Wie der Supermarkt dabei half den Kalten Krieg zu gewinnen…

Gang für Gang mit frischen Produkten, billigem Fleisch und zuckerhaltigem Getreide – eine köstliche Verkörperung des Kapitalismus und des freien Marktes, oder?

Kuehlregal USA
SB-Kühlregal gefüllt mit Bier in einem US-amerikanischen Supermarkt

Nicht ganz. Der Supermarkt war in der Tat der Endpunkt des Kampfes der US-Regierung um die landwirtschaftliche Fülle gegen die UdSSR. Unsere Agrarpolitik war darauf ausgerichtet zu dominieren, nicht unbedingt zu ernähren – und wir leben immer noch mit den Konsequenzen.

aus einem Freakonomics-Podcast

Kurt Tucholsky 1931 – „Die Herren Wirtschaftsführer“ Zitate Teil 2

Schild Tucholsky
Gedenktafel für Kurt Tucholsky in Berlin-Friedenau

Sie scheinen ihn [den gesamten innern Absatzmarkt] nicht zu wollen – dafür haben sie dann den Export. Was dieses Wort in den Köpfen der Kaufleute angerichtet hat, ist gar nicht zu sagen. Ihre fixe Idee hindert sie nicht, ihre Waren auch im Inland weiterhin anzupreisen; ihre Inserate wirken wie Hohn. Wer soll sich denn das noch kaufen, was sie da herstellen?

Ihre Angestellten, denen sie zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel geben, wenn sie sie nicht überhaupt auf die Straße setzen? Die kommen als Abnehmer kaum noch in Frage. Aber jene protzen noch: daß sie deutsche Werke seien, und daß sie deutsche Kaufleute und deutsche Ingenieure beschäftigten – und wozu das? „Um den Weltmarkt zu erobern!“

aus Sudelblog.de – Die Herren Wirtschaftsführer

Starker Tobak: Èdouard Louis – Wer hat meinen Vater umgebracht

„Du kannst dich nicht mehr hinters Steuer setzen, ohne dich selbst in Gefahr zu bringen, darfst keinen Alkohol mehr trinken, kannst dich nicht mehr allein duschen, ohne dass das ein enormes Risiko bedeuten würde. Du bist gerade mal über fünfzig. Du gehörst zu jener Kategorie von Menschen, für die die Politik einen verfrühten Tod vorgesehen hat.“

Quarto Stato (crop)
Das Proletariat

Der zerstörte alte, weiße Mann: Èdouard Louis auf den Spuren Didier Eribons. Er erkennt im geschundenen Körper des Vaters den Niedergang des Industrieproletariats.

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Kurt Tucholsky 1931 – „Die Herren Wirtschaftsführer“ Zitate Teil 1

Gedenktafel Rostocker Str 32 (Moabi) Kurt Tucholsky
Gedenktafel für Kurt Tucholsky in Berlin-Moabit

Der unbeirrbare Stumpfsinn, mit dem diese Kapitalisten ihre törichte Geldpolitik fortsetzen, immer weiter, immer weiter, bis zur Ausblutung ihrer Werke und ihrer Kunden, ist bewundernswert. Alles, was sie seit etwa zwanzig Jahren treiben, ist von zwei fixen und absurden Ideen beherrscht: Druck auf die Arbeiter und Export.

Für diese Sorte sind Arbeiter und Angestellte, die sie heute mit einem euphemistischen und kostenlosen Schmeichelwort gern ›Mitarbeiter‹ zu titulieren pflegen, die natürlichen Feinde. Auf sie mit Gebrüll! Drücken, drücken: die Löhne, die Sozialversicherung, das Selbstbewußtsein – drücken, drücken! Und dabei merken diese Dummköpfe nicht, was sie da zerstören. Sie zerstören sich den gesamten innern Absatzmarkt.

aus Sudelblog.de – Die Herren Wirtschaftsführer

Vorhang auf für das Lange Zwanzigste Jahrhundert – Handel und Empire

Inwieweit die Seestreitkräfte und Handelsflotten der großen europäischen Seemächte und Imperien im 16., 17. und 18. Jahrhundert die industrielle Entwicklung Westeuropas prägten, war immer eines der am heftigsten diskutierten und letztlich ungeklärten Themen der Wirtschaftsgeschichte.

