Trotz eines 0:0 ein spannendes und intensives Revierderby

Drei Minuten war das Spiel am Samstag zwischen dem BVB und Schalke 04 alt, da schaltete der Deutsch-Bosnier Sead Kolasinac zum ersten Mal den Derby-Modus ein.

Sead Kolašinac S04 2015 (cropped)
Aufgrund seiner engagierten Spielweise im Derby geliebt und gehasst:
der bosnische Nationalspieler Sead Kolasinac

Mit einer „Monstergrätsche“ räumte er an der Außenlinie den Dortmunder Christian Pulisic so heftig ab, dass dieser in der Werbebande landete. Doch Schiedsrichter Dr. Felix Brych und mit ihm alle Blau-Weißen sahen zuerst einen Kontakt gegen den Ball und werteten die Aktion nicht als Foulspiel.

Je nach Farbe der Brille hätte man diese Aktion auch anders sehen können, die BVB-Akteure Shinji Kagawa und Julian Weigl hatten dagegen in der Folgezeit weniger Glück und sahen jeweils den Gelben Karton. So setzten sowohl Schiri Brych als auch der Schalker Kolasinac erste „Duftmarken“ in diesem am Ende tor- aber nicht aktionslosen Revierderby.

Der Bosnier in Diensten des S04 haderte dann in der weiteren Spielzeit mit Fortuna, als er einen Musterpass von Johannes Geis in der 49. Minute volley mit links nahm, der Ball aber von Dortmunds Schlussmann Bütki glänzend pariert werden konnte.

Doch in der spannendsten Phase der Begegnung, als der BVB zwischen der 50. und 80. Minute richtig Druck machte, kam Kolasinac wiederum gegen Pulisic nach einer scharfen Hereingabe von Pierre-Emerick Aubameyang (übrigens dessen einzige wirklich erwähnenswerte Aktion des ganzen Spiels) gerade noch rechtzeitig, um mit einer riskanten, aber diesmal unumstritten fairen Grätsche dessen Torschuss vor dem leeren Gehäuse zu vereiteln.

Apropos fair: entgegen der Ansicht eines BVB-Offiziellen und dessen Forderungen nach Rot für Kola und andere Schalker musste nur Max Meyer verletzt ausscheiden, und das nach einer fragwürdigen Attacke des Dortmunder Innenverteidigers Sokratis.

Was gab es sonst noch? Ein Schuss an die Latte und viele andere Dortmunder Angriffsversuche nach dem Pausentee, die jedoch zumeist von einer glänzend eingestellten und funktionierenden Schalker Defensive vereitelt werden konnten. Wesentlich harmloser präsentierte sich der BVB dagegen in Halbzeit Eins, die klar von den Gelsenkirchenern bestimmt wurde.

Null Torschüsse auf das Gehäuse von Ralf Fährmann sprechen da schon eine deutliche Sprache, während der S04 leichtfertig die eine oder andere Konterchance liegen ließ. So konnte sich dann am Ende Sead Kolasinac dank mutiger und engagierter Spielweise (gepaart mit dem Glück des Tüchtigen) den Titel des „Man of the Match“ sichern, doch nur knapp vor Naldo, der hinten wie eine Wand stand, Alessandro Schöpf dank schier ungezählter Kilometer Laufarbeit, wie gewohnt Leon Goretzka und allen anderen Schalkern, die nur wenig abfielen.

Ansonsten gefiel wieder einmal die taktische Ausrichtung im 3-5-2 mit intensivem Pressing sowie der unbändige Einsatzwille bis zur letzten Minute. Weniger begeistern konnte das nur rudimentäre Spiel nach vorn mit wenigen (in der 1. Halbzeit) bis fast gar keinen (ab der 50. Minute) Torchancen, das Fehlen der verletzten Breel Embolo und Klaas-Jan Huntelaar, der nach dem Abschlusstraining passen musste, machte sich extrem bemerkbar.

Ersatzmann Franco di Santo fügte sich zwar gut in das Schalker Abwehrbollwerk ein, doch mit nur einer Möglichkeit blieb er mehr als nur abschlussschwach. Ein Manko, welches aufgrund der Dauer der Ausfälle wohl noch etwas anhalten wird. Donnerstag in der Europa League gegen Krasnodar und Sonntag gegen Werder Bremen sind andere gefordert, in diese Lücken zu springen.

Vor allem Yevhen Konoplyanka, dem dies im DFB-Pokal beim Zweitligisten Nürnberg gut gelang und Eric Maxim Choupo-Moting böten sich an, zusammen mit der Mannschaft die Abstinenz der beiden Torjäger zu kompensieren. Denn nun sieben Spiele ohne Niederlage sind nach dem verunglückten Saisonstart ein Serie, die verpflichtet. Zum endgültigen Überwintern im Europacup und möglichst vielen Punkten in der Bundesliga beispielsweise…

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