S04: Nach der Gala folgte der Arbeitssieg in Slowenien

Na also, es geht also doch. Allen Unkenrufen zum Trotz hat der FC Schalke 04 dank eines eher glanzlosen 1:0-Auswärtserfolges in Maribor doch noch das Achtelfinale der Champions League erreicht.

Ljudski vrt 2008 opening match (06)

Nach dem grandiosen 4:0 in Stuttgart war das „Finale“ beim slowenischen Tabellenzweiten zwar nicht die erhoffte Fortführung dieser Gala, am Ende aber reichte es trotzdem dank einer unspektakulären, aber auch soliden Leistung zum Überwintern in der Königsklasse.

Nur einmal brannte es wirklich lichterloh im Schalker Strafraum, als Atsuto Uchida sich gleich zweimal den einschussbereiten Slowenen auf der Linie entgegenwerfen musste. Doch es blieb die einzig wirkliche Großchance der ganz in Lila angetretenen Maribor-Akteure, ansonsten erwies sich die erneut mit einer Dreier-/Fünferkette auflaufende Gelsenkirchener Hintermannschaft als nur selten schwimmendes Bollwerk, dass bis zum Ende standhielt.

Etwas überraschend fand ich vor dem Beginn des Spiels den Wechsel in der Aufstellung. Marco Höger, gegen Stuttgart nach der fünften Gelben Karte in der Bundesliga noch zwangsweise draußen, erhielt von Roberto Di Matteo den Vorzug vor Max Meyer. Bedenken, dass ohne Mayer die Kreativität des Schalker Offensivspiels leiden könnten, schienen sich in der ersten Halbzeit zu bestätigen.

Schalke fand lange keine geeigneten Mittel gegen einen Gegner, der im Gegensatz zu den letzten Kontrahenten in der Bundesliga den Blau-Weißen keinesfalls den Gefallen tat, deren Taktik „anzunehmen“.

Anstatt also den Ball selbst in Besitz zu nehmen und versuchen mitzuspielen, überraschte Maribor mit einer defensiven Grundausrichtung, bei der man dank geschickter Schwerpunktverlagerung immer wieder die Schalker Angriffsversuche über die Flügel zunichte machte.

Und so zeigte sich über lange Strecken eines der Grundprobleme der Mannschaft von Di Matteo. Solange der Gegner sich herauslocken lässt und selber seine Chancen sucht, können die Gelsenkirchener aus einer massiven Abwehr heraus mit überfallartigen Kontern frühzeitig den eigenen Abschluss finden.

Gegen die Slowenen gelang dies nicht. Und so entwickelte sich ein Geduldsspiel, bei dem es darum ging, Maribor zu dem entscheidenden Fehler zu zwingen, der das entscheidende Tor bringen würde.

Dass es gerade Max Meyer nur sechs Minuten nach seiner Einwechselung war, der Schalke ins Achtelfinale schoss, erwies sich dann als Glücksgriff des Trainers, mit dem er den vermeintlichen „Fehler“ in der Startaufstellung wieder bereinigte.

Dank der Schützenhilfe des FC Chelsea hieß es dann glücklicherweise: Ende gut, alles gut. Also Mund abwischen und abwarten, welches Los für das Achtelfinale gezogen wird. Wenn es der zu erwartende Hammergegner (Barca, Real, Atletico oder Porto) wird, kann das Ziel nur sein, sich achtbar aus der Affäre zu ziehen. Ergebnisse wie das 0:5 gegen Chelsea oder auch das 1:6 gegen Real Madrid aus der letzten Saison sollten unbedingt vermieden werden.

Lediglich gegen den momentanen Tabellensiebten Frankreichs, den AS Monaco, sehe ich eine reelle Chance auf ein mögliches Weiterkommen, aber das ist noch Zukunftsmusik.

Bis zur Winterpause gilt die volle Konzentration nun den letzten Spielen in der Bundesliga, gegen Köln, in Paderborn und gegen den HSV müssen Punkte her, um die eigene Position im Kampf um die Champions-League-Plätze für die nächste Saison zu sichern.

Alle drei Clubs halten sich zur Zeit im Mittelfeld der Liga auf, doch es gibt keinen Grund, auch nur einen von ihnen zu unterschätzen. Während Köln und Paderborn nach dem Aufstieg zeitweilig für Furore sorgen konnten, deuten die letzten Leistungen allerdings ein allmähliches Ende des Höhenflugs an.

Es muss nun darum gehen, die gute Form aus den Erfolgen gegen Mainz, in Stuttgart und Maribor auch gegen diese Mannschaften zu bestätigen, um den Kontakt zur Tabellenspitze nicht abreißen zu lassen. Dass die Truppe um die beiden Torjäger Choupo-Moting und Huntelaar das Zeug dazu hat, ist wohl inzwischen nicht mehr zu bestreiten.

An guten Tagen dürften weder Köln, noch Paderborn oder Hamburg unschlagbar sein, und die Schalker sollten in den letzten Wochen nach Chelsea genug Selbstvertrauen getankt haben, um diese Anforderungen auch umsetzen zu können.

Mit einem Sieg über die Geißböcke morgen in der VeltinsArena wäre ein Anfang gemacht…

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