiben die Türen des Hauses des japanischen Finanzministers Takahashi Korekiyo in Tokio auf.

Series B 50 yen Banknote
Japanische 50-Yen-Banknote aus den 1950er Jahren
mit dem Porträt von Takahashi Korekiyo

Zwei ihrer Offiziere gingen in den Raum, in dem Takahashi schlief und ermordeten ihn mit mehreren Pistolenschüssen. Anschließend wurde sein Körper von den Soldaten unter „Verräter“-Rufen förmlich zerhackt.

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Immer noch aktuell: Geldtheoretische Bestimmungsgründe für den Kapitalzinssatz und deren Auswirkungen auf die heutige Wirtschaftspolitik

In meinem Beitrag Die duale Bedeutung des Geldes: Zahlungsmittel und Geldvermögen hatte ich die Beziehungen des modernen Geldwesens hauptsächlich anhand der Einnahmen-/Ausgabenrechnung der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen betrachtet.

Money closeup
Nahaufnahme einer Dollar-Banknote

Da es jedoch nicht unüblich ist, die gesamtwirtschaftlichen Zahlungs- und Geld-vermögensströme mit Hilfe der Einkommensrechnung darzustellen, soll hier nun eine entsprechende Transformation der saldenmechanischen Grundsätze erfolgen, wie sie schon Wolfgang Stützel in seinem Buch „Volkswirtschaftliche Saldenmechanik“ vorgenommen hat.

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Noch einmal: Die duale Bedeutung des Geldes – Zahlungsmittel und Geldvermögen

Als einen notwendigen Beitrag zur volkswirtschaftlichen Geldtheorie hatte der deutsche Ökonom Wolfgang Stützel die von ihm entwickelte Saldenmechanik angesehen.


Zahlungsmittel Euro-Geldscheine

Ihr wesentlichstes Anwendungsgebiet in der Wirtschaftstheorie sollte dabei die Analyse von Änderungen des Nettogeldvermögens sein.

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