Die Einschränkungen des neoklassischen Grenzproduktes am Beispiel des englischen Fußballclubs Aston Villa

Es passte schon irgendwie, dass der Ökonom und ehemalige Notenbanker Mervyn King nur kurz zur Führungsriege von Aston Villa gehörte – denn dieser Job hätte ihm, wie seine vorherigen, eine Nahansicht des Scheiterns der Mainstream-Ökonomie geben können.

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Premier-League-Spiel zwischen Chelsea und Aston Villa am 27. September 2014

So beispielsweise bezogen auf die Idee, dass die Löhne und Gehälter immer dem Grenzprodukt der Arbeit entsprechen würden. Die Gehaltssumme von Aston Villa war in dieser Saison höher als die von Leicester City. Dieser Unterschied spiegelte sich jedoch in ihrem Grenzprodukt nicht wieder. Und in der Tat sitzt Villa-Besitzer und Hauptaktionär Randy Lerner nun auf einem Verlust von über 200 Millionen Pfund.

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CETA: Erfahrungen Kanadas aufgrund ähnlicher Verträge

Der Kampf gegen TTIP, CETA und ISDS: Erfahrungen aus Kanada
Dieser Artikel dient zur Warnung an die Europäer, denen die Gesundheit ihrer Bewohner, Widerstandfähigkeit ihrer Gemeinschaften, das Schicksal ihrer öffentlichen Dienstleistungen und der Schutz ihrer natürlichen Ressourcen wichtig ist.

The Council of Canadiens: CETA – Erfahrungen aus Kanada

Die Logik und das Heckscher-Ohlin-Samuelson-Modell

Im Jahr 1817 präsentierte David Ricardo in den Grundsätzen der politischen Ökonomie eine Theorie, die darlegen sollte, weshalb Länder miteinander handeln und, basierend auf dem Konzept der Opportunitätskosten, wie das Verhältnis von Export und Import von Ländern bestimmt wird die Waren ausführen, bei denen sie einen komparativen Vorteil besitzen und Waren importieren, bei denen sie einen komparativen Nachteil haben.

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Heckscher-Ohlin-Modell: 2-Güter-Welt. Transformationskurven zweier Länder mit unterschiedlicher Faktorausstattung und deren optimale Autarkielösungen.

Ricardos Theorie der komparativen Kostenvorteile erklärte allerdings nicht, wie der komparative Vorteil überhaupt zustande kommen sollte und warum er dann so ausfällt wie angenommen. Am Anfang des 20. Jahrhunderts präsentierten daher zwei schwedische Ökonomen – Eli Heckscher und Bertil Ohlin – ein eigenes Modell, nach dem die komparativen Vorteile aus Unterschieden in den Faktorausstattungen zwischen den Ländern entstehen sollen.

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Stahlindustrie: Subventionen dank kostenloser Klimazertifikate

Auf der anderen Seite drohen den Herstellern Mehrkosten in Milliardenhöhe durch die geplante Neuregelung des Emissionsrechtehandels. Der Reformvorschlag der EU-Kommission für die sogenannte vierte Handelsperiode ab dem Jahr 2021 sieht vor, die Grenzwerte für den CO2-Ausstoß abzusenken und gleichzeitig die Zahl der verfügbaren industriellen Verschmutzungsrechte zu verknappen.

Die Welt: Diese seltene Allianz soll die Stahlindustrie retten

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Stahlerzeugung in den Hüttenwerken Krupp Mannesmann in Duisburg-Hüttenheim

Das liest sich erst einmal so, als hätten die Stahlkonzerne bis dato schon jede Menge Kohle für den Klimaschutz bezahlen müssen. Es ist jedoch eher das Gegenteil. Bisher bekamen die Stahlunternehmen in den vorherigen Handelsperioden kostenlose Zertifikate. Zuletzt sogar mehr, als sie eigentlich benötigten, und diese konnten dann noch verkauft werden.

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Das Scheitern der Austerität: „Il Duce“-Edition

Kurz gefasst: nach dem Ersten Weltkrieg gab es eine kurze, aber sehr wichtige Phase in der europäischen Geschichte, in der die Menschen Rechte bekamen wie etwa das Wahlrecht, den 8-Stunden-Arbeitstag und andere vergleichbare, das allgemeine Wohlergehen verbessernde Annehmlichkeiten.

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Benito Mussolini bei einer Rede in Mailand 1930

So auch in Italien. In einigen Ländern führte dies allerdings zu heftigen Gegenreaktionen: so beispielsweise im Jahr 1922 zu Benito Mussolinis faschistischen „Marsch auf Rom“, mit dem die demokratische Phase in diesem Land beendet und die ab 1925 diktatorische Macht Mussolinis begründet wurde.

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Gesehen: „Die Anstalt“ im ZDF am 05.04.2016

Der vergebliche Kampf des „Umverteilers“ Robin Hood gegen die Windmühlenflügel der Feudalherrschaft im Sherwood Forest und anderswo.

