S04: Wenn der Deckel vom Kochtopf fliegt…und ich Gott sei Dank nicht dabei bin

Noch vor ein paar Wochen hätte ich krampfhaft nach einer Möglichkeit gesucht, wie ich während meines Kurzurlaubes an der Nordsee doch noch ein wenig von dem Spiel Schalke gegen Paderborn mitbekommen könnte.

Nach den zuletzt gezeigten Leistungen aber wurde mir das zunehmend unwichtiger, und selbst das schlechte Wetter am Meer konnte mich dann letztlich nicht von der Überzeugung abbringen, doch die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

Fähre nach Langeoog im Hafen von Bensersiel (eigenes Bild)

So konnte ich mit meiner Familie ein entspanntes Wochenende in Bensersiel und Umgebung verbringen und der Verzicht auf die Live-Übertragung Samstag Nachmittag fiel mir nicht besonders schwer.

Denn das Gegurke der Schalker war selbst in der Zusammenfassung im Aktuellen Sportstudio kaum zu ertragen. Und das irgendwann eine Reaktion der Fans in der Veltins-Arena erfolgen würde, hätte nach den „grandiosen“ Vorstellungen in Mainz, gegen Stuttgart und in Köln jedem Verantwortlichen eigentlich klar sein müssen.

Schließlich ist auch der Langmut der treuesten Anhänger mal erschöpft, und echte Liebe schlägt dann auch mal leicht ins Gegenteil um. Da kann es dann schon mal dazu kommen, dass der Deckel vom Topf fliegt, wenn der Druck zu groß wird.

Und ganz ehrlich gesagt, auch ich bin nach den geradezu erschreckend schwachen Vorstellungen der Blau-Weißen sauer, enttäuscht und vor allem ratlos. Daher kann ich auch die Wut vieler Fans durchaus verstehen, und Vorwürfe, der Protest wäre etwas zu heftig ausgefallen, halte ich daher für übertrieben.

Wenn man es nicht schafft, sich wiederholt gegen Abstiegskandidaten (jede der oben genannten Mannschaften war oder ist noch in Gefahr, die Liga nicht erhalten zu können) einigermaßen überzeugend aus der Affäre zu ziehen, so muss man das Selbstverständnis von Mannschaft, Trainer und sonstigen Verantwortlichen zwingend irgendwann auf den Prüfstand stellen.

Und es gehört nicht viel dazu, um festzuhalten, dass man an diesem Maßstab wohl krachend gescheitert ist. Ein hilfloser Coach, der einer ebenso hilflosen (und schlimmer noch offenbar auch lustlosen) Mannschaft offenbar keine Impulse mehr mitgeben kann, ein Manager, der vor dem Trümmerhaufen seiner Einkaufspolitik steht, ein Aufsichtsratschef, der das alles vor kurzem noch als gut abgenickt hatte. Einen größeren Offenbarungseid kann es eigentlich nicht geben.

Dass es da irgendwann mal richtig rumst und dann zu solch unschönen Szenen wie am letzten Wochenende rund um die Arena führt, ist nicht wirklich überraschend. Die Nichterfüllung sämtlicher Saisonziele, eine unter Roberto Di Matteo nicht nur gefühlt immer schlechter spielende Mannschaft und ein paar Bauernopfer, um Horst Heldt zu schützen, werden auch in den kommenden Wochen noch für jede Menge Gesprächsstoff und -bedarf sorgen.

Leider wohl nur in negativer Hinsicht, etwas anderes kann ich mir im Moment auch nicht vorstellen, für Optimismus ist derzeit wenig Platz in Gelsenkirchen.

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