Die Tauschlüge: Wie der Kapitalismus die Wirtschafts-geschichte neu schrieb

Einer der Gründungsmythen der modernen Ökonomie ist die Behauptung, dass sich Geld als Tausch-mittel speziell entwickelt hat, um die Grenzen des Tauschhandels zu überwinden.

Sumerian economic tablet IAM Š1005
Sechsspaltige sumerische Wirtschaftstafel, in der verschiedene Mengen
an Gerste, Mehl, Brot und Bier erwähnt werden

Es ist eine alte Idee, die mindestens bis zu Aristoteles zurückreicht, aber in jüngerer Zeit wurde sie von Adam Smith verfochten und ist überall zu einem Glaubensartikel geworden, von College-Lehrbüchern bis hin zu den intellektuellen Elitekreisen der Wissenschaft.

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Heiner Flassbeck: Herr Klingbeil will sparen…

…Für eine Besserung im neuen Jahr gibt es keinerlei Indikation. Die vorliegenden Prognosen, die für 2026 eine Belebung versprechen, sind alle Schall und Rauch.


Entwicklung des BIP von 2005 bis 2025

Der Bundesfinanzminister müsste folglich sagen, wir werden genau dann sparen, wenn die Wirtschaft wieder läuft, weil die Unternehmen sich verschulden und investieren. Um dahin zu kommen, muss man aber erst Bedingungen schaffen, die dafür sorgen, dass die Unternehmen investieren.

Diese Bedingungen kann nur der Staat schaffen, da wir nicht mehr – wie in den vergangenen 25 Jahren – auf das Ausland als Schuldner setzen können. Folglich muss sich – exakt gegen die Intuition der schwäbischen Hausfrau – der Staat noch mehr verschulden, bevor es überhaupt eine Chance gibt.

Heiner Flassbeck – Herr Klingbeil will sparen…

Economic History: Thomas Piketty – Die Kernschmelze der nordatlantischen Sozialdemokratien

Der französische Ökonom Thomas Piketty von der Paris School of Economics untersuchte schon vor Jahren die Entwicklung der Vermögen in den großen Demokratien an den nordatlantischen Küsten über die letzten Jahrhunderte. Er ermittelte dabei fünf markante Fakten:

2008 Top1percentUSA
Anteil der wohlhabendsten 1% am Gesamteinkommen der Bevölkerung
in den USA vor den Wirtschaftskrisen

• Erstens, der Besitz von privatem Reichtum – mit all seiner Macht, über Ressourcen zu verfügen, zu diktieren, wo und wie Menschen zu funktionieren haben, sowie die Politik zu formen – war immer und stets hoch konzentriert.

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Laut einer Studie hatten geimpfte Personen ein um 74 % geringeres Sterberisiko durch schweres COVID-19

In dieser Kohortenstudie, die 22,7 Millionen geimpfte und 5,9 Millionen ungeimpfte Personen umfasste, hatten geimpfte Personen ein um 74 % geringeres Sterberisiko durch schweres COVID-19 und kein erhöhtes Risiko einer Gesamtsterblichkeit über eine mittlere Nachbeobachtung von 45 Monaten.

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COVID-19-Impfdosen in einem spanischen Laboratorium

Das bedeutet, dass diese Ergebnisse auf nationaler Ebene kein erhöhtes Risiko einer 4-jährigen All-Cause-Mortalität bei Personen im Alter von 18 bis 59 Jahren festgestellt haben, die gegen COVID-19 geimpft wurden, was die Sicherheit der weltweit weit verbreiteten mRNA-Impfstoffe weiter unterstützt.

Obwohl mehrere Studien die Auswirkungen der COVID-19-Impfung auf die kurzfristige Sterblichkeit untersucht haben, hat keine die Langzeitsterblichkeit mit dem Impfstatus verglichen – insbesondere bei jungen Personen, die nach einer SARS-CoV-2-Infektion seltener an schweren Erkrankungen leiden.

Diese Studie verglich die 4-jährige Gesamtsterblichkeit bei Personen im Alter von 18 bis 59 Jahren, die mit dem mRNA-COVID-19-Impfstoff geimpft wurden, mit ungeimpften Personen.

Heiner Flassbeck: Staatsschulden und Finanzierungs-salden

„Die beste und die logisch zwingende Art, den Staat und seinen Schuldenstand mit dem Rest der Volkswirtschaft zu verbinden, sind die Finanzierungssalden.

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Der Ökonom Heiner Flassbeck in Berlin 2018

Sie zeigen quasi auf einen Blick, wie in der gesamten Volkswirtschaft und in der gesamten Welt Ein-nahme und Ausgabendefizite einzelner Sektoren miteinander zusammenhängen.

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VWL: Alternative Wirtschaftstheorie – letzter Teil: Die Kollision der verschiedenen Aufgaben des Zinses

Als Abschluss unserer Reihe über die alternative Wirtschaftstheorie von Wilhelm Lautenbach geht es in diesem Beitrag um eine abschließende Betrachtung aller bisher behandelten Komponenten seiner be-stechenden makroökonomischen Diagnose.