Claus von Wagner in Ludwigsburg
Claus von Wagner, zusammen mit Max Uthoff Gastgeber der „Anstalt“ im ZDF

Unbedingt sehenswert, da die ansonsten eher verschleiert und unvollständig dargestellte Problematik der Vermögensverteilung in unserem Land in dieser Sendung ganz hervorragend zusammengefasst wird.

Wieder einmal eine der selten gewordenen Sternstunden der Fernsehunterhaltung mit viel Anspruch und noch mehr unbequemen Fakten.

Mit einem Wort: genial

Fatale Irrtümer des finanziellen Fundamentalismus – anhaltende Staatsdefizite überfordern den Schuldendienst des Fiskus

Dollar symbol

Eine Abhandlung über die Ökonomie der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage

Irrtum Nr. 8: Ein andauerndes Staatsdefizit überfordert irgendwann den Schuldendienst des Fiskus

Anhaltende Defizite des Staates würden letztlich dafür sorgen, dass die notwendigen Schuldenzah-lungen auf Dauer einfach den Fiskus überschwemmen würden.

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Von Berlin nach Basel: was uns das Deutsche Reich der 1930er Jahre über Bankenregulierung lehren kann

Zwei der größten Banken des Landes kollabierten. Die anschließende Panik zwang das Bankensystem in die Knie und nur ein kostspieliger Bail-Out durch die Regierung verhinderte eine noch größere Katastrophe. Eine radikales Umdenken bei der Banken- regulierung erschien mehr denn je dringend erforderlich zu sein.

Schleusengraben Berlin-Mitte 184-289
Schleusengraben und Jungfernbrücke vor dem ehemaligen Reichsbankgebäude
(heute Auswärtiges Amt) in Berlin

Nein, es handelte sich nicht um London oder New York im Jahre 2008. Es geht um Berlin in den 1930er Jahren. Denn genau das war damals die Zeit, als die risikogewichtete Eigen- kapitalregulierung der Banken geboren wurde, die vor allem neben einer Reihe von anderen Werkzeugen zur Schadensbehebung in der Krise angewendet wurde, wie zum Beispiel der notwendigen Liquiditätsversorgung oder solch moderner Ideen wie Bonusbegrenzungen und Maßnahmen zur Einlagensicherung.

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Thomas Piketty: Die Kernschmelze der nordatlantischen Sozialdemokratien

Nach den verschiedenen Auszügen aus seinem Buch folgt nun ein kleiner Überblick als Abschluss:
Der französische Ökonom Thomas Piketty von der Paris School of Economics untersuchte die Entwicklung der Vermögen in den großen Demokratien an den nordatlantischen Küsten über die letzten Jahrhunderte. Er ermittelte dabei fünf markante Fakten:

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Anteil der wohlhabendsten 1% am Gesamteinkommen der Bevölkerung in den USA vor den Wirtschaftskrisen

• Erstens, der Besitz von privatem Reichtum – mit all seiner Macht, über Ressourcen zu verfügen, zu diktieren, wo und wie Menschen zu funktionieren haben, sowie die Politik zu formen – war immer und stets hoch konzentriert.

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Über die weiter zunehmende Divergenz von Einkommen und Vermögen

Die Ungleichheit bei Einkommen und Vermögen nimmt seit den 1970ern in den meisten wohlhabenderen Staaten zu.

Wie groß die Ungleichheit heute ist, zeigt ein Vergleich mit früheren Jahrhunderten.

Salaping papel Euro


Das oberste Promille der Bevölkerung kann danach heute einen dreimal so hohen Anteil am Volkseinkommen für sich verbuchen wie Ende des 17. Jahrhunderts, einen mehr als doppelt so hohen wie Mitte des 18. Jahrhunderts und immer noch einen um 60% höheren als zu Beginn des 19. Jahrhunderts.

Der Elitenforscher Michael Hartmann in einem Beitrag auf blog.arbeit-wirtschaft.at

Auch wenn sich dieses Beispiel des Soziologen Michael Hartmann nur explizit auf Großbritannien bezieht (allein aufgrund der Tatsache, dass nur für diesen Staat überhaupt Daten zur Einkommens-verteilung in den letzten Jahrhunderten vorliegen), spricht wenig dafür, dass das Ergebnis in Europa oder auch nur in Deutschland gravierend anders ausfallen würde.

Der Kölner Stadtanzeiger, Zeit-Online und auch der OECD-Sozialbericht lassen erahnen, dass Deutsch-land dabei nicht allzu sehr aus der Reihe tanzt. Als Gesellschaft sollte man sich daher vielleicht ein paar Gedanken darüber machen, ob man unter Verhältnissen leben will, die jene des späten Feudalismus bei weitem übertreffen.

Denn wer möchte schon einer Gemeinschaft angehören, in der es wesentlich ungleicher zugeht als zu den Zeiten des Sonnenkönigs Ludwig des XIV. oder der Französischen Revolution? Pauperismus und absolute Armut haben heute in den industrialisierten Staaten keine Bedeutung mehr, und doch muss man sich fragen, wohin sich eine Gesellschaft entwickelt, in der der Unterschied zwischen Prekariat und Vermögenden soviel größer ist.