Immer noch aktuell: Geldtheoretische Bestimmungsgründe für den Kapitalzinssatz und deren Auswirkungen auf die heutige Wirtschaftspolitik

In meinem Beitrag Die duale Bedeutung des Geldes: Zahlungsmittel und Geldvermögen hatte ich die Beziehungen des modernen Geldwesens hauptsächlich anhand der Einnahmen-/Ausgabenrechnung der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen betrachtet.

Money closeup
Nahaufnahme einer Dollar-Banknote

Da es jedoch nicht unüblich ist, die gesamtwirtschaftlichen Zahlungs- und Geld-vermögensströme mit Hilfe der Einkommensrechnung darzustellen, soll hier nun eine entsprechende Transformation der saldenmechanischen Grundsätze erfolgen, wie sie schon Wolfgang Stützel in seinem Buch „Volkswirtschaftliche Saldenmechanik“ vorgenommen hat.

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Inflation, Löhne und Gewinne

Die Inflation läuft weiterhin heiß – und jetzt heizt sich endlich auch die Debatte über die Inflation auf.

Inflation data
Consumer Price Indices in den USA

Auf der einen Seite der Debatte stehen Mainstream-Ökonomen und Lobbyisten für das Großkapital, die Menschen, deren einfaches Mantra nach Lydia DePillis[1] lautet: „Angebot und Nachfrage, Economics 101.“

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Noch einmal: Die duale Bedeutung des Geldes – Zahlungsmittel und Geldvermögen

Als einen notwendigen Beitrag zur volkswirtschaftlichen Geldtheorie hatte der deutsche Ökonom Wolfgang Stützel die von ihm entwickelte Saldenmechanik angesehen.


Zahlungsmittel Euro-Geldscheine

Ihr wesentlichstes Anwendungsgebiet in der Wirtschaftstheorie sollte dabei die Analyse von Änderungen des Nettogeldvermögens sein.

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Die Austeritätspolitik in den Vereinigten Staaten verursachte in den 1970er Jahren eine „Stagflation“ und würde dies auch heute wieder tun

In der aktuellen Debatte unter Ökonomen und Politikern in den Vereinigten Staaten über die Ursachen der Inflation ist eine der hartnäckigsten und am tiefsten verwurzelten Fragen, ob die heutige Runde der Preiserhöhungen grundsätzlich „makroökonomisch“ bedingt ist.

Dies würde bedeuten, dass sie hauptsächlich deshalb stattfindet, weil es einen allgemeinen Über-schuss an Nachfrage gegenüber dem Angebot gibt.

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Zur Erinnerung: Über die Unterschiede einzel- und gesamtwirtschaftlicher Zusammenhänge

„Private Laster, öffentliche Vorteile“
Mit diesem Untertitel veröffentlichte der Niederländer Bernard Mandeville bereits 1705 seine vieldiskutierte Streitschrift „The Fable of the Bees: or, Private Vices Publick Benefits“, in der er die provozierende These aufstellte, dass nicht die Tugend, sondern das Laster der eigentliche Ursprung des Gemeinwohls sei.

The Fable of the Bees, by Bernard Mandeville (title page)
The Fable of The Bees, 3. Auflage 1724, Titelblatt

Die in diesem Buch erstmals bekannt gewordene Ansicht, dass für Gesamtheiten in der Wirtschaft manchmal etwas ganz anderes gilt als für die einzelnen Teile dieser Gesamt-heit, wird noch heute als das Mandeville-Paradox bezeichnet und stellt einen wichtigen Grundsatz der ökonomischen Wissenschaften dar.

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Und wieder: Bevor alle Welt (und die Sparer und die Medien) meinten Geld könne arbeiten…

war das Bankengeschäft noch überwiegend langweilig. Das Wirtschaftswachstum wurde stattdessen vor allem in der Realwirtschaft erzeugt.

Bettler vor einer Bank in Fishergate, Preston (Lancashire)
Bettler vor einer Bank in Preston, England

Durch Kredite an Unternehmen und Verbraucher, dazu ein paar Warentermingeschäfte, ein paar Aktien…und das wars dann auch schon fast. Verschuldung für Investitionen sorgte dafür, dass die Wirtschaft sich weiterentwickeln konnte. Der Nachteil – hohe Renditen waren eher selten. Doch es wurden überwiegend reale Werte erschaffen!

