Schalke 04: Jede Serie endet leider irgendwann…

Nun denn, da wurde es dann also nichts mit einem neuen Vereinsrekord. Nach sechs Siegen in Folge war es ausgerechnet der 1. FC Köln, der die erfolgreiche Serie der Schalker unterbrach und die Mannschaft von Trainer Andrè Breitenreiter wieder auf den Boden der Realität zurückbrachte.

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Aufgrund der relativ komfortablen Tabellensituation (auch nach diesem Spieltag bleibt der S04 Dritter mit noch 2 Punkten Vorsprung) erscheint diese Niederlage zwar als verschmerzbar, aber gerade die Art und Weise tat dann doch besonders weh.

Klassisch ausgekontert fiel das Ergebnis letztlich etwas zu hoch aus, allerdings waren die Tore zwei und drei vor allem die logische Folge taktischer Maßnahmen des Trainer-Teams, indem mit der Herausnahme von Leon Goretzka und Roman Neustädter die Abwehr im Bemühen um den Ausgleichstreffer weitestgehend entblößt wurde.

Breitenreiter versuchte mit Eric-Maxim Choupo-Moting und Pierre-Emile Hojbjerg die Brechstange auszupacken, nachdem es 66 (bzw. 78) Minuten zuvor gegen eine ausgesprochen clever verteidigende Kölner Mannschaft kein Durchkommen gab. Mit dem Pausenpfiff hatte der französische Stoßstürmer Anthony Modeste zuvor einen der Kölner Konter zum 0:1 abgeschlossen und damit mitten in die Schalker Herrlichkeit getroffen.

Schalke fand einfach keine Mittel gegen einen sehr gekonnt agierenden rheinischen Defensivverbund, der sehr kompakt stand und den letzten präzisen Pass in die Spitze zumeist effektiv unterbinden konnte. Kölns Trainer Peter Stöger hatte sich zudem offenbar die letzten erfolgreichen Spiele der Gelsenkirchener genau angesehen und daraus seine Schlüsse gezogen.

Die beiden blau-weißen Aufbauspieler Johannes Geis und Joel Matip, die zuvor oft mit gut durchdachten Pässen geglänzt hatten, wurden immer wieder von den Kölner Spitzen angelaufen und so erheblich in ihrem Aktionsradius eingeengt. Blieb nur noch der zweite Innenverteidiger Roman Neustädter aus dem Schalker Defensivtrio, der aber trotz reichlicher Freiräume nicht viel mit dem Ball anzufangen wusste.

Weiter verteidigten die Kölner auch ungeheuer effektiv gegen die hoch aufrückenden Gelsenkirchener Außenverteidiger Junior Caicara und Dennis Aogo, sodass präzise Flanken von den Außenbahnen echte Mangelware blieben. Der Weg durch die Mitte erwies sich für Goretzka, Max Meyer und Leroy Sané derweil gegen die vielbeinige Abwehr häufig als Sackgasse, und da auch die individuellen Fähigkeiten der Schalker Offensivakteure diesmal nicht weiterhalfen, blieben wirkliche Chancen größtenteils aus.

Wenig in Szene setzen konnten sich daher auch die beiden Stürmer der Blauen, während der in der Europa League zuletzt dreifach erfolgreiche Franco di Santo nur mit einem präzisen Querpass auf Leroy Sanè auffiel, traf Klaas-Jan Huntelaar lediglich einmal das Außennetz. Viel zu wenig, um den 1. FC ernsthaft in Verlegenheit bringen zu können.

Köln dagegen agierte weitaus geschickter, nutzte Schalker Unsauberkeiten immer wieder zu gefährlichen Kontern und hielt damit das Spiel lange offen, ehe Modeste kurz vor dem Pausenpfiff eiskalt vollstreckte. Die beiden anderen Treffer der Rheinländer fielen dann in der Schlussphase der Begegnung, als das vergebliche Bemühen um den Ausgleich fast zur Auflösung der zuletzt doch so guten Schalker Abwehr führte.

Nichtsdestotrotz war der Kölner Erfolg letztendlich verdient, hatte doch deren Coach ein sehr effektives Mittel gegen das „System Breitenreiter“ gefunden, welches seine Mannschaft zudem nahezu fehlerlos umsetzen konnte.

Für Schalke bleibt dagegen eine bittere, wenn auch nicht wirklich schmerzhafte Niederlage. Sicherlich, nach zwei Pleiten gegen die Rheinländer in der letzten Saison wäre eine gelungene Revanche schon eine gewisse Genugtuung gewesen. Doch bevor ein neuer Rekord mit sieben Siegen in Folge und ein zweiter Tabellenplatz (Dortmund verlor gegen Bayern München und mit drei Punkten wären wir vorbeigezogen) die Erwartungen rund um den Schalker Markt (wieder einmal) ins Unermessliche gesteigert hätten, kommt ein solcher Dämpfer genau zur richtigen Zeit.

Bayern-Jäger Nummer Eins wäre ein Prädikat gewesen, welches für diese Mannschaft einfach noch einige Nummern zu groß wäre. Stattdessen sollte ein solcher Warnschuss genutzt werden, die noch vorhandenen eigenen Schwächen abzustellen und weiter konzentriert zu arbeiten. Denn es bleibt meiner Ansicht nach dabei, der eingeschlagene Weg führt in die richtige Richtung und er muss weiter beschritten werden. Die wirklich heftigen Gegner kommen dagegen erst noch…

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