Fakt #1: Kaum ein Industrieland besteuert (Einkommen auf) Vermögen weniger und Einkommen auf Arbeit stärker als Deutschland. pic.twitter.com/9odxs8NRJk
— Marcel Fratzscher (@MFratzscher) August 24, 2019
500-Euro-BanknotenFakt #2: Deutschland gehört mit zu den Ländern mit der höchsten Ungleichheit bei privaten Vermögen in Europa.
(Daran ändern auch Pensionsansprüche wenig, zumal diese keine Vermögen sind). pic.twitter.com/myNe1r9Plm
— Marcel Fratzscher (@MFratzscher) August 24, 2019Fakt #3: 40 % der Deutschen haben keinerlei Vermögen — als Vorsorge für sich, fürs Alter, für die Kinder, für Notfälle.
(Nicht der starke Sozialstaat, sondern geringe Einkommen und ein ungewöhnlich großer Niedriglohnbereich sind der Hauptgrund.) pic.twitter.com/JTODPAWtz6
— Marcel Fratzscher (@MFratzscher) August 25, 2019weiter hier Twitterperlen – 12 Fakten zur Debatte um die Vermögensteuer
Sparen
Makroökonomische Bedeutung des Sparens: übermäßiges Sparen führt zu Nachfrageausfall, die Gewinne aus den bereits getätigten Investitionen sinken, es stehen weniger unternehmensinterne Finanzierungsquellen (Eigenkapital) zur Verfügung und die Bereitschaft der Banken zur Kreditvergabe sinkt. Außerdem ist es wenig wahrscheinlich, dass Unternehmen bei sinkender Nachfrage noch Erweiterungsinvestitionen tätigen.
Jörg Buschbeck: Im Neandertal wohnt der alte Geldgott
Nur das Korn, was man sich vom Munde abgespart hat, kann man auf dem Feld investieren, damit die Gemeinschaft nicht verhungert. Ein Geld, was ein Derivat solcher Art von Ersparnis ist, ist einfach göttlich. Sparen, was derart sinnvoll ist, ist einfach göttlich.
Standbild des Neandertalers von 1928
Wie schrecklich ist dagegen die Rolle des Geldsparens im Kapitalismus. Seine beste Zeit hat es nach zerstörerischen Kriegen. Dann kann man bei der hohen Nettoinvestition den Unternehmern einen Teil ihres Gewinns abschneiden (zwingend logische Unternehmer-Gewinnformel von Keynes).
Die Revolte der Gelbwestenbewegung in Frankreich
„Um den Populismus zu besiegen, benötigt Amerika einen eigenen Macron – einen charismatischen Führer, der den Zentrismus cool machen kann“, schrieb Max Boot im Juni 2017, einen Monat nachdem Emmanuel Macron in Frankreich zum Präsidenten gewählt worden war.
Versammlung der Gelbwesten auf dem Place des Fêtes in Paris am 15. Juni 2019
Es bleibt allerdings das Gefühl, dass es eine bemerkenswerte Falschdarstellung seiner harschen neoliberalen Ideologie ist, Macron als „Zentristen“ zu bezeichnen. Das Ausmaß seiner radikalen Neugestaltung des sozialen Gefüges Frankreichs wird jedoch erst im Zuge der Rebellion der Gelben Westen deutlich, zumindest für diejenigen, die die französische Politik nicht so genau verfolgen.
Israel als ein ökonomischer Triumph des Neoliberalismus?
Einkaufsstraße in Jerusalem
In der letzten Hälfte des Jahrhunderts hat sich Israel von einem relativ armen Land zu einem der 25 reichsten der Welt entwickelt, gemessen am Pro-Kopf-Einkommen.
Israel hat dies größtenteils getan, indem es den Handel, die Integration in die Weltwirtschaft, die Liberalisierung seiner Wirtschaft und hohe Investitionen in den Technologiesektor und in Start-ups, oft mit staatlicher Unterstützung, vorangetrieben hat.
Das Schulden-Mysterium: Warum sich das am höchsten verschuldete Land als Erstes industrialisierte
Sind Staatsschulden wirklich so schlimm? In diesem Beitrag werden die hohe Verschuldung, die raschen Steuererhöhungen und der ständige Kriegszustand, die zur industriellen Revolution in Großbritannien geführt hatten, näher durchleuchtet.