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MMT und die Inflation während der Pandemie

Was ist also die MMT-Lösung, um mit der Inflation ex post umzugehen – d.h. sobald das Problem da ist? Es gibt keine. Und ich würde vorschlagen, sich schnell und weit weg von jedem zu entfernen, der Ihnen ein schnelles und einfaches Rezept für den Umgang mit jeglicher Inflation bietet.

Mainstream-Ökonomen sind natürlich schnell mit genau einer solchen Lösung am Start. Die Federal Reserve soll es richten! Schließlich ist das bereits ihre Aufgabe (Doppelmandat), und sie kann schnell und „unabhängig“ handeln und die Politik verschärfen, ohne eine Gegen-reaktion an der Wahlurne befürchten zu müssen. Ich kenne allerdings keinen einzigen MMT-Ökonomen, der dieser Ansicht zustimmt.

Warum? Zum einen glauben wir nicht, dass Zinserhöhungen dazu beitragen, den Inflationsdruck so einzudämmen, wie es die Mainstream-Ökonomie lehrt. Es könnte sogar möglich sein, wie Warren Mosler und Randy Wray seit Jahren argumentieren, dass eine Anhebung der Zinssätze eher dazu beiträgt die Inflation zu erhöhen als zu senken.

So wie ich es sehe, ist Inflation ein komplexer und dynamischer Prozess mit potenziell vielen zugrunde liegenden Treibern. Es bedarf einer gewissen Hybris, um zu behaupten, dass die gesamte Wirtschaft wieder auf einen stabilen Inflationspfad gebracht werden kann, indem man einen einzigen Preis – die Zinsrate – höher setzt. Meiner Ansicht nach muss jeder Versuch, die Inflation einzudämmen mit einer Autopsie des Problems beginnen.

Stephanie Kelton

Wie Ungleichheit zu industriellem Feudalismus führt

In einer Gesellschaft, in der der Besitz von Vermögenswerten unglaublich ungleich verteilt ist, nimmt die soziale Mobilität stark ab.

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Feudalismus: Leistung von Abgaben an den Grundherren

Wir leben in einer Zeit wachsender Ungleichheit und Unsicherheit über zukünftigen Wohlstand sowie Angst um Beschäftigung und berufliche Aufstiegsmöglichkeiten.

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To Remember: Die Geschichte wiederholt sich doch, nur die Ökonomen lernen offenbar nichts daraus

Es lief alles ganz hervorragend für die Reichen, die jeden Kredit bekamen, den sie dazu benötigten, um das Wirtschaftssystem nach den napoleonischen Kriegen zwischen rigider Deflation und monetärer Orthodoxie einzuklemmen: es war dagegen stets der kleine Mann, der weiterhin litt, und der in allen Ländern und zu allen Zeiten des neunzehnten Jahrhunderts leichteren Zugang zu Krediten und eine andere Finanzpolitik forderte.

E. J. Hobsbawm, in seinem Buch „The Age of Revolution 1789 – 1848“, S. 39

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Die schwersten Konsequenzen [der ersten kapitalistischen Wirtschafts-krisen] waren sozialer Art: die Umstellung auf die neue Ökonomie schuf Elend und Unzufriedenheit, und damit die Materialien für eine soziale Revolution.

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Geschichtsstunde: Nicht die Inflation war für den Untergang des Römischen Reiches verantwortlich

In der heutigen Zeit mit ihren übertriebenen Inflationswarnungen kann ein Blick in die Geschichte durchaus lehrreich sein. Daher noch einmal dieser Beitrag über das Ende des Römischen Reiches und welche Rolle die Inflation dabei tatsächlich gespielt hat:

Museo de Albacete. Tesoro de denarios romanos 2
Römische Denare im Museo de Albacete in Spanien

Neue Daten enthüllen die verborgenen Mechanismen des Zusammenbruchs des Römischen Reiches. Die Gründe für den Untergang des Weströmischen Reiches waren bisher für die modernen Historiker ebenso wie für die Römer selbst eher rätselhaft geblieben.

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