Wichtig: Bank of England – Money creation in the modern economy

„Die Realität, wie Geld heute geschaffen wird, unterscheidet sich von der Beschreibung in einigen Wirtschaftslehrbüchern:

Bank of England Building, London, UK - Diliff
Das Gebäude der Bank of England an der Lombard Street in London

• Anstatt dass die Banken Einlagen erhalten wenn die Haushalte sparen und sie diese dann ausleihen, entstehen durch Bankkredite Einlagen.
• In normalen Zeiten legt die Zentralbank weder die Geldmenge fest, die im Umlauf ist, noch wird das Zentralbankgeld in mehr Kredite und Einlagen „multipliziert“…

Der größte Teil des Geldes wird nicht von den Druckmaschinen der Bank von England, sondern von den Geschäftsbanken selbst erzeugt: Banken schaffen Geld, wenn sie jemandem in der Wirtschaft Geld leihen oder Vermögenswerte von Verbrauchern kaufen.

Und im Gegensatz zu den Darstellungen in einigen Lehrbüchern kontrolliert die Bank von England keineswegs direkt die Geldbasis oder die verschiedenen Geldmengenaggregate.

aus Bank of England’s Monetary Analysis Directorate

Worum es bei der MMT wirklich geht

Die MMT ist im Grunde eine Reaktion auf die Art und Weise, wie Geld in der Mainstream-Wirtschafts-theorie beschrieben wird. In dieser wird Geld als etwas angesehen, was die Menschen sparen, indem sie es bei Banken deponieren, und das die Banken wiederum durch die Schaffung von Krediten ver-leihen können.

EUR 5 holographic band
Das holografische Band auf einer 5-Euro-Banknote

Die Geldschöpfung durch Banken setzt also voraus, dass Privatpersonen sparen. Aber diese Idee ist völlig falsch, so funktioniert Geld nicht. Was die MMT hervorhebt, ist, dass Geld „ex nihilo“ (aus dem Nichts) geschaffen wird. Die Bank drückt einen Knopf und legt einen Kredit an und schafft damit auch neues Geld.

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Die Tauschlüge: Wie der Kapitalismus die Wirtschafts-geschichte neu schrieb

Einer der Gründungsmythen der modernen Ökonomie ist die Behauptung, dass sich Geld als Tausch-mittel speziell entwickelt hat, um die Grenzen des Tauschhandels zu überwinden.

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Sechsspaltige sumerische Wirtschaftstafel, in der verschiedene Mengen
an Gerste, Mehl, Brot und Bier erwähnt werden

Es ist eine alte Idee, die mindestens bis zu Aristoteles zurückreicht, aber in jüngerer Zeit wurde sie von Adam Smith verfochten und ist überall zu einem Glaubensartikel geworden, von College-Lehrbüchern bis hin zu den intellektuellen Elitekreisen der Wissenschaft.

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Die moderne Geldtheorie und die sich wandelnde Rolle der Steuern in der Gesellschaft

Steuern werden traditionell als der wichtigste Finanzierungsmechanismus für Staatsausgaben ange-sehen. Folglich wird Sozialpolitik oft als etwas gedeutet, was durch Steuereinnahmen bestimmt und eingeschränkt wird.

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Somerset House in London, zeitweilig Sitz der britischen Steuerbehörden

Die Modern Monetary Theory (MMT) stellt eine Umkehrung des Steuer-Ausgaben-Zyklus dar, indem sie einen Ausgaben-Steuer-Zyklus identifiziert. Am Beispiel des Vereinigten Königreichs heben wir hervor, dass einer der wichtigsten, aber wenig erforschten Beiträge der MMT ihr Potenzial ist, die Rolle der Steuern sowohl aus makroökonomischer als auch aus sozialpolitischer Perspektive neu zu definieren.

Wir verwenden Erkenntnisse über die Geldentnahme- oder Streichungsfunktion von Steuern, die aus der MMT abgeleitet werden, um zu zeigen, wie dies auch Möglichkeiten schafft Steuern zur Erreichung sozialer Ziele wie der Verringerung von Einkommens- und Vermögensungleichheit, der Verbesserung des Zugangs zu Wohnraum oder der Finanzierung eines Green New Deal einzusetzen.

Für die Sozialpolitikforscher besteht die Herausforderung darin, diese Erkenntnisse zu nutzen, um die Steuersysteme neu zu gestalten und die sozialen Steuerausgaben (STEs) für kreative sozialpolitische Zwecke neu zu gestalten.

