Der Erfolg begleitet Rookie-Manager Dave Roberts weiterhin

Dave Roberts hat es ein Leben lang entgegen aller Erwartungen immer wieder geschafft. Er war eigentlich zu klein für einen Major-League-Profi. Er besiegte und überlebte den Krebs.

Mound kershaw
Dave Roberts inmitten seiner Spieler auf dem Werfer-Hügel

Und vor fast einem Jahr wurde er überraschend Manager der Los Angeles Dodgers, obwohl er zu Beginn des Auswahlprozesses nicht gerade als die erste Wahl des Präsidenten für Baseball-Operationen Andrew Friedman wahrgenommen wurde.

Ab heute kreuzt nun dieser Rookie-Manager seine Klinge mit Dusty Baker, einem Veteranen dieses Fachs, und seinen Washington Nationals in der National League Division Series. Die Dodgers bringen dabei wie üblich einen in gemeinsamer Arbeit zusammen gestellten Kader mit, bei dem die jeweiligen Start-Aufstellungen jedes Spiels in einem kooperativen Prozess entschieden werden. Im Gegensatz übrigens zu der populären Ansicht, Roberts habe in seinem Büro nichts zu entscheiden und er würde die Lineup-Karten auf seinem Schreibtisch von Friedman oder einem seiner Leutnants ausgefüllt vorfinden.

„Das ist ausgemachter Blödsinn“, so Roberts zu diesem Vorwurf. „Es hat in Wirklichkeit damit überhaupt nichts zu tun. Ich habe in diesem Club so viel Autonomie wie ich will. Im Gegenteil, oft genug bin ich derjenige, der da oben anruft und um ein Gespräch nachsucht, ansonsten lassen sie mich meinen Weg gehen.“

„Es ist immer gut, voneinander zu lernen, doch wir beide [Roberts und Friedman] haben einen hohen Respekt gegenüber dem anderen. Ich bin für ihre Ideen aber auch völlig offen. Trotzdem habe ich meine eigenen Überzeugungen, wie Dinge behandelt werden sollten. Andrew und Farhan [General Manager Farhan Zaidi] denken da ähnlich, und das hat unserer Beziehung sehr geholfen. Wir besprechen uns jeden Tag. Für mich ist diese ganze Dynamik des Front-Office so positiv, wie ich es mir erhofft hatte.“

Ursprünglich wurde vermutet, dass Friedman eher Gabe Kapler, einen Bekannten aus gemeinsamen Zeiten bei den Tampa Bay Rays und jetzt Direktor des Farmsystems der Dodgers, als Manager favorisieren würde. Doch ab dem Tag seiner Einstellung bis hin zu einer Pressekonferenz in dieser Woche schwärmte Friedman immer wieder über den guten Job, den Roberts bisher getan hätte.

„Er ist unglaublich“, so Friedman am Dienstagabend. „Die Fähigkeit, mit positiver Energie zu kommunizieren, die Fähigkeit, Spieler auf den richtigen Positionen einzusetzen, um erfolgreich zu sein, und ihnen ihre Rollen tatsächlich klar zu machen. Er hat in dieser Saison bisher wirklich einen tollen Job gemacht mit all den verschiedenen Verletzungen und sonstigen Dingen, die ihm in den Weg geworfen wurden.

Und das alles in seinem ersten Jahr, das ist einfach unglaublich. Das wir tatsächlich unser erstes Ziel, den Gewinn der Divison erreicht haben und uns jetzt auf das nächste Vorhaben, das Erreichen der World Series konzentrieren können, unfassbar.“

Als klar war, dass Roberts vor einem Jahr von den San Diego Padres nicht vom Bench-Coach zum Manager befördert werden würde und er daraufhin diese Organisation verließ, hatte er noch keine Ahnung davon, dass er jemals die Dodgers managen würde, oder überhaupt jemand anderes. Er scheint stolz darüber zu sein, aber nicht überrascht, wie gut es sich nun entwickelt hat.

„Zum Teil liegt es sicherlich daran, dass ich jeden Tag auf mich setze, zu jeder Zeit. Das ist die eine Sicht“, sagte Roberts, der vorher noch keine Manager-Erfahrung hatte. „Die andere Sache ist die, wie es Dusty [Baker] ausgedrückt hat, dass er nicht überrascht ist, wo er nun steht, weil er daran glaubt, dass er die Spieler immer ein bißchen besser macht und sie deshalb gewonnen haben. So ähnlich sehe ich das auch für mich, der Erfolg gibt mir halt recht.“

Im ersten Playoff-Aufeinandertreffen zweier afrikanisch-amerikanischer Manager existieren auch noch andere Gemeinsamkeiten zwischen den beiden. Obwohl Baker schon 67 Jahre und Roberts erst 44 Jahre alt ist, waren sie beide Outfielder bei den Dodgers. Und sie haben sowohl gesellschaftliche als auch situative Hindernisse überwinden müssen, um dahin zu kommen, wo sie jetzt sind.

„Er ist da, wo ich vor 20 Jahren war“, sagte Baker, in seinem 21. Jahr und mit seinem vierten Klub als Manager. „Ich bin glücklich für ihn, er erlebt jetzt eine große Zeit. Ich kenne ihn, aber ich weiß nicht wirklich viel über ihn. Ich kenne ihn aufgrund seiner Karriere als Akteur auf dem Feld, und ein wenig mehr über einen meiner früheren Spieler, Rich Aurilia. Er ist gemeinsam mit Aurilia im Weinhandel tätig, wie ich übrigens auch. Roberts erscheint mir immer als ein angenehmer Typ, er ist ein sehr kluger junger Mann, aber er ist uns jetzt im Weg.“

Nun wird sich also zeigen, ob Dave Roberts der Erfolg tatsächlich auch jetzt noch treu bleibt.

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