VWL: Alternative Wirtschaftstheorie – Teil 12: Zentral-bankzins und Devisenbilanz

In den bisherigen Beiträgen dieser Reihe waren wir zu dem Schluss gekommen, dass in einem moder-nen Bankensystem die Politik der Zentralbank den Kreditinstituten die Richtung für ihr Handeln vorgibt.

Hauptverwaltung Frankfurt der Deutschen Bundesbank
Regionalbüro Frankfurt der Deutschen Bundesbank

Ist die Zentralbank „mit dem Markt in Fühlung“ (so formulierte es Wilhelm Lautenbach in seinem Werk “Zins, Kredit und Produktion” (1952)), so bedeutet die Festlegung des Zinssatzes ein eindeutiges Signal, das auch dementsprechend von der Kreditwirtschaft beachtet wird.

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Argentinien gerät in die übliche Untergangsschleife, die die Austerität unweigerlich mit sich bringt

„Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ ist ein altes Sprichwort, das bedeutet, dass ein Bild eine sehr komplexe Botschaft schneller ausdrücken kann als ein geschriebenes Traktat – wie es in diesem Blogbeitrag folgen wird.


Die bulgarische IWF-Chefin Kristalina Georgiewa mit der Kettensäge am Revers

Bei der Frühjahrstagung 2025 des IWF in Washington schwärmte IWF-Chefin Kristalina Georgieva davon, wie gut es Argentinien aufgrund der harten Sparpolitik („Schocktherapie“) gehe, die der der-zeitige Präsident Javier Milei auf sein Land losgelassen habe.

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Economic History: Sparmaßnahmen in Griechenland

Als Reaktion auf die schwere Wirtschaftskrise, die 2009 begann, führte Griechenland ab 2010 eine Reihe von Sparmaßnahmen durch.

Attika 06-13 Athen 40 Blick von Lykabettus
Blick über die griechische Hauptstadt Athen

Diese Maßnahmen waren Teil der Bedingungen, die die Europäische Union (EU), die Europäische Zen-tralbank (EZB) und der Internationale Währungsfonds (IWF) für den Erhalt von Rettungspaketen für Griechenland festgelegt hatten.

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VWL: Alternative Wirtschaftstheorie – Teil 11: Wertpapier-käufe und Bankenliquidität

In diesem Beitrag geht es um die Auswirkungen, die bestimmte Umdispositionen der Sparer auf die Bestände an Bankeinlagen haben. Legen nämlich diese Sparer ihre Vermögen, die als Scheck- oder Sparguthaben bei den Banken hinterlegt sind, in Wertpapieren an oder geben sie als Kredite heraus, so reduziert sich damit das Kreditvolumen der Banken.

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Das Gebäude der Frankfurter Wertpapierbörse

Bemerkenswert ist es nach Wilhelm Lautenbach dabei, dass durch solche Vorgänge keinerlei Ver-änderungen bei den laufenden Ersparnissen eintreten, stattdessen sich aber die Liquidität der Banken verbessert.

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Economic History: Saldenmechanik und die Frage der Moral

Für viele Medien und Politiker war von Anfang an klar:

Die Eurokrise sei verursacht worden von einigen „Sünderstaaten“, die über ihre Verhältnisse gelebt hatten. Sie hatten sich etwas zu Schulden kommen lassen, hatten zu gut auf Kosten anderer gelebt, seien anfällig für Korruption und zu wenig produktiv gewesen.

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2011: Tränengas während der Proteste gegen den IWF in Athen

Besonderes Ziel dieser Anschuldigungen waren natürlich die Griechen, die aufgrund ihrer extrem hohen Staatsverschuldung die größten Sündenböcke darstellten.

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Economic History: Das Chaos im Herzen der Europäischen Union

Immer noch muss das EU-Establishment zur Rechenschaft gezogen werden, um sich für die Euro-Krise und die Austeritätspolitik, die die Rezession in eine Depression verwandelt hatte, die galoppierende Un-gleichheit und die Millionen von Arbeitslosen zu verantworten.

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Mitgliedsstaaten der EU 2017
(orange: ausgetretene Staaten, hellblau: Beitrittskandidaten)

Und daran hat sich auch durch die Corona-Pandemie, die Inflation und den Ukraine-Konflikt nichts geändert. Ganz im Gegenteil erscheint jede Krise geeignet, um von den weiter andauernden internen Problemen abzulenken.

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Economic History: Die Krise in Griechenland – es hätte nicht so kommen müssen

…Dann kam der Kardinalfehler: Im IWF-Vorstand setzten die Europäer und Amerikaner trotz heftiger Opposition mehrerer Exekutivdirektoren ein Rettungspaket durch, das den griechischen Privatgläubi-gern entgegen den Regeln des Fonds keinerlei Verluste aufzwang.

Syntagma Square 'indignados'
Proteste in Griechenland gegen Kürzungspläne der Regierung 2011

Die Entscheidung beruhte auf der falschen Annahme, nach der die „Umstrukturierung“ der privaten Schulden eine globale Finanzkrise auslösen würde.

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Das Vertrauen in Europa zurückgewinnen

Angesichts des Trumpschen Angriffs muss Europa dringend sein Selbstvertrauen zurückgewinnen und seinen Bürgern und der Welt ein anderes Entwicklungsmodell vorschlagen.

Thomas Piketty no Fronteiras do Pensamento Porto Alegre 2017 (37258741140)
Der französische Ökonom Thomas Piketty 2017 in Port Alegre

Um dies zu erreichen, muss sie zunächst die permanente Selbstverunglimpfung überwinden, die allzu oft in der öffentlichen Debatte auf unserem Kontinent steht. Nach der Doxa, die in vielen Führungs-kreisen vorherrscht, lebt Europa über seine Verhältnisse und muss den Gürtel enger schnallen.

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Die EU und das falsche Verständnis der Ökonomie

„Draghi verbreitet immer noch den Mythos, dass Ersparnisse private Investitionen finanzieren. Mit dieser Analyse, die eindeutig falsch ist (Banken finanzieren Investitionen durch Kredite), passen die politischen Schlussfolgerungen nicht zu der Welt, in der wir leben.

European Parliament Strasbourg Hemicycle - Diliff
Plenarsaal des Europäischen Parlaments in Straßburg

Finanzmärkte treiben unsere Wirtschaft nicht an, sondern Staatsausgaben. Der Draghi-Bericht schweigt sich allerdings ziemlich über Staatsausgaben aus. Die Rolle der Gesamtnachfrage in der Ökonomie wird nicht berücksichtigt.

Die Vorstellung, dass eine Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit das Hauptanliegen der Wirtschafts-politik sein sollte, ist meiner Ansicht nach falsch. Die Wirtschaftspolitik sollte sich um eine nachhaltige Wirtschaft, Vollbeschäftigung und Preisstabilität drehen. Steigende Produktivität wird die Folge sein.“

Der Ökonom Dirk Ehnts auf X

Heiner Flassbeck: Die FAZ und die staatlichen Schulden

„Die FAZ ist eine ehrwürdige Zeitung. Immer bieder, immer konservativ, bloß keine Experimente. Schul-den sind das Gegenteil der FAZ: nicht bieder, nicht konservativ, gefährlich, weil man nie weiß, wie es endet.

FAZ-Building-2005-Ffm-2-b
Frankfurter Allgemeine Zeitung Verlagsgebäude, Hellerhofstr. 2-4, Frankfurt am Main 2005

Wenn dann auch noch der Staat die Schulden macht, ist es doppelt gefährlich, weil man ja weiß, wie unseriös die Beamten und Politiker mit Geld umgehen.

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