S04 bezahlt Remis in Köln mit zwei weiteren Verletzungen

Das ganze Szenario hatte etwas von der Location eines Splatterfilms. Blutüberströmte Bekleidung, rot gefärbte Kopfverbände, am Boden liegende apathisch wirkende verletzte Beteiligte.

Robin Gosens 01 (cropped)
Robin Gosens 2018 noch im Trikot von Atalanta Bergamo

Die nicht direkt betroffenen Mitwirkenden winkten hektisch in Richtung medizinischer Hilfe, denn dieser ganze Vorgang war so im Drehbuch nicht vorgesehen.

Samstag, 24.10.2026, Tatort Rhein-Energie-Stadion Köln, 37. Spielminute: eigentlich eine harmlose Situation am Mittelkreis, die beiden Schalker Spieler Robin Gosens und Soufiane El-Faouzi verfolgen den Flug eines hoch in ihre Richtung geschlagenen Balls, ohne dabei auf den jeweils anderen zu achten.

Der Kölner Stürmer Said El Mala sorgt für weitere Verwirrung, indem er den Deutsch-Marokkaner noch von hinten in die Richtung seines Mitspielers stößt. Resultat der ganzen Aktion war dann ein heftiger Zusammenstoß der beiden Schalker, die sofort mit üblen Kopfverletzungen zu Boden gingen.

Für den Gelsenkirchener Bundesligisten, der schon ohne die verletzten Maxi Wöber, Kenan Karaman, Moussa Sylla, Dejan Ljubicic, Ron Schallenberg und Adrian Gantenbein antreten musste, bedeuteten diese erneuten Ausfälle eine weitere extreme Schwächung.

Insofern konnte man Trainer Miron Muslic schon verstehen, als er nach der Begegnung von einem Punktgewinn für die Schalker sprach und die Verbesserungen gegenüber dem Mainz-Spiel lobte. Doch zur Wahrheit gehört auch, dass gerade die nahezu nicht vorhandene Offensive der Blauen viel Anlass zu (durchaus berechtigter) Kritik bot.

So sahen das auch viele Schalker Fans in den Sozialen Medien, die gerade diesen Punkt und damit die eigentlich inexistenten Torchancen der Knappen und das ihrer Meinung nach zu sehr auf die Defensive ausgerichtete System des Chefcoachs heftig anprangerten.

Allerdings würde ich diese Kritik zu dem jetzigen Zeitpunkt noch nicht allzu hoch ansiedeln. Denn Miron Muslic hatte bereits in der Rückrunde der letzten Saison (zugegebenermaßen in der 2. Bundesliga!) durch die Umstellung auf die Viererkette und eine verstärkte Offensivausrichtung recht eindrucksvoll bewiesen, dass er auf solche Missstände reagieren kann.

Und soweit sollte das Vertrauen in den Schalker Übungsleiter und sein Team noch gehen, um ihm eine Wiederholung einer derartigen erfolgreichen Systemumstellung zutrauen zu können.

Daher: ja, aufgrund der vielen Verletzten und der vielleicht auch deshalb momentan erforderlichen defensiven Ausrichtung mag das Schalker Spiel nicht besonders attraktiv und auch nicht sehr erfolg-reich sein, aber es kommen sicherlich und bestimmt auch wieder bessere Zeiten, auch und vor allem wegen Miron Muslic.

Geduld ist jetzt gefragt, nicht unbedingt eine bevorzugte Schalker Eigenschaft, aber gerade in einer englischen Woche mit dem Pokalspiel in Dresden morgen und der ebenfalls nicht leichten Heimpartie gegen RB Leipzig am Samstag dringend erforderlich.