Gregory Clark: Die Illusion des Amerikanischen Traums

Ein Ökonomie-Professor von der University of California in Davis hat herausgefunden, dass der sogenannte American Dream nur eine Wunschvorstellung ist.

Statue of Liberty
Die Freiheitsstatue, Sinnbild des „Amerikanischen Traums“

Gregory Clark bezeichnet seine Forschungsergebnisse als eine krasse Wahrheit ohne jede Hoffnung: ob man in den USA weiterkommt oder nicht sei so vorhersehbar wie jede beliebige mathematische Formel.

In Wirklichkeit, so der Professor, zeigen alle Formeln über soziale Mobilität klar an, dass es nichts zu träumen gibt. „Amerika hat keine größere gesellschaftliche Mobilität als das mittelalterliche England oder das vorindustrielle Schweden.

Dies stellt den schwierigsten Teil dar, wenn man über soziale Veränderungen spricht, denn damit zerstört man die Träume der Menschen.“ führt Clark weiter aus, „Die Vereinigten Staaten stellen demnach keine Ausnahme hinsichtlich der sozialen Mobilität dar. Sie können keine besondere Alchemie auf die benachteiligten Bevölkerungsgruppen einer Gesellschaft ausüben, um deren Lebenschancen zu verbessern.“

Für seine Studie wertete er die Zahlen über Einwanderung und Ungleichheit in den USA der letzten 100 Jahre aus. Seine Daten zeigen die Wahrheit über den sogenannten Amerikanischen Traum: die Vorstellung, harte Arbeit führe zu mehr Chancen und unbegrenzten Möglichkeiten, ist nur eine Illusion. Tatsächlich gibt es keinen Unterschied bei der sozialen Mobilität in Amerika und dem Rest der Welt.

„Der Status ihrer Kinder, ihrer Enkelkinder, ihrer Ur-Enkel und ihrer Ur-Ur-Enkel wird ziemlich eng mit ihrem jetzigen Status zusammenhängen.“, so Clark.

Die Absolventen seiner Kurse widersprechen allerdings dieser Ansicht: „Der Reichtum der Eltern hat einen Effekt auf das weitere Leben, doch es ist nicht der absolut entscheidende Faktor.“

Doch Clark lässt sich nicht beirren: „Meine Studenten diskutieren immer gern mit mir darüber, können sie doch nur schwer die Tatsache akzeptieren, dass der größte Teil ihres Lebens aufgrund ihrer Herkunft und Abstammung vorhergesagt werden kann.“

Festzustecken in einem sozialen Status, so der Professor, das sei die wirkliche amerikanische Realität. „Die gute Nachricht ist die, dass diese Mitteilung von einem Ökonomen kommt, denn Ökonomen sind extrem unpopulär und damit genau die richtigen Leute, um die Nachricht zu verbreiten, dass die Welt ein limitierender Ort ist.“

Es gibt eine Einschränkung der Studie, und die gilt für jeden: es existiert immer eine Ausnahme von der Regel.

Clarks Abhandlung wurde vom Council on Foreign Relations veröffentlicht.

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