Threadneedle Street in der City of London mit der Eingangsfassade
der Bank of England links und der Royal Exchange rechts
Dabei zeigt sich, dass der Teufel bei der Beurteilung der Staatsverschuldung eher im Detail liegt. Wenn wir die Gefahren von Schulden in der heutigen Welt betrachten, sollten wir auch deren potenziellen Nutzen im Auge behalten.
Am Gelde hängt doch alles…
Reichstagsgebäude in Berlin, kurz vor Sonnenuntergang.
…Letztlich scheitert jede vernünftige Idee in Deutschland am Geld. Das Land hat sich in eine Geiz-ist-geil-Mentalität hineingefressen, die vor allem den öffentlichen Raum zu einem Refugium von Bedenkenträgern und Pfennigfuchsern macht.
Hinzu kommt, dass die mit Abstand wichtigste Lobbygruppe, die deutschen Unternehmensverbände, diese Mentalität unter-stützen, weil sie glauben, sie dürften in dem immerwährenden Kampf Staat gegen Markt nichts unversucht lassen, den Staat auf eine Nachtwächterrolle zu schrumpfen.
Dass sie dabei gegen ihre Interessen verstoßen und dem Land insgesamt jede Perspektive nehmen, betrachten sie wohl als unvermeidbaren Kollateralschaden des großen ideologischen Krieges.
…
aus Makroskop: Wohnen und Politik von Heiner Flassbeck
Ohne weitere Worte, denn man kann die deutsche Misere eigentlich kaum besser beschreiben…
Staatsschulden – Fragen und Antworten
Der Trugschluss der Loanable Funds-Theorie
Die Loanable Funds-Theorie ist in vielerlei Hinsicht nichts anderes als ein Ansatz, bei dem schlicht und einfach die vorherrschende Zinsrate in einer Gesellschaft als der Preis für Kredite der Banken oder für andere Darlehen gedacht ist und von Angebot und Nachfrage bestimmt wird – wie Bertil Ohlin es einmal ausführte – „genauso wie der Preis von Eiern und Erdbeeren auf einem Dorfmarkt.“

Der Markt für Kreditfonds gemäß neoliberaler Theorie
Das ist ein sehr schönes Märchen, doch das Problem dabei ist, dass Banken keine Tauschhändler sind, die bereits vorhandene ausleihbare Mittel von Einlegern auf Kreditnehmer übertragen. Warum nicht? Weil es in der realen Welt einfach keine bereitgestellten verleihbaren Fonds gibt. Banken schaffen neue Mittel – als Kredit – nur, wenn sich jemand vorher verschuldet hat! Denn Banken sind Geldinstitute, keine Tauschhändler.
Beunruhigender Nebeneffekt der Einkommensungleich-heit: die Mordrate
Einkommensungleichheit kann im gesamten ökonomischen Spektrum zu allen möglichen Problemen führen – aber am erschreckendsten ist dabei der Mord.

Schauspieler als Mordopfer hinter einem Absperrband liegend
Nach Ansicht von Martin Daly, dem emeritierten Professor für Psychologie an der McMaster University in Ontario, der diese Verbindung seit Jahrzehnten untersucht, prognostiziert die Ungleichheit – die Kluft zwischen den Reichsten und Ärmsten innerhalb einer Gesellschaft – Mordraten besser als jede andere Variable.
Eine einfache moderne Geld-Geschichte – die Buckwell-Insel etabliert eine eigene Währung
Irgendwann haben sich viele vermutlich Fragen gestellt wie diese: Woher kommt eigentlich eine eigene nationale Währung? Wie funktioniert so ein eigenständiges Währungssystem überhaupt?
Korallenriff am Strand von Nauru, einem der kleinsten Inselstaaten der Welt
Warum sollten die Leute eine nationale Währung überhaupt akzeptieren? Wie können wir darauf vertrauen, dass eine nationale Währung nicht zusammenbricht und dass die Menschen sie weiterhin bei ökonomischen Transaktionen annehmen werden? Kann eine Regierung jemals pleite gehen und ihre Bürger die Rechnung dafür bezahlen lassen? Kann diese finanzpolitische Fähigkeit möglicherweise sogar ein Problem für eine Administration werden?

