Der (Nicht-)Zusammenhang von Chancengleichheit und Erwerbslosigkeit…

A view from the office
Blick auf einen typischen Büro-Arbeitsplatz

…Gegen Bildung und Qualifikation ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Nur wird die Frage, wie denn die Kausalkette dieser Wunderwirkung von der Bildung zu Arbeitsplätzen aussieht, woher denn die Jobs kommen, meistens nicht thematisiert.


Es wird der Eindruck vermittelt, Bildung führe wie automatisch zur Schaffung von Arbeitsplätzen. Mehr Bildung scheint somit irgendwie Teil der bei Liberalen sehr beliebten „Strukturreform“ zu sein. Die Frage, wie mehr Arbeit oder Beschäftigung entsteht, wird so obsolet. Zudem ist es wahrscheinlich eine Illusion, dass Bildung die Chancen für alle in gleichem Ausmaß erhöht.

„Chancengleichheit“ fragt nicht danach, ob alle eine Arbeit haben, sondern nur, ob alle die gleiche Chance oder Wahrscheinlichkeit haben, eine Stelle zu bekommen. Sie verhindert vielleicht sogar, dass man sich zusätzlich dem Problem der Arbeitslosigkeit widmet.

Ebenso geht die so verstandene Chancengleichheit ohne Widerspruch mit niedrigen Löhnen einher. Sie fragt nicht danach, ob eine Tätigkeit auch anständig bezahlt ist, wie viele gut und wie viele schlecht bezahlte Stellen es gibt, sondern ist zufrieden, wenn alle die gleiche Chance auf eine Stelle haben – egal, ob gut oder schlecht bezahlt. Das Konzept lenkt daher nur von Lohn- und Verteilungsfragen ab.

„Chancengleichheit“ ist die billige Ausrede für die wirtschafts- und sozialpolitische Passivität des Staates.

Martin Sauser in Hurra, wir haben Chancengleichheit!

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