Matt Kemp und Yasiel Puig haben ihre Spuren in der Vereins-Geschichte der L. A. Dodgers hinterlassen

In den großen Baseball-Ligen ist die Tür niemals völlig verschlossen. Dies wurde letztes Jahr wieder einmal bewiesen, als Matt Kemp nach drei Saisons in San Diego und Atlanta zu den Dodgers zurückkehrte.

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Ex-Dodgers-Outfielder Yasiel Puig beim Schlagtraining

Doch da Kemp und Yasiel Puig wohl ihre letzten Spiele aller Zeiten in Dodger Blue gemacht haben, nachdem sie im Dezember zu den Cincinnati Reds getradet worden sind, wird die Club-Geschichte auf zwei der aufregendsten, interessantesten und produktivsten Dodgers-Outfielder überhaupt zurückblicken.

Puig war wie die Fahrt in einem Themenpark, für den sich alle anstellen wollen – schneller Start, krasse Loops, atemberaubende Abstürze und extreme Höhenflüge. Er hatte die Energie einer explodierenden Rakete, was sein Spiel zwar manchmal negativ beeinflusste, ansonsten aber immer wieder antrieb. Man denke an die letzten beiden Playoff-Jahre, in denen er die besten Teile seiner Persönlichkeit mit zungentreibenden Slides und extravaganten Feiern entfesselte.

In den letzten beiden Nachsaisons schlug er einen Schnitt von .292 mit fünf Homeruns, 11 Extra-Base-Hits und 18 RBIs in 119 Auftritten an der Platte. Zu diesen Homeruns zählte auch ein entscheidender 3-Run-Homer in Spiel 7 der National League Championship Series 2018 gegen die Brewers und ein ebensolcher in der vierten Begegnung der 2018er World Series, der die Dodgers vor eigenem Publikum gegen die Red Sox in Führung brachte.

In den Playoffs (mit mindestens 100 plate appearances) erreichte Puig in der Franchise-Geschichte die folgenden Bestmarken:

Hits: 51 (4. Platz)
On-base percentage (OBP): .351 (5.)
Schlagdurchschnitt (AVG.): .280 (6.)
On-base plus slugging (OPS): .780 (8.)
Home Runs: 5 (8.)

Statistisch gesehen ist Puig einer der besten Rightfielder in der Geschichte der Los Angeles Dodgers. Unter den Spielern, die mindestens 2.000 plate appearances erreichten, während sie diese Position besetzt hatten, liegt Puig mit einer OPS von .846 auf dem zweiten Rang hinter Shawn Green (.880). Der Kubaner rangiert zudem auf Platz Fünf bei den Homeruns (101) und den Hits (606) sowie an dritter Stelle beim Schlagdurchschnitt (.283) und gestohlenen Bases (56).

Er wird aber auch für seinen rechten Wurfarm in Erinnerung bleiben – einen der dominantesten seiner Zeit. Dieser half ihm dabei, 2017 als Wilson-Defensivspieler des Jahres im Rightfield ausgezeichnet zu werden.

In seiner ersten Woche in den Majors wurde er zudem als NL-Spieler der Woche ausgezeichnet. In seinem ersten Monat wurde er auch NL-Akteur und zusätzlich noch Rookie des Monats – der erste Profi überhaupt, der dieses Kunststück vollbrachte. Seine 44 Hits im Juni 2013 waren die meisten von einem Dodgers-Rookie in einem Kalendermonat und nur von Joe DiMaggio (48 im Mai 1936) in seinem ersten Karrieremonat übertroffen.

Puig erreichte auch großen Einfluss außerhalb des Baseball-Feldes. Inspiriert von der gemeinnützigen Arbeit eines seiner Mentoren, Manny Mota, gründete er die Wild Horse Foundation – eine Anspielung auf den Spitznamen, den Vin Scully dem Outfielder gab. Diese Stiftung sammelt Geld um Jugendliche in vernachlässigten Gebieten durch Bildungs-und Sportinitiativen sowie durch die Verteilung von Gütern an benachteiligte Familien und von Katastrophen Betroffene zu unterstützen.

Es existieren viele Gemeinsamkeiten zwischen Yasiel Puig und Matt Kemp. In Kemps erstem Aufenthalt bei den Dodgers war er wie ein Stromstoß, der die Flutlichter im Dodger Stadium heller machte und die Lampen der Gegner ausschaltete. Sein Millionen-Dollar-Lächeln und sein positiver Umgang mit dem Spiel wurden manchmal von Frustrationen und Missverständnissen unterbrochen. Aber Kemp war oft freundlich, oft ansprechbar und ein Fan-Favorit aufgrund seiner Aktionen auf und neben dem Feld.

Auch für ihn gilt, wie weiter oben schon einmal angemerkt, dass er statistisch gesehen einer der besten Outfielder in der Dodgers-Geschichte ist. Im einzelnen heißt das:

On-base plus slugging (OPS): .842 (Vierter Rang insgesamt)
Homeruns: 203 (4.)
Slugging percentage (SLG): .494 (5.)
RBIs: 733 (5)
Doubles: 240 (6.)
AVG.: .292 (6.)
Hits: 1.322 (8.)
Runs: 712 (8. Platz)

Nur 10 Spieler absolvierten insgesamt mehr Begegnungen in einer Dodgers-Uniform als Kemp mit 1.262. Seine Saison 2011, als er den NL Hank Aaron Award gewann und bei der NL MVP-Wahl Zweiter wurde, war sein Karriere-Höhepunkt und eine der besten Einzelspielzeiten, die jemals von einem Dodgers-Akteur erzielt wurde. Er führte die NL bei den Homeruns (39), RBIs (126), Runs (115) und Total bases (353) an. Zudem kam er auch noch auf 40 Stolen Bases.

Doch 2018 muss wohl als das außergewöhnlichste Jahr seiner 13-Saison-Karriere angesehen werden. Kemp verdiente sich – mit der Betonung auf diese Bezeichnung – einen Platz im 25-Mann-Kader der Dodgers, nachdem er am 16. Dezember 2017 durch einen Handel mit Atlanta an die Westküste zurückgekommen war.

Er verwandelte es in ein All-Star-Jahr und half entscheidend mit die Dodgers in der ersten Saisonhälfte über Wasser zu halten, als sie von Verletzungen besonders gebeutelt wurden. Und obwohl er von Ende Juli bis Ende August schwer zu kämpfen hatte, war er im September wieder da. Er begann diesen Monat damit, dass er den damaligen Tabellenersten Arizona Diamondbacks mit spielentscheidenden Hits gegen den starken Reliever Archie Bradley an aufeinanderfolgenden Tagen nahezu alleine besiegte. Zunächst mit einem 3-Run-Homerun im achten Inning am 1. September zum 3:2-Sieg, anschließend mit einem Walkoff 2-Run-Double am 2. September.

In neun vorangegangenen Saisons als Dodger war Kemp drei Mal in der Postseason gewesen, hatte aber nie die World Series erreicht. Bei seinem allerersten World Series at-bat schlug Kemp einen Pitch von Chris Sale über das grüne Monster für einen Homerun.

Wenn wir nun das finale Jahr dieser Dekade erreichen, können wir mit sechs NL-West-Titeln und zwei NL-Meisterschaften sehen, was die Dodgers bisher in den 2010er Jahren geschafft haben. Die Geschichte wird zeigen, dass Kemp und Puig – beide charismatische und äußerst produktive Outfielder – zwei der signifikantesten Teile dieses Erfolgs waren.

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