Economic History: Das Unverständnis über die TARGET2-Salden geht (immer und immer) weiter

UND NOCH EINMAL ZURÜCK AUS DEM ARCHIV aus aktuellem Anlass: auch für die derzeitigen Forde-rungen der AfD nach einem Ausgleich der TARGET2-Salden bleibt dieser bereits vor über zehn Jahren geschriebene Beitrag weiterhin akut wichtig.

Target2 Graph - ECB Data (1)
TARGET2-Salden ausgewählter Staaten des Euro-Systems

Das Prinzip der TARGET2-Salden ist nicht ganz einfach zu verstehen. Auch Wikipedia hilft da nicht recht weiter, weil deren Beitrag hauptsächlich von den (falschen) Ansichten von Hans-Werner Sinn geprägt ist, worauf aber nur in der etwas anderen englischen Version hingewiesen wird. Selbst die Bundesbank sorgte mit einer nebulösen Erläuterung eher für weitere Verwirrung denn für echte Aufklärung.

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Die Weimarer Republik, Schubkarren voller Bargeld und die wahren Ursachen der deutschen Hyperinflation

„Wie eine angebotsseitige Katastrophe und Auslandsschulden eine Wirtschaft zerstörten – und warum die Druckerpresse ein Symptom war, nicht die Ursache.

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Französische Soldaten vor dem Hauptpostamt in Essen
während der Ruhrbesetzung 1923

Wenn ich ein 300.000 Wörter umfassendes Buch schreiben würde, das die Ursachen der Inflation er-klärt, und einen Link dazu auf Twitter posten würde, was denken sie, wäre der erste Kommentar?

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Wie Großbritannien so arm wie Mississippi wurde

„Viele Briten können weder einen Termin bei einem öffentlich finanzierten Zahnarzt bekommen noch sich einen privaten leisten; in einer Umfrage von 2023 gab einer von zehn an, selbst zahnärztliche Arbeiten durchzuführen, in extremen Fällen sogar eigene Zähne zu ziehen oder zerbrochene Kronen wieder zusammenzukleben.“

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Unterstützungsplakat für den National Health Service (NHS) in West Belfast, Nordirland

Bei genauerem Hinsehen wirken die Vereinigten Staaten viel weniger wie eine glänzende Stadt auf einem Hügel und viel mehr wie ein zerfallendes Großbritannien, das mit ein oder zwei dynamischen Sektoren verbunden ist, insbesondere KI.

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Der Globale Süden wird gezwungen, die Gläubiger Kindern vorzuziehen

Die Welt behauptet, Bildung als ein universelles Recht zu betrachten. Ihr Finanzsystem erzählt eine andere Geschichte.

Schoolboys in Bamozai
Mangels Schulgebäude Unterricht im Freien, Afghanistan 2007

Neue von der UNESCO veröffentlichte Zahlen zeigen, dass 113 Länder mit einer Gesamtbevölkerung von 6,1 Milliarden inzwischen mehr für die Tilgung von Schulden als für die Bildung ihrer Bevölkerung ausgeben.

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Rüstungsausgaben gesamtwirtschaftlich kaum rentabel

Die Kontroverse um den fiskalischen Ausgaben-Multiplikator
Die Rüstungsausgaben in Deutschland werden weiter in den kommenden Jah­ren mas­siv steigen. Nach der durch das Bundeskabinett im April vorgelegten Fi­nanz­pla­nung ist ab dem kommenden Jahr bis 2030 ein Zuwachs der Verteidi­gungs­aus­gaben (Einzelplan 14) um über 610 Mrd. € geplant.

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Soldaten der Bundeswehr auf einem Schützenpanzer Puma
während des Tages der Bundeswehr 2026 am Standort Munster

Über die Mittel im Nor­mal­haushalt erfolgt maßgeblich die Finanzierung durch die neuerdings in der Verfas­sung festgeschriebene Ausnahmeregel für Verteidigungsausgaben von der Schuldenbremse.

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Das nordische Modell auf dem absteigenden Ast? Analyse der Einkommensungleichheit in Schweden

Schweden wird weltweit seit Langem für sein Engagement für Gleichheit und Lebensqualität bewundert und zählt regelmäßig zu den führenden Nationen in Bereichen wie Sozialwesen, Einkommensgleichheit und allgemeinem Wohlbefinden.