Berlin - Gebäude der Reichsbank und die Jungfernbrücke, Ende der 1930er Jahre, Bundesarchiv B 145 Bild-P018383
Reichsbank und Jungfernbrücke in Berlin 1938

Dies erscheint notwendig, um den Zusammenhang zwischen Kreditbedarf und Investitionen sowie die ausschlaggebenden Elemente, welche die Liquidität der Kreditwirtschaft und demzufolge auch den Zins bestimmen, klar erkennen zu können.

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Der tödliche Tribut von ökonomischen Sanktionen

„In ihrer Panelanalyse zeigen Francisco Rodríguez und Kollegen einmal mehr, dass Sanktionen töten: Wirtschaftssanktionen, die von den USA oder der EU verhängt wurden, wurden von 1971 bis 2021 jährlich mit 564 258 Todesfällen (95% CI 367 838–760 677) in Verbindung gebracht, was höher ist als die jährliche Zahl der kriegsbedingten Opfer (106 000 Tote).

APL Danube, Fremantle, 2020 (01)
Sinnbild des freien Handels: Containerschiff vor der australischen Küste

Dieses Ergebnis steht im Einklang mit einem früheren Artikel in The Lancet Global Health, der die tödlichen Auswirkungen von Hilfssanktionen aufzeigt – Wirtschaftssanktionen, die speziell auf die Entwicklungshilfe in Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen (LMICs) abzielen –, die zwischen 1990 und 2019 zu einem jährlichen Anstieg der Säuglingssterblichkeit um 3,1 % und einem Anstieg der Müttersterblichkeit um 6,4 % führten.

Sanktionen sind restriktive außenpolitische Instrumente, die üblicherweise auf breit angelegte Wirtschaftstransaktionen angewendet werden, mit dem strafenden Ziel, Verhaltensänderungen zu erzwingen, wie z. B. die Beendigung von Menschenrechtsverletzungen oder die Förderung der Demokratie.

Laut der Global Sanctions Database haben die Häufigkeit und Dauer der Sanktionen seit 1950 stetig zugenommen, während ihre Erfolgsquote bei der Erreichung des erklärten Ziels nach wie vor bei etwa 30 % liegt.“

aus The Lancet: The health toll of economic sanctions

Immer mehr junge Menschen lösen sich von der Arbeit und den sozialen Kontakten

Die Financial Times hat einen neuen Artikel über ein wachsendes soziales Problem in vielen Ländern veröffentlicht: das Schicksal junger Erwachsener, die nach dem College oder der High School keinen Job finden.


Aus dem Artikel: Die gängigen Arbeitsmarktstatistiken verschleiern den Anstieg der sozioökonomischen Verunsicherung junger Menschen

Obwohl es schwierig ist, gute Daten über diese Kohorte zu erhalten, gibt es viele Belege für eine hohe Jugendarbeitslosigkeit, nicht nur in den westlichen Volkswirtschaften, sondern auch in China, was auf das Risiko hindeutet, dass diese Personen sozial isoliert und nie in das „normale“ Leben integriert werden.

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Die moderne Geldtheorie und die sich wandelnde Rolle der Steuern in der Gesellschaft

Steuern werden traditionell als der wichtigste Finanzierungsmechanismus für Staatsausgaben ange-sehen. Folglich wird Sozialpolitik oft als etwas gedeutet, was durch Steuereinnahmen bestimmt und eingeschränkt wird.

Looking up at Somerset House from the Victoria Embankment - geograph.org.uk - 5548378
Somerset House in London, zeitweilig Sitz der britischen Steuerbehörden

Die Modern Monetary Theory (MMT) stellt eine Umkehrung des Steuer-Ausgaben-Zyklus dar, indem sie einen Ausgaben-Steuer-Zyklus identifiziert. Am Beispiel des Vereinigten Königreichs heben wir hervor, dass einer der wichtigsten, aber wenig erforschten Beiträge der MMT ihr Potenzial ist, die Rolle der Steuern sowohl aus makroökonomischer als auch aus sozialpolitischer Perspektive neu zu definieren.

Wir verwenden Erkenntnisse über die Geldentnahme- oder Streichungsfunktion von Steuern, die aus der MMT abgeleitet werden, um zu zeigen, wie dies auch Möglichkeiten schafft Steuern zur Erreichung sozialer Ziele wie der Verringerung von Einkommens- und Vermögensungleichheit, der Verbesserung des Zugangs zu Wohnraum oder der Finanzierung eines Green New Deal einzusetzen.

Für die Sozialpolitikforscher besteht die Herausforderung darin, diese Erkenntnisse zu nutzen, um die Steuersysteme neu zu gestalten und die sozialen Steuerausgaben (STEs) für kreative sozialpolitische Zwecke neu zu gestalten.

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Warum die Reichen keine Steuern zahlen

Hinter dem bürgerlichen Ideal der Besteuerung als kollektives, gerechtes Unterfangen verbirgt sich eine tief verwurzelte Heuchelei: Die Architektur moderner Steuergesetze dient nicht dem Gemeinwohl, son-dern der Konsolidierung des privaten Vermögens.

Die Progressivität der Einkommensteuer wird in den obersten Stufen ausgehöhlt, wo das Einkommen größtenteils aus Kapital stammt – zu Vorzugssätzen besteuert, die Eigentum gegenüber Arbeit beloh-nen. Diese Ungleichheit wird durch den Zugang der Wohlhabenden zu Anwälten und Finanzberatern noch verschärft.

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