Schalke 04: Umjubelte Wagner-Festspiele in Leipzig

Unglaublich, was die Knappen da in Sachsen geschafft haben! 3:1 beim bisherigen Tabellenführer, und das keineswegs unverdient.

2019-03-30 Fußball, Männer, 1. Bundesliga, RB Leipzig - Hertha BSC StP 3721 LR10 by Stepro
Auch Nationalspieler Timo Werner vermochte gegen den S04 nicht zu glänzen…

Nein, bei der Beurteilung der letzten Saison reichen einfache Schuldzuweisungen schlicht nicht aus. Standen doch am letzten Samstag in Leipzig immerhin noch zehn Akteure auf dem Platz, die Christian Heidel geholt hatte oder die in seiner Ära Stammspieler wurden. Also kann man nicht ohne weiteres den ehemaligen Manager und Sportvorstand als Alleinverantwortlichen hinstellen, weil er nur schlechte Transfers getätigt habe.

Vielmehr war es wohl eine ganze Kette von Unzulänglichkeiten, persönlichen Fehlern mehrerer Personen aber auch schlichtes Pech und einige Zufälle, die zusammen mit den Ereignissen (spätestens den fünf Auftaktniederlagen) zu einer so verfahrenen Situation führten, die von den handelnden Verantwortlichen nicht mehr entwirrt werden konnte.

Anders ist das einfach nicht zu erklären, was Amine Harit, Rabbi Matondo, Suat Serdar und Co. wie Phoenix aus der Asche auf die Wiese des Leipziger RasenBallsport-Vereins zauberten. Damit soll übrigens die hervorragende Arbeit des neuen Trainerteams um David Wagner keineswegs in irgendeiner Weise unter den Scheffel gestellt werden. Ganz im Gegenteil!

Bestach die Mannschaft unter Stevens und Tedesco keineswegs mit offensiven Feuer-werken, sondern versuchte mit möglichst vielen Spielern erst einmal die Defensive zu stabilisieren, so ist Wagner bereits jetzt ein ganzes Stück weiter. Trotz einer kurzen Phase nach einer Viertelstunde, als Alex Nübel mit einigen Glanztaten beste Leipziger Chancen entwertete, hielten die Schalker die Nagelsmann-Truppe sehr erfolgreich vom eigenen Gehäuse fern.

Erst spät in der Begegnung, als der Schwede Emil Forsberg den Anschlusstreffer erzielte, geriet die Abwehr der Blauen noch einmal ins Wanken, doch gegen eine solche offensiv-starke Mannschaft nur relativ wenige Chancen zugelassen zu haben kann als Grundlage des Schalker Erfolgs gesehen werden.

Dazu kamen dann starke Umschaltmomente und schnelle Konter nach Ballverlusten des Gegners und fertig ist eine kurze Erklärung der Gelsenkirchener Überlegenheit. Doch dies auf den Rasen gebracht zu haben war nicht nur ein Verdienst der Akteure sondern vor allem von David Wagner und seiner Idee eines Spielsystems, welches nahezu perfekt umgesetzt wurde. Man konnte förmlich die Einflüsse eines Jürgen Klopp erahnen, so sehr lehnte sich der Schalker Übungsleiter an die Prämissen seines großen Vorbildes an.

Zwei Lattentreffer der Leipziger bescheinigten zwar auch die Glücksmomente im Spiel der Blauen und ebenso schien der Foulelfmeter gegen Harit erst in der dritten oder vierten Zeitlupe berechtigt zu sein, doch aufgrund ihrer Effizienz und Zweikampfstärke war der Sieg der Knappen durchaus berechtigt. Mit einem Male stellt sich nun die Aufgabe für das Trainerteam völlig anders dar: anstatt wieder aufzurichten geht es nun darum nicht abzuheben.

Doch nach den Wagner-Festspielen in Sachsen spricht wenig dafür, dass dem Schalker Übungsleiter dies nicht auch gelingen wird…

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