Die französischen Proteste spiegeln die dysfunktionale Architektur der gemeinsamen Währung wider

Die soziale Instabilität in Frankreich breitet sich nun in ganz Europa aus. Es folgten bereits Massen-proteste in Spanien und Portugal, Belgien, Italien und Albanien.

Journée de mobilisation des lycéens à Perpignan 04
Schüler- und Studentenproteste in Perpignan, Frankreich

In Frankreich begannen die Schüler zunächst mit Protesten gegen die Bedingungen im Schulsystem, doch die Beschwerden und beteiligten Parteien haben sich ausgeweitet und die zunehmend chao-tischen Szenen in Paris haben sich auf die wichtigsten Städte Frankreichs ausgebreitet.

Die gegenwärtigen sozialen Unruhen zeigen mir, dass Teile der Bevölkerung aufbegehren – nach Jah-ren einer dysfunktionalen Regierungspolitik, die durch untaugliche Fiskalregeln eingeengt war, welche eigentlich zur Stützung der gemeinsamen Währung konzipiert worden waren.
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Alle Mainstream-Kommentare zu den Protesten scheinen den Punkt zu verfehlen.

Zum Beispiel stellt dieser Artikel im UK Guardian (10. Oktober 2026) – Frankreichs Dilemma: Demons-tranten fordern Ausgaben, da die Märkte fiskalische Zurückhaltung erfordern – die Sorgen der Demons-tranten den Bedenken an den Finanzmärkten gegenüber.

Für die Anleihemärkte ist das Problem klar und direkt mit der gewählten Architektur der gemeinsamen Währung verbunden.

Als Frankreich (oder eines der euro-nutzenden Länder) sich entschied, ihre eigenen Währungen abzu-schaffen und den Euro einzuführen, wurde die verwendete Währung für sie gleichwertig mit einer ‚frem-den‘ Währung.

An diesem Punkt verloren sie ihre Währungssouveränität und konnten nur noch Geld ausgeben, wenn sie Steuern erhöhten, und wenn sie mehr ausgeben wollten als sie an Steuereinnahmen erzielten, mus-sten sie auf die Ausgabe von Schulden an die privaten Märkte setzen.

Wichtig ist, dass im Gegensatz zu den Schulden, die beispielsweise von den Regierungen Australiens, der USA, Japans und Großbritanniens (und jeder Regierung, die ihre eigene Währung unter Monopol-bedingungen ausgibt) ausgegeben wurden, die von den Eurozonenländern ausgegebenen Schulden plötzlich ein Kreditrisiko mit sich brachten.
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