The Mill Yard - Ten Views in the Island of Antigua (1823), plate V - BL
Zuckerplantage in der britischen Kolonie Antigua, 1823

Diese europäische Expansion im 16., 17. und 18. Jahrhundert stellte jedoch eine Katastrophe für die Regionen Westafrikas dar, in denen der Sklavenhandel seinen Ursprung hatte; für die Indianer der Karibik; für die Azteken und die Inkas, die Hügelbauer des Mississippi-Tales; und für die Fürsten von Bengalen und andere, die in den Nachfolgekriegen um die Gewinne des indischen Moghul-Imperiums mit der Britischen Ostindien-Kompanie konkurrierten – das ist hingegen nicht umstritten.

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Kurt Tucholsky 1931 – „Kurzer Abriß der Nationalökonomie“ Zitate Teil 4

Kurt-Tucholsky-Tafel Bundesalle 79 Berlin D
Kurt Tucholsky-Tafel in der Bundesallee 79 in Berlin

Wenn die Unternehmer alles Geld im Ausland untergebracht haben, nennt man dieses den Ernst der Lage. Geordnete Staatswesen werden mit einer solchen Lage leicht fertig; das ist bei ihnen nicht so wie in den kleinen Raubstaaten, wo Scharen von Briganten die notleidende Bevölkerung aussaugen.

aus Sudelblog.de – Kurzer Abriß der Nationalökonomie

Muss das Wirtschaftswachstum irgendwann ein Ende haben?

Wo liegen die Grenzen des Wirtschaftswachstums – und haben wir sie bereits rücksichts-los überschritten? Solche Fragen wurden kürzlich (erneut) durch einen neuen alarmie-renden Bericht über den Klimawandel aufgeworfen. Viele der Umweltschützer sind überzeugt, dass das Wirtschaftswachstum selbst das grundlegende Problem darstellt.

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Eggborough-Kohlekraftwerk in North Yorkshire, England

Es war also der richtige Zeitpunkt, um zwei Ökonomen, die sich mit dieser Frage befasst haben, einen Nobelpreis zu verleihen. William Nordhaus und Paul Romer haben versucht, die unsichtbaren und manchmal unbeschreiblichen Ursachen und Folgen von Wachstum zu verstehen.

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Besonders bevorzugter Kundenstatus

Was in der neoliberalen Ära besonders stört ist die ständige ungefragte Aufforderung, nach den besten Angeboten für Dienstleistungen zu suchen, von denen wir einmal annehmen konnten, dass sie zu fairen Preisen angeboten wurden, wie etwa Strom- oder Bankdienstleistungen.

World Trade Organization Members
Mitgliedsstatus der Welthandelsorganisation (WTO); dunkelgrün: Mitglied; hellgrün: Mitglied der EU und damit Mitglied der WTO; blau: Beobachterstatus; grau: keine offizielle Interaktion mit der WTO

Ein entscheidendes Merkmal dabei ist, dass Sie dies nicht ein für alle Mal erledigen können. Treue Kunden werden routinemäßig bestraft, indem sie bei ungünstigen Tarifen verbleiben, während Neukunden bessere Konditionen angeboten werden.

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Die richtigen Anreize bleiben eminent wichtig

Um den Schulden aus seinem Studenten-Dasein zu entkommen, überlegte Chad Haag sogar in einer Höhle zu leben. Er hatte einen Freund, der genau dies machte.

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Wildlebende Elefanten in Indien

Nach einigen Überlegungen entschied er sich jedoch für einen weniger riskanten Plan. In diesem Jahr übersiedelte er in den Dschungel nach Indien. „Ich habe Amerika hinter mich gebracht“, so Haag, 29 Jahre alt.

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Kurt Tucholsky 1931 – „Kurzer Abriß der Nationalökonomie“ Zitate Teil 2

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Kurt Tucholsky-Briefmarke der Deutschen Bundespost,
Landespostdirektion Berlin (West), 1985.

Eine wichtige Rolle im Handel spielt der Export, Export ist, wenn die andern kaufen sollen, was wir nicht kaufen können; auch ist es unpatriotisch, fremde Waren zu kaufen, daher muß das Ausland einheimische, also deutsche Waren konsumieren, weil wir sonst nicht konkurrenzfähig sind.

aus Sudelblog.de – Kurzer Abriß der Nationalökonomie