Link zum Paper

Economic History: Saldenmechanik und die Frage der Moral

Für viele Medien und Politiker war von Anfang an klar:

Die Eurokrise sei verursacht worden von einigen „Sünderstaaten“, die über ihre Verhältnisse gelebt hatten. Sie hatten sich etwas zu Schulden kommen lassen, hatten zu gut auf Kosten anderer gelebt, seien anfällig für Korruption und zu wenig produktiv gewesen.

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2011: Tränengas während der Proteste gegen den IWF in Athen

Besonderes Ziel dieser Anschuldigungen waren natürlich die Griechen, die aufgrund ihrer extrem hohen Staatsverschuldung die größten Sündenböcke darstellten.

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Sie haben keine Ahnung von Ökonomie – doch das ist keine Schande

„Wussten Sie, dass der Regierung nie das Geld ausgehen kann, dass die Steuern ihre Ausgaben nicht finanzieren, dass die Staatsverschuldung keine Schuld ist und dass das Drucken von Geld keine Inflation verursacht? Wahrscheinlich nicht, denn ihre Eltern, Lehrer, Politiker und Lieblingsjournalisten haben Ihnen immer das Gegenteil erzählt.


Bild von rc.xyz NFT gallery auf Unsplash

Die meiste Zeit meines Lebens wusste ich beides nicht. Ich habe zwei Doktortitel, und wenn einer von ihnen Wirtschaftswissenschaften wäre, er würde nicht helfen. Die einzigen Menschen, die wissen, wie die Staatsfinanzen funktionieren sind die Zentralbanker (die es Ihnen nicht verraten werden), Trader mit praktischer Erfahrung mit dem Versagen wirtschaftlicher Normen…

Alle anderen, von den Ökonomen der New York Times bis hin zu den Führern der beiden großen Parteien, bekräftigen gängige Unwahrheiten, was vielleicht der Grund dafür ist, dass die Ökonomie brutal ausfällt und alle zehn Jahre zusammenbricht. Einige dieser Experten lügen, andere wollen das Boot nicht ins Wanken bringen oder ihre Karriere gefährden, aber die meisten haben keine Ahnung.“

aus You Know Nothing About Economics

Regierungen mit eigenen Währungen sind nur durch die Ressourcen begrenzt, nicht durch die Geldmenge

„Die Notwendigkeit zum Haushaltsausgleich ist ein Aberglaube…ein Mythos. Es ist wie eine religiöse Lehre, die dazu verwendet wird, um Menschen an eine bestimmte Sache glauben zu lassen.“ (Paul Samuelson)

Wahlkampfzeiten dienen oft als eine Erinnerung daran, wie schwierig es eigentlich ist, die durch popu-läre Illusionen getrübte öffentliche Debatte zu durchdringen.

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Economic History: Kreditmechanik – Ein Vorläufer der aktuellen Debatte um die Geldmenge

Die Kreditmechanik und verwandte Ansätze wurden bekanntlich in den 1920er und 1960er Jahren von einer Gruppe deutscher Währungsökonomen entwickelt. In diesem Beitrag wird die Analyse der Kredit-mechanik im Zusammenhang mit der aktuellen Debatte um die Geldmenge bewertet.

Deutsche Bundesbank 05
Eingang der Zentrale der Deutschen Bundesbank in Frankfurt am Main

Diese Theorie bezieht sich dabei auf eine einseitige, bankzentrierte Sicht der Geldschöpfung, die heute häufig in der Geldtheorie anzutreffen ist.

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Richard Murphy – Warum ist die moderne Geldtheorie (MMT) so wichtig?

Die Modern Monetary Theory (MMT) verändert die wirtschaftliche Machtdynamik erheblich, indem sie die Kontrolle von den Banken auf demokratische Regierungen verlagert und den Schwerpunkt auf Menschen und Vollbeschäftigung legt.

Richard Murphy ist ein Kämpfer für wirtschaftliche Gerechtigkeit. Professor für Rechnungswesen an der Sheffield University Management School. Wirtschaftsprüfer. Mitbegründer des Green New Deal sowie Blogger bei Funding the Future.

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Noch einmal: Ist Wachstum gut?

Wann immer das Thema des Wirtschaftswachstums angesprochen wird gibt es eine weit verbreitete und verständliche Reaktion in dem Sinne, dass Wachstum ökologisch nicht nachhaltig oder sozial schädlich sei.

Countries by Real GDP Growth Rate in 2018
Länder nach realer BIP-Wachstumsrate im Jahr 2018
(Daten aus der WEO-Datenbank des IWF, April 2020)

Da eines der Hauptanliegen dieses Blogs das nachfragegesteuerte Wachstum ist, lohnt es sich viel-leicht innezuhalten, um über die Angemessenheit dieses Themas nachzudenken.

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