FC Schalke 04: Erfolgreich auf dem Weg zum Derby

Es ist schon ein Kreuz mit den Schalker Fans: da liefert die Mannschaft eine der besten Leistungen der bisherigen Saison ab, und die blau-weißen Anhänger hatten nichts besseres zu tun, als schon vor dem Spiel Derbygesänge anzustimmen.

SBG Schalke82
Gegen Mainz herausragend: Leon Goretzka

Doch Spaß beiseite: es sei ganz im Gegenteil allen gegönnt, sich auf das Zusammentreffen mit dem BVB zu freuen, denn entgegen vieler banger Erwartungen vor nicht allzu langer Zeit präsentieren sich die Knappen nun fast auf Augenhöhe mit dem Revierrivalen.

Solange es nur die Fans sind, die sich hauptsächlich auf das Derby mit den Dortmunder „Freunden“ fokusieren, ist dagegen gar nichts einzuwenden. Für die Mannschaft gilt dagegen, die heutige DFB-Pokalpartie beim Zweitligisten Nürnberg nicht aus dem Blick zu verlieren.

Doch mit dem Ergebnis aus Krasnodar und dem überzeugenden 3:0-Heimerfolg über den FSV Mainz, immerhin auch ein Europa-League-Teilnehmer, sollten die Schalker Kicker für diese zukünftigen Aufgaben gerüstet sein.

Während die Blauen unter der Woche mit einer auf sechs Positionen veränderten Aufstellung (Stambouli, Aogo, Junior Caicara, Meyer, Konoplyanka und di Santo kamen neu in die Startelf) den russischen Tabellenvierten im eigenen brandneuen Stadion von Anfang an unter Druck setzten und so frühzeitig den 1:0-Siegtreffer erzielten, dauerte es gegen die Mainzer etwas länger.

Fast hatte man den Eindruck, die Gelsenkirchener benötigten einfach etwas Zeit, um sich mit dem diesmal von Trainer Markus Weinzierl verordneten 3-5-2-System anzufreunden. Doch diese Eingewöhnungsphase war spätestens nach knapp 20 Minuten vorbei, als der überragende Algerier Nabil Bentalep nach sehenswerter Vorarbeit von Franco Di Santo erstmals wuchtig das Tornetz ausbeulte.

Danach zeigten sich die Rheinhessen durchaus beeindruckt vom hohen Schalker Pressing, an dem sich diesmal auch Max Meyer als zweite (hängende) Sturmspitze sehr effektiv beteilgte. Hinten stand hingegen die Dreierkette Höwedes-Naldo-Nastasic, die beim Spiel gegen den Ball durch Sead Kolasinac verstärkt wurde, gewohnt sicher.

Nur einmal musste der serbische Nationalspieler Nastasic den schnellen Kolumbianer Jhon Cordoba ziehen lassen, doch Keeper Ralf Fährmann bleib auch in dieser Situation Herr der Lage. Angeführt vom unermüdlichen Zweikämpfer Goretzka eroberten sich die Schalker dagegen immer deutlichere Feldvorteile, einzig ein weiteres Tor wollte vor dem Pausentee nicht mehr fallen.

Doch nach der Unterbrechung war es dann schnell vorbei mit der Mainzer Herrlichkeit. Meyers 2:0 ließ schon deutlich erkennen, dass an diesem Tag karnevalistischer Frohsinn für die Mannschaft von Trainer Martin Schmidt nicht angesagt sein würde. Ich fand es sehr beeindruckend, wie effektiv die Schalker einen unbequemen Gegner sehr nachdrücklich an die Kette legten.

Lauf- und zweikampfstark, mit dem unbedingten Willen, jeden verlorenen Ball so zügig wie möglich wieder zurückzuerobern, schafften die Blau-Weißen bis zum dritten Treffer (wieder durch Bentaleb) klare Verhältnisse in der Veltins-Arena. Erst danach kamen die Mainzer zu ein oder zwei Torchancen, als Konzentration und damit der Druck auf den Gegner nachließen.

Auch wenn man mit Goretzka, Bentaleb oder Kolasinac sicherlich einzelne Spieler aufgrund ihrer individuellen Leistungen hervorheben könnte, war meiner Ansicht nach das kompakte Auftreten als Mannschaft der entscheidende Punkt für den letztlich auch in dieser Höhe verdienten Erfolg.

Im Gegensatz zu den Siegen gegen Gladbach oder in Krasnodar gelang es diesmal auch, diese „gallige“ Spielweise über nahezu 90 Minuten aufrecht zu erhalten. Gelegentliche schwächere Phasen fielen extrem kurz aus oder wurden über höhere Laufbereitschaft und kämpferischen Einsatz ausgeglichen.

Nach fünf Niederlagen hintereinander in den ersten fünf Bundesligaspielen nun also seit fünf Begegnungen ungeschlagen, der Aufwärtstrend auf Schalke ist inzwischen unübersehbar und auf bestem Weg, sich zu verstetigen. Gerade dieser Trend sorgt aber auch wieder dafür, dass das Derbyfieber bei den Gelsenkirchener Fans inzwischen offen ausgebrochen ist.

Denn nachdem der BVB in den letzten drei Liga-Auftritten sieglos geblieben war, werden die Karten für den immergrünen Ruhrpottschlager neu gemischt. Ein Schalker Erfolg erscheint jetzt auf einmal nicht mehr völlig unmöglich, und die Dortmunder Selbstsicherheit hat nach dem guten Saisonauftakt plötzlich einige tiefe Risse erhalten.

Also, heute die „Clubberer“ aus Nürnberg in Schach halten und Samstag auf in die „verbotene Stadt“…

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