Jens Keller soll auch in der Rückrunde Trainer auf Schalke bleiben

Am Montag abend, so berichtete zumindest die Westdeutsche Allgemeine, entschied der Vorstand des FC Schalke 04, mit Trainer Jens Keller bis auf weiteres auch in die Rückrunde der Fußball-Bundesliga zu gehen.
Damit scheint ein Trainerwechsel noch vor oder in der Winterpause erst einmal ad acta gelegt worden zu sein.
Und das, obwohl rund um die Veltins-Arena der Name Thomas Schaaf angeblich schon von allen Dächern gepfiffen wurde.

Jens Keller 2013-06-29 by DerHans04 (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Eine Überraschung war diese Entscheidung schon, da verschiedene Medien wie die Ruhr-Nachrichten oder das Hamburger Abendblatt und selbst der Kicker eigentlich schon fast in Sachen Verpflichtung von Schaaf Vollzug gemeldet hatten.

Nun ja, offensichtlich ist nun alles wieder anders.
Die Frage ist aber eigentlich die, inwieweit diese Entscheidung dem FC Schalke tatsächlich weiterhilft, oder ob der Vorstand damit ein eigentlich notwendiges, aber im Moment anscheinend unbequemes endgültiges Machtwort nur in die Zukunft verschoben hat.

Es kann natürlich auch sein, dass mangels einer vernünftigen Alternative ohnehin keine andere Wahl blieb.

Die vermutete Entscheidung, zur nächsten Spielzeit dann einen Neuanfang mit Thomas Schaaf zu starten, scheint im ersten Moment recht vernünftig zu sein.
So wäre mit ihm eine solide geplante Saisonvorbereitung möglich und man müßte ihn nicht schon jetzt ins kalte Wasser werfen.
Hört sich soweit ganz gut an, bleibt allerdings abzuwarten, ob es auch tatsächlich so kommen wird.

Was aber passiert in der Zwischenzeit mit Jens Keller?
Was hat die Verantwortlichen auf Schalke davon überzeugt, dass er in der Rückrunde die Mannschaft zurück auf die Erfolgsspur und nach Möglichkeit auch bis in die Champions-League-Qualifikation bringen könnte?

Seien wir ehrlich, der Hauptkritikpunkt an Keller ist doch immer wieder der Vorwurf, die Truppe hätte sich unter seiner Leitung in einem Jahr nicht weiter entwickelt.

Es gäbe kein Spielsystem, das Umschaltspiel nach vorn funktioniere nicht, die Spieler hätten zudem wenig Selbstvertrauen, weshalb die Leistungen der Mannschaft auch so schwankend wären.
Nicht zu vergessen, dass Keller häufig auf Veränderungen während des Spiels nicht oder falsch reagiert habe, dass er Kevin-Prince Boateng oft auf der unpassenden Position des Stürmers eingesetzt habe und so weiter und so fort.

Was aber veranlasst Clemens Tönnies, Horst Heldt und den Rest des Vorstandes zu der Annahme, all dies werde sich nach der Winterpause wie durch ein Wunder von selbst auflösen?

Die Leistungen aus dem Spiel gegen den SC Freiburg können es eigentlich nicht sein.
Denn sie haben im Prinzip die obigen Kritikpunkte wieder einmal bestätigt.
Wenn die Schalker nicht durch ihre individuelle Stärke zum Erfolg kommen, dann sind sie auf Fehler des Gegners oder auch mal die Hilfe des Schiedsrichters angewiesen.

Eine Handschrift von Jens Keller, die Idee eines Systems, nach dem die Spieler agieren sollen, war auch da (nicht wirklich überraschend) nicht zu erkennen.

Es braucht nicht viel Fantasie, sich vorzustellen, dass bei ausbleibenden Erfolgen zum Start in die Rückrunde die Diskussionen um den Trainer weitergehen, ja sich sogar noch verstärken werden.

Selbst wenn man guten Willens wäre, kann man kaum davon ausgehen, dass Keller noch allzuviel Zeit gewährt würde, um dann auf mögliche Fehlentwicklungen reagieren zu können.
Trotz der Verletztenmisere wird es von den Medien und vielen Fans wohl keine Schonfrist mehr geben.

Doch Jens Keller hat auch in der Vergangenheit nicht wirklich den Eindruck vermitteln können, dass er verstanden habe, um was es eigentlich geht.
Echte Einsicht sieht anders aus, als nur über den ständig herrschenden Druck auf Schalke zu klagen.

Damit bleibt er aber dann letzlich ein Trainer auf Abruf.

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