S04: wieder nur 2:2 gegen Köln – erneut leichtfertig zwei Punkte verschenkt

Und ärgern, ärgern, ärgern!! Anstatt souverän schon zur Pause mit 3 oder gar 4:1 zu führen und somit dem 1. FC Köln von vornherein jede Aussicht auf ein Comeback zu nehmen, reichte es wieder einmal am Ende nur zu einem mageren 2:2 bei den Domstädtern.

Sev tren 2016 (7)
Er allein hätte schon für klare Verhältnisse im Rheinenergiestadion sorgen müssen:
Schalkes Stürmer Yevhen Konoplyanka

In dieser ersten Hälfte hatte die Tedesco-Elf die stark abstiegsbedrohten Kölner nahezu an die Wand gespielt. Breel Embolo nach Vorlage von Yevhen Konoplyanka sowie der Ukrainer selbst sorgten nach nicht einmal 25 Minuten für eine beruhigende und absolut verdiente 2:0-Führung, die nach einem nicht gegebenen Elfer an dem Schweizer Stürmer sowie zweier Riesenchancen von Konoplyanka noch wesentlich höher hätte ausfallen können (müssen!!).

Stattdessen ließ man sich unnötigerweise den Anschlusstreffer servieren und jeder Schalke-Fan spürte, je länger die Begegnung andauerte, den eiskalten Atem des wieder einmal drohenden Ausgleichs im Nacken. Obwohl weiterhin überlegen, zeigten die Blauen nun eine fast erschreckende Ziellosigkeit und sorgten so dafür, dass sich die Domstädter wieder vom Sterbebett erheben konnten.

Und nicht nur das, drei Punkte wären gleichbedeutend mit der (nahezu) absolut sicheren Teilnahme an der Champions League gewesen, doch anstatt schon frühzeitig Planungs-sicherheit für die nächste Saison zu haben, wurde auch das leichtfertig aus der Hand gegeben. Sehr ärgerlich, zumal auch der zweite Tabellenrang nun wieder akut gefährdet ist, da die Dortmunder ihren Rückstand auf zwei magere Pünktchen halbieren konnten.

Doch nicht nur die Mannschaft selbst, auch Trainer Domenico Tedesco erschien am letzten Sonntag nicht immer ganz auf der Höhe zu sein. Die Auswechselung von Konoplyanka nach einer guten Stunde ergab für mich eigentlich keinen Sinn, da der Ukrainer an diesem Tag auch von der gesamten Kölner Defensive nicht zu halten war. Und dann ohne Konterstürmer weiterzumachen, stattdessen auf Guido Burgstaller und Franco di Santo als quasi vorderste Abwehrspieler zu setzen, ist in der Vergangenheit durchaus schon mal schiefgegangen.

Trotzdem war sein Wutausbruch nach dem Spiel völlig verständlich, hatte es das Team doch komplett selbst noch in der Hand gehabt, ungeachtet dieser etwas zweifelhaften Wechselstrategie als Gewinner vom Platz zu gehen. Ob man das nun unbedingt als Arroganz bezeichnen will, wie es der Trainer direkt nach der Begegnung getan hatte, weiß ich nicht.

Ich würde das Ganze eher als eine Kette von Nachlässigkeiten, Fehlern und einer gehörigen Portion Unkonzentriertheit definieren, bei der auch einige Leistungsträger wie Ralf Fährmann, Leon Goretzka oder Daniel Caligiuri neben der Spur lagen. Selbst Naldo, ansonsten eigentlich immer der positive Turm in der Schlacht, wackelte einige Male bedenklich.

Apropos Goretzka: seit der Ankündigung seines Wechsels zum FC Bayern bleibt der Nationalspieler meiner Ansicht nach so ziemlich alles schuldig, was er den Fans via Medien so vollmundig versprochen hatte. Eine Führungsrolle auf dem Platz kann ich bei ihm in den letzten Partien beim besten Willen nicht erkennen. Möglicherweise wäre es ganz gut, Leon doch ein paar Denkpausen zusätzlich zu verschaffen, denn eine Stammplatzgarantie halte ich in seinem Falle (ebenso wie übrigens in der Causa Max Meyer) für völlig ungerechtfertigt.

Man kann Domenico Tedesco da eigentlich nur raten, jene Akteure weiter aufzubauen, auf die wir noch einige Zeit zählen können. Zuletzt ist ihm dies ja bei Nabil Bentaleb und Yevhen Konoplyanka recht gut gelungen. Andere wie Weston McKennie oder Amine Harit warten bestimmt nur auf ihre Chancen. Sie würde ich ehrlich gesagt viel lieber öfter auf dem Rasen sehen als einen gewissen Neu-Bayern.

Doch ich möchte hier jetzt nicht zu viel am Trainer herumkritisieren. Denn ansonsten macht er für mich einen super Job. Er identifiziert sich mit Mannschaft und Verein, entwickelt Spieler und das ganze Team an sich beständig weiter. Und letztlich hat er eine vorher eher mittelmäßige Truppe bis jetzt als die zweite Kraft in der Bundesliga hinter den Bajuwaren etabliert. Sicherlich bleibt noch vieles verbesserungswürdig, eine richtige Spielkultur (aka „schön“ spielen) ist noch nicht gefunden, doch für einen „Trainer-Frischling“ in der obersten deutschen Fußball-Klasse hat er schon unheimlich viel erreicht und bewegt.

Daher bin ich auch völlig einverstanden mit seiner Vertragsverlängerung bis 2021, die Manager Christian Heidel nun ins Spiel gebracht hat. Selten zuvor war auch ich von einem Übungsleiter so überzeugt wie momentan von Domenico Tedesco. Er tut dem Verein und den Fans unheimlich gut.

Also, liebe Schalker Profis, macht euch nicht noch auf dem letzten Drücker eine bisher gelungene Saison kaputt. Mit drei Punkten gegen Gladbach wäre der Drops CL quasi schon gelutscht…

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