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Stockholm: Blick vom Rathausturm (Stadshustornet) im September 2013

Der Ansatz des Landes, oft als „nordisches Modell“ bezeichnet, basiert auf einem umfassenden Wohl-fahrtsstaat, der durch hohe, progressive Steuern finanziert wird.

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Die Europäische Währungsunion verändert die Auswirkungen der nationalen Fiskalpolitik: Staatsausgaben sind effektiver als Steuersenkungen

„Die Fiskalpolitik eines Landes spielt eine zentrale Rolle bei der Stabilisierung seiner Wirtschaft. Ihre Wirksamkeit hängt von der Wahl der Maßnahmen und der Reaktion der Geldpolitik ab.

Re-publica 2026 - Tag 3 (55282501704)
DIW-Chef Marcel Fratzscher auf der re:publica 2026

Dieser Bericht vergleicht vier fiskalpolitische Maßnahmen für ein typisches Euroraumland: Erhöhung der öffentlichen Investitionen und des staatlichen Konsums, Senkungen der Konsumsteuern und Einkommenssteuern.

Sowohl das theoretische Modell als auch die empirischen Ergebnisse für den Euroraum zeigen, dass Staatsausgaben eine stärkere Wirkung haben als Steuersenkungen. Empirisch erhöht jeder zusätzliche Euro öffentlicher Investitionen oder staatlicher Konsum das BIP im ersten Jahr um bis zu 1,30 Euro, verglichen mit etwa 0,30 bis 0,40 Euro pro Euro entgangener Steuereinnahmen.

Da die Europäische Zentralbank (EZB) im Allgemeinen nicht auf nationale fiskalische Schocks mit Anpassungen ihrer wichtigsten Zinssätze reagiert, bremst die Geldpolitik den fiskalischen Stimulus nicht. Um die Wirtschaft kurzfristig zu stabilisieren, sollten Regierungen gut durchdachte Ausgaben-maßnahmen bevorzugen.“

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Aufschwung in Griechenland – für wen?

Wenn es um Griechenland geht, wird auch in der deutschen Presse viel vom erstaunlichen Aufschwung der Wirtschaft und der Erholung der Staatsfinanzen gesprochen. Das Eingreifen der Troika von EU-Kommission, EZB und IWF – Schäuble und Merkel waren die Antreiber – Anfang der 2010er Jahre wird als Erfolgsmodell verkauft.

Restaurantzeile am Hafen, Chania, Kreta, Griechenland (2023)
Restaurantzeile am Hafen von Chania auf Kreta, Griechenland (2023)

Fakt ist, dass die Staatsverschuldung seit dem Beginn der von der Troika oktroyierten Austeritäts-maßnahmen 2010 praktisch gleich geblieben ist (2010 ca. 330 Mrd. € ≙ 146 % des BIP, 2025 ca. 360 Mrd. Euro ≙ 150 % des BIP), der Sozialstaat aber praktisch abgeschafft wurde.

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Warum der Staat seine Ausgaben nicht durch Steuern finanzieren kann

Schlussendlich bleibt die Erkenntnis, dass die staatliche Exekutive den Geschäftsbanken Zentralbank-geld leiht oder auszahlt (und dabei neues Zentralbankguthaben schöpft), damit diese ihr die eigenen Anleihen abkaufen und Steuerzahlungen durchführen können.

Frankfurt am Main Wilhelm-Epstein-Straße & Gebäude Haupteingang & Gebäude Deutsche Bundesbank Main Foto 2009 Wolfgang Pehlemann Wiesbaden IMG 4827
Haupteingang der Deutschen Bundesbank in Frankfurt am Main 2009

Es gilt auch hier das Prinzip „linke Tasche, rechte Tasche“, welches durch das bestehende Regelwerk etabliert wird. Der Staat muss, wie die MMT es korrekterweise beschreibt, (in eigener Währung) erst Geld schöpfen und an Private verteilen, bevor sie ihm damit Anleihen abkaufen oder Steuern bezahlen können.

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